Ein Reparatur im Bereich des Fernsichtfelds ist grundsätzlich nicht möglich
Ratgeber

Steinschlagreparatur - Scheibe ausbessern oder austauschen?

Autor:
Redaktion

Ein Steinschlagschaden an der Frontscheibe eines Autos kann zu Folgeschäden führen. Eine schnelle Reparatur macht einen Austausch der Scheibe unnötig.

Grundsätzliches zum Steinschlag an Scheiben

Ein Steinschlag kann entstehen, wenn ein harter Gegenstand mit großer Geschwindigkeit auf eine Verbundglasscheibe trifft. Ein Kratzer oder eine oberflächliche Abplatzung gilt nicht als Schaden, es muss zu einem Bruch des Glases kommen. Typischerweise entstehen kleine runde "Augen" in den Scheiben. Schon eine einzige kleine Bruchstelle stellt einen Totalschaden der Scheibe dar.

Sobald eine Scheibe einen Bruchschaden hat, gilt sie als defekt. Wer gegen Glasbruch versichert ist, bekommt die Kosten für den Austausch ersetzt. Wurde eine Selbstbeteiligung vereinbart, wird diese von der Austauschrechnung abgezogen. Bei einer Reparatur erfolgt dieser Abzug meist nicht.

Reparatur der beschädigten Stelle

Die Reparatur ist genau genommen ein Versuch, den Austausch der Windschutzscheibe zu vermeiden. Misslingt die Reparatur, ist die Scheibe weiter beschädigt. Eine misslungene Reparatur kann den Schaden nicht vergrößern, weil die Scheibe schon zuvor einen Totalschaden hatte.

Bei der Reparatur wird ein dünnflüssiges Harz in die Schadstelle gefüllt und die darin enthaltene Luft entfernt. Das Harz härtet unter UV-Licht aus. Die Scheibe ist nach der Reparatur wieder so stabil, wie ohne Schaden. Eine Reparatur wird als gelungen betrachtet, wenn 80 Prozent der Schadstelle unsichtbar sind. Außerdem dürfen sich keine Risse bilden.

Vorschriften über Windschutzscheiben

Es gibt keine Vorschriften über die Art der Steinschlagreparatur oder das zu verwendende Material. Es ist jedoch genau definiert, in welchem Bereich der Frontscheibe Schäden repariert werden können. Laut § 35 b StVZO darf es im Fernsichtfeld keine störenden Reflexe geben, weshalb dort ein Steinschlag nicht repariert werden kann.

Das Fernsichtfeld ist bei Pkws anders definiert als bei Lkws. Bei einem Pkw handelt es sich um einen Streifen von 290 Millimeter Breite, der senkrecht mittig vor dem Fahrersitz durch das Wischerfeld läuft. Bei Lkws ist das Feld nur 273 Millimeter hoch.

Technische Grenzen der Schadensbehebung

Die Größe der vom Steinschlag ausgelösten Sprünge setzt der Reparatur Grenzen. Das Harz kann nicht beliebig weit in den Schaden vordringen, weshalb keine Sprünge mit mehr als 50 Millimeter Länge aus der Einschlagstelle laufen dürfen.

Sprünge, die am Scheibenrand enden oder unter den Scheibengummi reichen, dürfen aus Sicherheitsgründen nicht repariert werden. Grundsätzlich kann je nach Reparaturmethode in einem Streifen von zehn Zentimeter Breite um den Rand der Scheibe nicht repariert werden. Auch verschmutzte Schäden oder solche mit großen oberflächlichen Ausbrüchen sind kaum zu reparieren.

Wann ein Austausch sinnvoll ist

Sofern eine Reparatur erlaubt und technisch möglich ist, wird sie in der Regel durchgeführt. Bei Abrechnung pro Schadstelle ist ein Scheibenaustausch ab drei Schäden meist billiger und sollte vorgezogen werden. Auch macht es keinen Sinn, eine verkratzte oder blinde Scheibe zu reparieren.

Unterschiede bei Einparkhilfen

Die Parkhilfen sind Rückfahrwarner, die über ein Signal vor dem Kontakt mit einem Hindernis warnen. Sie unterscheiden sich in der Anzahl der Sensoren und in der Art der Anzeige. Aufwendigere Modelle warnen vor einem Hindernis durch einen Ton und mit einem Display. Zusätzlich schalten sie automatisch das Radio stumm, damit der Warnton nicht überhört wird. Bei einfachen Ausführungen ist der Betrieb oft nur ohne Anhängerkupplung möglich. Auch versagen sie, wenn nur ein schmaler Pfosten im Weg steht.

Je aufwendiger die Technik der Einparkhilfe, umso schwieriger ist die Montage. Allen Modellen gemeinsam ist die Stromversorgung der hinteren Sensoren über den Rückfahrscheinwerfer. Diese stellt sicher, dass die Einparkhilfe nur arbeitet, wenn der Wagen rückwärtsfährt. Wer auch vorne Sensoren haben möchte, muss mehr Aufwand betreiben. Die Parkhilfe soll nicht an Ampeln oder bei Gegenverkehr vor einer Annäherung warnen.

Generell lohnt sich das Nachrüsten, denn schon ein kleiner Blechschaden ist teurer, als eine solche Anlage. Aber sollte man diese selber montieren?

Nachrüsten mit Rückfahrwarnern

Einfache Ausführungen, die über Funk das Signal vom Sensor zum Display übertragen, sind sehr einfach zu montieren. Die Sensoren werden oft angeklebt. Das einzige Problem ist die Stromversorgung über den Rückfahrscheinwerfer. In der Regel muss nur ein Kabel durchtrennt und eine mitgelieferte Klemmverbindung angebracht werden. Es sollte daher kein Problem sein, diese Einparkhilfen selber zu montieren. Aber auch bei Funkübertragung und Klebemontage muss gebohrt werden. Die Kabel der Sensoren müssen durch die Karosserie ins Fahrzeuginnere gelangen.

Schwieriger wird es, wenn die Einparkhilfe über Kabel mit einer Anzeige für den Fahrer verbunden wird. Extrem kompliziert sind Anlagen, die über die Geschwindigkeit angesteuert werden oder das Radio automatisch deaktivieren. Die Kabel sind versteckt nach vorne zu führen und müssen an einer bestimmten Stelle des Armaturenbretts austreten. Auch ist ein Anschluss an die Elektronik des Fahrzeugs nötig.

Fakt ist, es werden keine Bauteile berührt, die sicherheitsrelevant sind. Auch ein Laie darf den Einbau vornehmen, aber der Einbau ist bei aufwendigen Anlagen kompliziert.

Selbsteinbau oder Fachwerkstatt

Der Einbau in einer Fachwerkstatt dauert meist etwa zwei Stunden und kostet etwa 150 €. Mehr als 350 € kostet es auch bei einer komplizierten Anlage nicht. Wer das Nachrüsten selber übernehmen möchte, muss eine Bohrmaschine mit Kegelbohrern besitzen.

Außerdem ist ein einfaches Messgerät nötig, um die richtigen Leitungen zu finden. Der Zeitaufwand ist bei einem Selbsteinbau deutlich höher. Bedingt durch die fehlende Erfahrung kann es einen ganzen Tag dauern, bis alles funktioniert. Zusätzlich besteht ein Risiko, dass man bei einem falschen Anschluss die Elektronik des Fahrzeugs beschädigt. Dies würde zu großen zusätzlichen Kosten führen.

Daher sollte nur ein erfahrener und versierter Hobbybastler den Einbau selber vornehmen, zumal unter Umständen für etwa 100 Euro Werkzeug benötigt wird.

Tags:
Gewerke:Karosserie- und Fahrzeugbauer

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