Ratgeber

Steuertipps für angestellte und selbständige Handwerker

Autor:
Redaktion

Die vereinfachte Steuererklärung macht es Angestellten leicht, Rückerstattungen zu bekommen. Selbständige müssen die Erklärung elektronisch abgeben.

Je nach Arbeitsverhältnis, ob angestellt oder selbständig, gibt es einige Möglichkeiten Steuerrückerstattungen vom Finanzamt zu bekommen. Für Arbeitnehmer und Selbständige gelten dabei aber unterschiedliche Regeln.

Die vereinfachte Steuererklärung für Steuerlaien

Arbeitnehmer sind nicht dazu verpflichtet, ihre Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abzugeben. Jährlich werden Steuerrückerstattungen von durchschnittlich 875 Euro pro Jahr bei Nichtabgabe verschenkt.

Schon das Wort „Steuererklärung“ schreckt viele Arbeitnehmer ab, eine Erklärung abzugeben. Die vereinfachte Steuererklärung kann in Papierform abgegeben werden. In maximal zehn Minuten ist das Steuerformular ausgefüllt.

Für wen ist die vereinfachte Steuererklärung gedacht?

Die vereinfachte Steuererklärung richtet sich an den durchschnittlichen Steuerzahler, also Handwerker, die angestellt sind und nur über ihr Gehalt als Einkommensquelle verfügen. Hierzu zählen Arbeitslohn, Versorgungsbezüge und Lohnersatzleistungen.

Also für alle, die nicht freiberuflich oder nebenberuflich arbeiten oder Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung beziehen oder anderes.

Der einfache Steuererklärungsvordruck ist zweiseitig und ersetzt den vierseitigen Mantelbogen und die Anlage N für Angaben zur nichtselbständigen Tätigkeit. Eventuelle Anlagen wie Riester-Rente, Kind oder andere, müssen trotzdem beigelegt werden, wenn hier Ausgaben geltend gemacht werden sollen.

Beachtenswertes bei Abgabe einer vereinfachten Steuererklärung

Voraussetzung ist auch, dass nur im Inland Arbeitslohn bezogen wird, ebenso gilt das für Versorgungsbezüge oder andere Gelder und steuerfreie Leistungen. Bei den Sonderausgaben und beruflichen Ausgaben werden in der vereinfachten Steuererklärung Grenzen gesetzt, nicht alle können geltend gemacht werden.

Tipp: Eine Steuererstattung ist schon sicher bei mindestens 230 Arbeitstagen und einer Mindestentfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstäte von mehr als 15 Kilometern.

Auch für die zurückliegenden Jahre kann freiwillig eine vereinfachte Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht werden. Nach Ablauf des Steuerjahres bleiben vier Jahre Zeit.

Selbständige sind zur elektronischen Steuererklärung verpflichtet

Ab den Veranlagungszeitraum 2011, sind Selbständige dazu verpflichtet, ihre Steuererklärung, die Steuervoranmeldungen, die Einnahmen-Überschuss-Rechnungen und E-Bilanzen elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. Nur wenn dies wirtschaftlich oder persönlich unzumutbar ist, darf sie auch in Papierform abgegeben werden.

Bei Unzumutbarkeit darf die Steuererklärung in Papierform abgegeben werden

Es kommt auf die Relation zwischen Einkünften und Aufwendungen an, dies gilt insbesondere für Kleinbetriebe. Dies hat ein Urteil vom 12.10.2016 des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz entschieden.

Selbständigen mit jährlichen Einnahmen von zirka 6.000 Euro und Kleinbetrieben mit Einnahmen von unter 17.500 Euro ist nicht zuzumuten, eine Einkommensteuererklärung in elektronischer Form abzugeben. Die wirtschaftliche Unzumutbarkeit beruht darauf, dass die Datenfernübertragung nur mit einem nicht unerheblichen Aufwand möglich ist, wenn man die Anschaffung von Hard- und Software mit einbezieht.

Tags:
Gewerke:

 

Ratgeber Rechtstipps

Für Handwerker: Praktische Rechtstipps per E-Mail erhalten!

Anmelden & kostenlosen Ratgeber vom MyHammer Rechtsexperten sichern. *

* Alle personenbezogenen Daten werden vertraulich behandelt. Abmeldung jederzeit möglich.


Handwerker aufgepasst!
  1. Einfach online anmelden
  2. Angebote abgeben
  3. Wunschaufträge sichern
Jetzt lukrative Aufträge suchen:

Haben Sie Fragen?

(030) 555 732 030

Mo.–Fr. 8–19 Uhr
anfrage@myhammer.de