Ein schöner Belag nutzt nichts, wenn das Gefälle nicht stimmt oder der Untergrund instabil ist
Ratgeber

Terrasse: Neuer Belag oder Komplettsanierung?

Autor:
Redaktion

Wer den Boden der Terrasse oder des Balkons verschönern will, sollte die Substanz prüfen. Nur bei einem guten Unterbau lohnt sich ein neuer Belag.

Auf das Gefälle kommt es an

Egal ob Balkon- oder Terrassensanierung, ein fehlendes oder falsches Gefälle, ist immer ein Grund für eine komplette Sanierung. Keine Abdichtung kann auf Dauer stehendes Wasser sicher aufhalten.

Als Erstes sollten Hausbesitzer daher das Gefälle messen. Der Boden darf also nicht absolut waagerecht verlaufen, sondern muss an der Hauswand am höchsten sein. Zwei Prozent Gefälle, das heißt, auf einen Meter muss der Boden um mindestens zwei Zentimeter abfallen, reichen aus. Zur Not lässt sich mit etwas Wasser oder eine Murmel prüfen, ob ein Gefälle vorhanden ist.

Sofern dieser Test erfolgreich ist, kann ein Verschönern des Bodens auch ohne Sanierung möglich sein. Nun kommt es darauf an, vorhandene Schäden zu finden, um eine Entscheidung zu treffen.

Kein Bodenbelag ersetzt eine Abdichtung

Leider beraten einige Unternehmen und auch die Hersteller von Dichtmitteln beziehungsweise Baumärkte, falsch. Es gibt keinen Belag, der sich eignet, einen nassen Boden zu versiegeln. Wenn Wasser den vorhandenen Belag durchdrungen und darunter Schäden angerichtet hat, nutzt keine Versiegelung etwas. Im Gegenteil: Wer eine wasserundurchlässige Schicht aufträgt, verhindert, dass die Nässe wieder entweichen kann. Das Wasser sucht sich seinen Weg.

Bei Terrassen ist die Problematik weniger ausgeprägt, da die Nässe in der Regel nach und nach im Erdreich verschwindet. Hier machen sich nur gelockert Platten und Absenkungen negativ bemerkbar. Die Gefahr, dass das Wasser an der Bausubstanz des Hauses Schaden anrichtet, ist gering.

Bei einem Balkon ergibt sich ein ganz anderes Bild: Wer den nassem Boden nach oben abdichtet, zwingt das Wasser durch Bodenplatten zu wandern. In der Folge zeigen sich nasse Stellen im Haus an der Decke und an den Wänden.

Falls das Wasser bis zum Frost im Untergrund gefangen bleibt, drohen Frostaufbrüche. Das entstehende Eis dehnt sich aus und erweitert Risse. Je nach Menge können größere Stücke abplatzen. Oft bleibt es aber bei kleineren Rissen, die Regen und Schmelzwasser Gelegenheit bieten, tief ins Mauerwerk oder das Fundament einzudringen.

Um es klar zu sagen: Keine Folienabdichtung und kein Anstrich kann eine Balkon- oder Terrassensanierung ersetzen. Eine Abdichtung macht nur Sinn, wenn sie korrekt und fachmännisch durchgeführt wird.

Terrassen korrekt verschönern

Sofern der Bodenbelag stabil ist, keine Risse oder Senken aufweist, gibt es keinen Grund zur Sanierung. Es reicht, den vorhandenen Belag zu reinigen und mit einem Steinteppich oder einem anderen neuen Belag zu überziehen.

Risse im Altbelag lassen sich unter Umständen mit einem Spachtel verschließen. Ob dies ausreicht, sollte ein Baufachmann entscheiden. Sofern bereits Wasser in größeren Mengen eingedrungen ist, muss der Belag weichen. Eine Feuchtigkeitsmessung kann darüber Aufschluss geben.

Senken, lose Platten oder Ameisen beziehungsweise Unkräuter, die durch Fugen eindringen, sind ein eindeutiges Zeichen. Der komplette Altbelag muss weg. Am sinnvollsten wird das Fundament neu aufgebaut.

Die perfekte Balkonsanierung

Bei einem Balkon ist doppelte Vorsicht angesagt, da die Bodenplatte fast immer eine direkte Verbindung zum Haus hat. Außerdem kann an Balkonen das Wasser auch seitlich eindringen. Nicht selten ist der Belag völlig dicht, aber über die Ränder durchfeuchtet die Bodenplatte. Besonders Beton wirkt wie ein Schwamm, der sich gierig mit Wasser vollsaugt und es bis ins Haus leitet.

Hausbesitzer sollten einen Fachmann bestellen, der die Feuchtigkeit der Platte und des umliegenden Mauerwerks bestimmt. Vom Ergebnis der Messung hängen die weiteren Maßnahmen ab.

Grundsätzlich gehört zur Balkonabdichtung, die Ränder zu versiegeln. Dies geschieht meist mit Dichtschlämme und einen Anstrich. Diese Maßnahme ist immer angesagt, wenn die Ränder offen sind, das heißt keine Farbe für Dichtigkeit sorgt. Bei vielen Balkonen ist der Rand offen, weil die Hausbesitzer nur auf einen ansprechenden Bodenbelag geachtet haben.

Der Bodenbelag muss immer dann entfernt werden, wenn er größere Schäden oder Risse aufweist. Natürlich ist ein Entfernen auch wichtig, wenn das Mauerwerk und die Bodenplatte nass sind. Meist greift der Fachmann zu Putzen, die das Wasser aus dem Material ziehen, bevor er mit dem Abdichten beginnt.

Um die Platte vor Wasser zu schützen, verwenden Fachleute in der Regel verschiedene Substanzen. Über Verkieselungsmittel unterbrechen sie die kleinen Kanäle, die im Beton sind. Diese saugen über die Kapillarwirkung das Wasser weit ins Mauerwerk. Den Vorgang stoppen diese Mittel. Nun kommen Dichtschlämmen, Folien oder Anstriche zum Einsatz. Auf diesen Untergrund kommt nun der neue Belag.

Vielfach sind Balkone gleichzeitig Decken für darunterliegende Räume. Bei dieser Konstellation ist eine zusätzliche Wärmedämmung angesagt. Im Übrigen gelten die gleichen Regeln, die auch für den Aufbau von begehbaren Flachdächern vorgeschrieben sind. Daher ist ein Dachdecker der beste Ansprechpartner für diese Art der Balkonsanierung.

Vor der Sanierung den Belag genau prüfen

Es macht keinen Sinn, einen neuen Bodenbelag aufzubringen, wenn kein Gefälle vorhanden oder falls der Untergrund beschädigt ist. Nach wenigen Monaten treten die Probleme erneut auf.

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