Wenn der Auftraggeber partout nicht zahlen will, hilft oft nur noch der Rechtsweg.
Ratgeber

Schlechte Zahlungsmoral Ihrer Kunden: Das können Sie tun, wenn Ihr Auftraggeber nicht reagiert

Autor:
Redaktion

Nicht gezahlte oder verspätet beglichene Rechnungen können Handwerksbetriebe vor große finanzielle Probleme stellen. Was Sie in solchen Fällen tun können, erklärt Ihnen MyHammer Rechtsanwalt Matthias Niebuhr.

 

 

Was tun, wenn Ihr Kunde nicht reagiert oder nicht zahlen will?

 

Wenn Ihre Zahlungsaufforderungen erfolglos waren, können Sie die Forderung entweder selbst gerichtlich geltend machen (z.B. mit einem gerichtlichen Mahnverfahren) oder die Angelegenheit an ein Inkassobüro oder einen Rechtsanwalt übergeben.

Gerichtliches Mahnverfahren – Das gerichtliche Mahnverfahren verhilft Ihnen schnell und günstig zu einem Vollstreckungsbescheid, mit dem Ihre Forderung rechtskräftig festgestellt wird und aus dem Sie die Zwangsvollstreckung betreiben können. Der Mahnantrag wird bei dem für Sie zuständigen Mahngericht gestellt. Es besteht kein Anwaltszwang. Die Eingabe ist auch online möglich unter online-mahnantrag.de, allerdings ist das Ausfüllen nicht immer ganz einfach.

Was kostet das gerichtliche Mahnverfahren? – Der Mahnantrag ist vergleichsweise günstig. Ein Mahnverfahren für eine 500,-- Euro Forderung kostet Sie 32,-- Euro Gerichtskosten. Die Gerichtskosten werden in den Vollstreckungsbescheid mit aufgenommen und sind vom Schuldner zu zahlen.

Wie läuft das gerichtliche Mahnverfahren ab? – Wenn Sie Ihren Mahnantrag an das für Sie zuständige Gericht gesendet haben, erlässt das Gericht einen sogenannten Mahnbescheid. Dieses Schriftstück stellt das Gericht dem Schuldner zu. Der Schuldner hat nach dem Eingang des Mahnbescheids zwei Wochen Zeit, der Forderung zu widersprechen. Tut er dies nicht, können Sie einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Der Vollstreckungsbescheid ist bereits der vollstreckbare Titel, der dem Schuldner erneut vom Gericht zugestellt wird. Jetzt kann der Schuldner ein letztes Mal binnen zwei Wochen Einspruch erheben, ansonsten ist Ihre Forderung rechtskräftig und vollstreckbar festgestellt. D.h. binnen sechs Wochen (inkl. der Postlaufzeit) können Sie schon einen Vollstreckungstitel bekommen.

Was passiert bei Widerspruch und Einspruch? –  Wenn der Schuldner dem Mahnbescheid widerspricht oder Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid einlegt, müssen Sie in ein normales gerichtliches Verfahren übergehen, d.h. eine richtige Klage vorbereiten, mit der Sie ihren Anspruch begründen.

Wie hoch ist das Kostenrisiko wenn Sie klagen? – Für die Klage müssen Sie die Gerichtskosten und - wenn Sie einen Anwalt beauftragen - auch Anwaltskosten im Vorfeld auslegen. Gerade bei kleinen Forderungen können diese Kosten fast die Höhe Ihrer Rechnungsforderung erreichen. Wenn Sie mit Ihrer Klage erfolgreich sind, erhalten Sie diese Kosten vom Gegner erstattet, wenn Sie verlieren, müssen Sie auch die Anwaltsgebühren des Gegners tragen. Einen Kostenrechner finden Sie beispielsweise auf der Seite des Deutschen Anwaltvereins unter anwaltverein.de.

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