Während der Heizperiode soll das Ventil nicht ständig neu eingestellt werden
Ratgeber

Thermostat einstellen nach Katalog - wichtiges Hintergrundwissen

Autor:
Redaktion

Das perfekte Einstellen des Thermostats am Heizkörper gibt vielen Verbrauchern Rätsel auf. Ein einfacher Katalog für das Bedienen ist wünschenswert.

Aufbau von mechanischen Thermostaten

Das Thermostatventil am Heizkörper besteht aus zwei Teilen, dem Drehknopf mit Regler, dem Thermostat und einem Ventil.

Im Thermostat ist ein sogenanntes Dehnstoffelement, eine Büchse eingebaut, in welcher sich Gas, Flüssigkeit oder Wachs befindet. Dieses Teil dehnt sich bei Wärme aus und verkürzt sich beim Abkühlen.

Beim Ausdehnen drückt das Dehnstoffelement auf einen Stößel, den Übertragungsstift. Dieser bewegt sich in das Ventil, wodurch sich die Durchflussmenge von warmem Wasser durch die Heizung verringert.

Kühlt die Luft um den Thermostat ab, zieht sich das Element zusammen. Eine Feder drückt den Stift aus dem Ventil heraus und gibt damit den Weg für das warme Wasser wieder frei. Der Heizkörper erwärmt sich.

Über den Drehknopf lässt sich der Abstand zwischen dem Dehnstoffelement und dem Stößel verändern. Auf diese Weise kann man einstellen, bei welchen Temperaturen sich das Ventil öffnet oder schließt.

Tipp: Die Regler außerhalb der Heizsaison auf den höchsten Wert stellen, um die Feder zu schonen. Diese Maßnahme verlängert die Lebensdauer.

Funktion von elektronischen Reglern

Elektronische Regler bestehen aus einem Temperaturfühler und einem kleinen Elektromotor sowie einem elektronischen Steuerelement. Sobald die Luft wärmer ist als eine voreingestellte Temperatur, bewegt der Motor eine Platte, die auf den Stößel drückt.

Wie bei dem mechanischen Thermostatventil stoppt auf diese Art der Durchfluss von warmem Wasser durch den Heizkörper. Sobald es abkühlt, bewegt der Motor die Platte zurück und der Stift öffnet das Ventil.

Diese Regler sind als komplexe Heizungssteuerung nutzbar, beispielsweise um einen Raum rechtzeitig aufzuheizen, bevor man nach Hause kommt.

Markierungen auf dem Drehknopf

Auf den mechanischen Thermostaten sind in der Regel Zahlen von null bis fünf vermerkt. Die Hersteller geben in ihrem Katalog selten an, welche Temperatur zu welcher Zahl gehört. Diese Systeme arbeiten mit einer Genauigkeit von etwa zwei Grad. 

Steht der Drehknopf auf der Drei beträgt der Sollwert üblicherweise 20 Grad, damit liegt der Ist-Wert zwischen 19 und 21 Grad. Elektronische Systeme sind genauer, hier beträgt die Toleranz meist 0,5 Grad.

Es geht um die Temperatur der Luft in der Nähe des Temperaturfühlers. Dort ist es meist wärmer als im Raum. Verdecken Vorhänge das Ventil kommt es zu erheblichen Unterschieden zwischen dem am Regler eingestellten Wert und der Raumtemperatur.

Einstellen der Regler

Es ist sinnvoll den Drehknopf zu Beginn auf drei zu drehen, beziehungsweise bei den elektronischen Reglern 20 Grad einzustellen. Beim Aufheizen des Raums dauert es einige Zeit, bis sich eine konstante Raumtemperatur einpendelt. Je nach Größe des Raumes dauert es über eine Stunde. 

Sollte die eingestellte Temperatur sich als zu hoch erweisen, reicht es den Regler ein kleines Stück in Richtung "zwei" zu drehen beziehungsweise auf 19 Grad einzustellen. Ist es zu kühl, dreht man in Richtung "vier" oder stellt auf 21 Grad.

Wichtig: Keine großen Veränderungen vornehmen, sondern schrittweise über Stunden nachregulieren, bis die optimale Einstellung erreicht ist.

Wie sich Änderungen der Einstellungen auswirken

Angenommen im Raum herrscht eine Temperatur von 16 Grad. Der Bewohner möchte eine Temperatur von 20 Grad erreichen und stellt den Regler entsprechend ein.

Das Thermostat öffnet das Ventil und heißes Wasser strömt in die Heizung. Das Ventil bleibt offen, bis der eingestellte Wert erreicht ist. Erst danach schließt der Thermostat das Ventil.

Der Raum erwärmt sich nicht schneller, wenn der Bewohner den Thermostat auf fünf stellt oder 30 Grad einstellt. Er erreicht lediglich, dass der Regler das Ventil offen lässt, bis diese Temperatur erreicht ist.

Wieso ständiges starkes Nachregulieren falsch ist

Der Sinn von Thermostatventilen ist eine voreingestellte Temperatur im Raum zu halten. Dies ist nur möglich, wenn es gelingt, die Ventile optimal in langsamen Schritten einzustellen.

Wer den eingestellten Wert stark verändert, bewirkt, dass es im Raum zu heiß wird. Stellt der Bewohner nun einen deutlich kleineren Wert ein, wird es zu kühl. Auf diese Art ist es nicht möglich, den Thermostat richtig einzustellen.

Wichtig: Selbst wenn es im Raum viel zu warm ist, macht es keinen Sinn den Thermostat auf eine deutlich niedrige Temperatur oder auf null einzustellen. Der Raum kühlt nach einer kleinen Änderung genauso schnell aus. Gleiches gilt umgekehrt, wenn es deutlich zu kalt ist.

Warum ein Thermostat Energie spart

Je wärmer es in einem Raum ist, umso mehr Energie geht durch die Wände verloren. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Raum möglichst genau in dem Temperaturbereich zu halten, der den Bewohnern angenehm ist.

Thermostatventile sparen nur dann Energie, wenn das Einstellen korrekt erfolgt ist. Wer ständig nachkorrigiert, spart nicht. 

Optimal sind Ventile, die bei einem starken Absinken der Raumtemperatur automatisch in die Frostwächterstellung gehen. Eine rasch sinkende Temperatur ist ein Zeichen für das Lüften des Raumes. Wer diese Automatik nicht hat, muss die Ventile von Hand runterregulieren und anschließend wieder auf den richtigen Wert einstellen.

Temperatur nachts oder bei Abwesenheit absenken

In diesem Punkt gibt der technische Katalog meist keinen Hinweis, denn das Thema ist heikel.

Wer in einem gut isolierten Gebäude lebt, spart wenig Energie, wenn er eine niedrigere Temperatur einstellt. Es geht ohnehin kaum Wärme verloren. In einem schlecht isolierten Gebäude fließt ständig Wärme ab. Dieser Abfluss ist umso größer je wärmer es im Raum ist. Hier lohnt es sich, die Temperatur abzusenken.

Auf der anderen Seite ist es nicht sinnvoll, die Raumtemperatur zu stark zu reduzieren. Die sogenannte Frostwächterstellung bedeutet, dass die Heizung erst Wärme abgibt, wenn es unter fünf Grad abkühlt. Bei plötzlich einsetzendem Frost ist es möglich, dass bei diesen Innentemperaturen einige Leitungen schon eingefroren sind.

Experten raten, die Heizung auch bei längerer Abwesenheit nicht niedriger als zwei beziehungsweise 16 Grad zu stellen. Dies schützt sowohl vor Frost als auch vor Schimmel.

Wichtig: Zum Hochheizen den Thermostat wieder auf den zuvor ermittelten optimalen Wert einstellen und nicht voll aufdrehen.

Katalog für die perfekte Einstellung

  • Thermostatventil nicht mit Stoffen oder Möbeln verdecken.
  • Ventil auf 3 oder 20 Grad einstellen.
  • Zwei Stunden warten.
  • Regler bei Bedarf ein klein wenig höher oder niedriger stellen.
  • Zwei Stunden warten.
  • Vorgang wiederholen, bis eine "Wohlfühltemperatur" gefunden ist.
  • Am Ventil die Einstellung markieren, beziehungsweise eingestellte Gradzahl notieren.
  • Vor dem Lüften auf null stellen.
  • Nach dem Lüften auf den optimalen Wert stellen.
  • Bei längerer Abwesenheit auf2  oder 16 Grad stellen. Anschließend auf den optimalen Wert einstellen.
  • Außerhalb der Heizperiode Thermostat auf Maximum drehen

Ein Thermostatventil ist völlig nutzlos, wenn das richtige Einstellen unterbleibt. Es kann nur die Raumtemperatur konstant halten, wenn es genau eingestellt ist und die Einstellung nicht ständig geändert wird.

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Tags: Heizung
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