Ratgeber

Steuerberater: Was tun, wenn er den Einspruch vergisst?

Autor:
Redaktion

Seinem Steuerberater muss man vertrauen können. Doch es können Fehler passieren und Fristen verpasst werden. Was ist in solchen Fällen zu tun?

Die meisten Steuerberater erledigen ihre Arbeit sauber und ordentlich, dennoch gibt es auch in dieser Branche schwarze Schafe, welche die Fristen des Finanzamtes verpassen oder hinwerfen, wenn es schwierig wird. Vergisst ein Steuerberater etwas, geht das in den meisten Fällen zu Lasten seines Mandanten, wie auch ein kürzlich gesprochenes Urteil des Finanzgerichtes Münster beweist.

Der Mandant muss für Fehler des Steuerberaters haften

Im konkreten Fall ging es darum, dass der Steuerberater nach einer Betriebsprüfung den Einspruch gegen einen Änderungsbescheid vergessen hatte. Der Mandant wurde für den Fehler seines Steuerberaters in die Haftung genommen und musste zahlen.

Der Fall im Detail: Nach einer Betriebsprüfung für die Jahre 2013 bis 2015 wurden vom Finanzamt geänderte Bescheide erlassen. Der Steuerberater des Unternehmens legte in einem zusammenfassenden Schreiben für mehrere Jahre Einsprüche gegen die Bescheide über die Einkommenssteuer, Kirchensteuer, Zinsen, Gewerbesteuermessbetrag, Soli und Verspätungszuschlag ein. Den Einspruch gegen die Umsatzsteuerbescheide vergaß er.

Nachdem die Einspruchsfrist abgelaufen war, beantragte er beim Finanzamt eine „Wiedereinsetzung in den vorigen Stand“ und reichte den Einspruch nach. Dieser wurde vom Finanzamt abgelehnt und warf dem Unternehmen Fahrlässigkeit vor.

Der Unternehmer wies vor dem Finanzgericht Münster den Vorwurf der Fahrlässigkeit zurück. Begründung: Ihm sei im Einspruchsschreiben das Fehlen der drei Buchstaben „USt.“ Nicht aufgefallen, obwohl er mehrfach kontrolliert habe. Alle Bescheide enthielten eine handschriftliche Notiz des Steuerberaters, dass Einspruch eingelegt werde.

Das Finanzgericht gab jedoch dem Finanzamt recht: Dem Steuerberater hätte ein solcher Fehler nicht passieren dürfen und der Fehler gehe zu Lasten des Unternehmens (Beschluss vom 25. März 2019, Az. 5 V 483/19 U). Aber der Steuerberater kann dank der Berufshaftpflichtversicherung in Regress genommen werden.

Wie soll ein Unternehmen reagieren, wenn es Probleme mit dem Steuerberater gibt?

Sinnvoll ist es für den Unternehmer, nach den Gründen zu fragen, wenn beispielsweise der Steuerberater zur gesetzten Frist nicht mit der Steuererklärung fertig geworden ist. Ein gewissenhafter Berater nimmt sich dann die Zeit, seinem Mandanten dies zu erklären. Der Mandant hat außerdem einen Anspruch darauf, den Fristverlängerungsantrag des Steuerberaters und die Gewährung der Fristverlängerung durch das Finanzamt in Kopie übermittelt zu bekommen. Grundsätzlich fertigen die Finanzämter die Schriftstücke stets in einer Zweitausfertigung an.

Wenn der Mandant nachweisen kann, dass der Steuerberater die Frist des Finanzamtes schuldhaft verstreichen ließ, dann haftet der Steuerberater und muss den Schaden ersetzen. Bei Streitigkeiten zwischen Mandanten und Steuerberatern hilft die örtliche Steuerberaterkammer, die auf Antrag Streitigkeiten zwischen Mandanten und Steuerberater vermittelt. Die Kammer hat Auskunfts- und Einsichtsrechte in die Unterlagen.

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