Bei einer Neueindeckung des Dachs sind Sturmklammern vorgeschrieben
Ratgeber

Sturmklammern: Dachziegel sturmsicher machen

Autor:
Redaktion

Bedingt durch Klimaveränderungen treten in Deutschland vermehrt Stürme auf. Um Dächer vor Schäden zu bewahren, sind oft Sturmklammern erforderlich.

Basisinfos zu Sturmklammern

Sturmklammern sind Drahtbügel, die Dachziegel mit der Traglattung verbinden. Die Klammern müssen zur Form der Dachziegel passen. Das Zubehör bieten Hersteller von Dachziegeln und Spezialfirmen, die Werkzeuge und Materialien zur Dacheindeckung verkaufen.

Welche Klammer für ein Dach die richtige ist, hängt von der Art der Dachpfannen und von der Dicke der Dachsparren ab. Meist werden die Klammern in den seitlichen Falz der Ziegel eingehängt. Ausführungen zum Einhängen am oberen oder unteren Rand der Ziegel sind selten. Die Art der Montage am Ziegel ist von geringer Bedeutung.

Für die meisten Dachpfannen stehen Sturmklammern zum Einschlagen oder zum Einhängen zu Wahl. Bei einer Traglattung von 30 x 50 Millimeter oder 40 x 60 Millimeter sind Klammern zum Einhängen üblich. Sie lassen sich ohne Werkzeug montieren und die Sparren bleiben unbeschädigt. Bei anderen Lattenstärken sind Einschlagkammern nötig.

Alle Systeme verbinden den lose verlegten Dachziegel fest mit der darunter liegenden Lattung. Aus diesem Grund ist eine größere Windkraft erforderlich, um den Ziegel abzuheben.

Wichtig: Das Dach ist ein System aus Unterkonstruktion, Eindeckung und deren Befestigung. Die Prüfung nach DIN EN 14437, die den sogenannten Abhebewiderstand bestimmt, erfolgt immer für das ganze System. Die Klammer muss also für die verwendeten Dachpfannen und die vorhandenen Sparren zugelassen sein.

Vorschriften für Dacheindeckungen

Die durch den Klimawandel bedingte Zunahme von Sturmschäden hat zu einer Überarbeitung der Fachregeln des Dachdeckerhandwerks geführt. Seit 2011 müssen Dachdecker entsprechend der neuesten Richtlinien Dächer gegen Sturm sichern.

Die Richtlinien unterteilen Deutschland in vier Windlastzonen. Je nach Zone und Art des Daches sind Sturmklammern vorgeschrieben. Stürme zerren in der Regel nicht die Dachpfannen vom Dach, sondern erzeugen im Verhältnis zum Innenraum einen Unterdruck. Es entsteht ein Sog, welcher die Eindeckung vom Dach saugt.

Eine ausreichende Windsogsicherung durch das Gewicht der Dachpfannen ist gegeben, wenn  das Gewicht multipliziert mit dem Kosinus der Dachneigung gleich oder größer als die größte Windlast ist. Die Hersteller der Ziegel geben das Flächengewicht an.

Reicht das Gewicht nicht aus, sind die Dachpfannen zusätzlich zu befestigen. Je nach Dachneigung, Windlast und Flächengewicht ist eine unterschiedliche Anzahl von Sturmklammern vorgeschrieben. Es kann jede dritte, jede zweite oder jede Dachpfanne zu sichern sein.

Nachträgliche Sturmsicherung

Gebäude, die nach 2011 eine Neueindeckung bekamen, sind nach den neuesten Vorschriften gebaut. Das Dach ist sturmsicher. Bei älteren Eindeckungen ist eine nachträgliche Sicherung unter Umständen sinnvoll.

Sofern Stürme regelmäßige Dachziegel verschieben oder gar Teile des Daches abdecken, ist der Einbau auf jeden Fall sinnvoll. Gleiches gilt, wenn Dachsanierungen oder ein Ausbau des Daches ansteht.

Die Wahl der richtigen Klammern ist einfach. Alle Sturmklammern, die für die vorhandene Unterkonstruktion in Verbindung mit den Ziegeln zugelassen sind, sind geeignet. Es gibt keine besseren oder schlechteren Systeme. Sofern es Klammern zum Einhängen oder zum Einschlagen gibt, sind Klammern zum Einhängen besser, da die Montage einfacher ist.

Die Entscheidung, wie viele Klammern nötig sind, kann nur ein Fachmann treffen. Denn dabei sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Grundlage für die Berechnung ist die Lastenermittlung. Diese berücksichtigt die Windzone, die Form des Dachs, die Art der Eindeckung sowie der Isolierung und die Lage zum Wind.

250 Sturmklammern aus verzinktem Stahl kosten zwischen 100 und 150 Euro. Die Preise für Klammern aus Edelstahl liegen zwischen 120 und 200 Euro.

Die Montagekosten hängen von der Höhe des Hauses und dem Umfang der Arbeiten ab. Das Anbringen der Klammern dauert nicht lange und schlägt daher kaum zu Buche. Die notwendige Eigensicherung oder der Bau eines Gerüsts ist dagegen teuer. Aus diesem Grund lohnt sich das Nachrüsten nur, wenn ohnehin Dacharbeiten anstehen.

First- und Randsicherung

Die Verlegerichtlinien teilen das Dach in drei Bereiche ein, da der Windsog sich unterschiedlich auswirkt. An den Rand- und Eckbereichen wirken stärkere Kräfte als im Flächenbereich. Als Randbereich zählt auch ein Streifen rund um eine Dachdurchdringung. Ein Kamin bewirkt beispielsweise eine Verstärkung des Sogs.

Angenommen, für das Sichern des Flächenbereichs genügt die Sicherung jedes dritten Ziegels, so ist im Randbereich je Ziegel eine Klammer nötig. Für den Eckbereich oder den First gibt es meist besondere Klammern oder der Dachdecker verschraubt die Dachpfannen mit den Sparren.

Es gibt keine Pflicht, nachträglich Sturmklammern zu verbauen. Hausbesitzer sollten aber bedenken, dass die Klammern vor Personen- und Sachschäden schützen. Stehen ohnehin Arbeiten im Dachbereich an, ist ein Setzen der Klammern sinnvoll.

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Tags: Dach
Gewerke:Dachdecker

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