Gauben lassen sich in großer Breite in fast alle Dächer einbauen
Ratgeber

Trapezgaube bauen – Kosten und Aufwand im Überblick

Autor:
Redaktion

Eine Trapezgaube sorgt für mehr Wohnraum und Licht unter dem Dach. Aufwand und Kosten hängen von der Art des Bauens ab.

Das ist eine Trapezgaube

Eine Gaube ist ein Dachaufbau, der eine senkrechte Fensterfront, die parallel zum First verläuft, ermöglicht. Die einfachste Variante ist die Schleppgaube. Die Dachfläche wird über dem Aufbau der Gaube einfach in einem flacheren Winkel als die Dachneigung des Hauptdachs, weitergeführt. Recht und links schließt je ein Dreieck den Bereich zwischen Schleppdach (oben), Hauptdach (unten) und der Vorderfront.

Der Fachmann nennt diese beiden Seitenflächen Backen. Wenn diese in einem Winkel von über 15  Grad gegenüber der Senkrechten geneigt sind, handelt es sich um eine sogenannte Trapezgaube, da die senkrechte Vorderfront die Form eines Trapezes hat.

Anmerkung: Der Mathematiker versteht unter einem Trapez ein Viereck mit zwei parallelen Seiten. Mindestens eine der beiden verbleibenden Seiten darf nicht senkrecht zu den Grundseiten stehen. Bei der Trapezgaube ist die Vorderfront immer ein gleichschenkliges Trapez. Die beiden Seiten sind im gleichen Winkel geneigt und treffen sich in der Verlängerung genau über der Mitte der Grundseiten.

Eigenschaften des Dachaufbaus

Jede Schleppgaube hat gegenüber anderen Gaubenformen den Vorteil, dass sie sich in beliebigen Breiten konstruieren lässt. Damit ist ein möglichst großer Gewinn an Raum und Fensterflächen möglich. Die Form der Trapezgaube wirkt eleganter als eine normale Schleppgaube, da die abgeschrägten Gaubenwangen sich optisch schöner dem Dach anpassen. Der Bau ist aber schwieriger und stellt größere Ansprüche an das Können des Zimmerers und des Dachdeckers beim Bauen.

Generell gibt es zwei Optionen, wie die Gaube gestaltet werden kann: Eine Trapezgaube mit Kehlbohlen stützt den Aufbau durch zwei parallel laufende Bohlen. Die beiden Schrägen der Gaube fußen auf zwei schrägen Streben im Dachgebälk. Das fertige Dach hat außen schräge Wangen. Von innen sitzt die Verkleidung an den beiden parallelen Bohlen. Der neu entstehende schräge Dachraum unter den beiden Wangen ist also nicht zugänglich. Bei dieser Variante bringt die Trapezform keinen zusätzlichen Flächengewinn gegenüber einer Schleppgaube.

Statt mit Kehlbohlen ist eine Konstruktion über schräg verlaufende Kehlsparren möglich. Das erfordert großes Können des Zimmermanns. Dafür gewinnt das Dachgeschoss zusätzliche Fläche.

Außen gibt es keinen Unterschied bei der Dachfläche zwischen den beiden Varianten, innen macht sich die Konstruktion über Kehlsparren dagegen deutlich bemerkbar. Dies fällt den meisten Hausbesitzern aber meist erst auf, wenn das Dach isoliert und von innen verkleidet ist. Ein nachträgliches Ändern ist nur mit großem Aufwand und hohen Kosten möglich. Daher sollten sich alle Beteiligten vor dem Bauen mit diesen beiden Optionen gründlich auseinandersetzen.

Eine Trapezgaube mit Kehlbohlen hat gegenüber der Schleppgaube lediglich einen optischen Vorteil. Objektiver Nutzen durch Raumgewinn entsteht nur, wenn die Dachgaube mit Kehlsparren gebaut wird.

Kosten im Überblick

Je nach Bundesland und Gemeinde kann eine Baugenehmigung erforderlich sein. Meist genügt aber eine einfache Bauanfrage. Auskunft, welche Unterlagen das Amt benötigt und welche Kosten für die Genehmigung entstehen, gibt das zuständige Bauamt.

Die Gaube kann komplett vor Ort von einem Zimmerer gebaut werden. Das Dach ist während des Baus einige Tage offen. Da Trapezgauben eine übliche Standardform sind, bietet es sich an, eine Fertiggaube oder einen Bausatz zu erwerben. Der Anschluss an das Dach muss durch einen Fachbetrieb erfolgen, vorallem weil es beim Isolieren zu Problemen kommen kann.

Der Preis der Gaube hängt von der Breite, Höhe und der Form ab. Eine einfache Schleppgaube von 1,25 Meter Höhe und 1,50 Meter Breite kostet etwa 3.400 Euro, eine Trapezgaube in diesem Maß schlägt mit 4.000 Euro zu Buche. Soll der Aufbau zwei Meter breit sein verursacht das Mehrkosten von 1.500 Euro, eine Höhe von drei Metern verteuert das Vorhaben um etwa 3.000 Euro. Diese Angaben beziehen sich auf übliche Fertiggauben und stammen aus dem Jahr 2015.

Kosten lassen sich durch weniger oder kleinere Fenster sparen. Auch der Verzicht auf Sprossen an den Fenstern senkt die Kosten. Rollläden, aufwendige Isolierverglasungen, eine hochwertige Bedeckung oder verglaste Wangen, verteuern den Ausbau erheblich.

Der Aufwand hängt insgesamt vom Zustand des Daches ab und wie dieses isoliert ist. Eine bestehende Wärmedämmung erschwert den Einbau. Ein idealer Zeitpunkt für den Einbau der Gaube ist das Neueindecken und Isolieren des Daches.

Um es deutlich zu sagen: Fertiggauben und Bausätze vergünstigen den Bau, weil Spezialbetriebe die Teile günstiger anfertigen als der Zimmermann vor Ort. Auch kostet der Einbau weniger, da durch die vorgefertigten Teile die Arbeiten schnell von der Hand gehen. Die genannten Preise beinhalten den Einbau in ein normales stabiles Dach, bei dem keine zusätzlichen Arbeiten nötig sind.

Die Vorstellung, dass ein versierter Heimwerker den Einbau erledigen könnte, ist schlichtweg absurd. Ohne Dachdecker oder Zimmermann ist die Arbeit nicht zu schaffen.

Checkliste zu den wichtigsten Planungspunkte beim Bauen und die Kosten

  • Beim Bauamt erfragen, ob eine Gaube erlaubt ist und welche Beschränkungen es gibt.
  • Passende Trapezgaube auswählen.
  • Kosten erfragen. Wichtig: Die Breite und insbesondere die Höhe sind ausschlaggebend für den Preis.
  • Genaue Kalkulation der Baumaßnahme, auch den Einbau und das Isolieren berücksichtigen.
  • Finanzierung mit der Bank abklären.
  • Prüfen, ob es Fördermittel gibt (sind möglich, wenn das Dach insgesamt besser isoliert wird).
  • Bauanfrage oder Bauantrag stellen, falls erforderlich. 
  • Betrieb mit dem Abfertigen der Gaube beauftragen.
  • Eventuell Betrieb vor Ort mit dem Einbau betrauen.

Der Einbau einer Trapezgaube bringt viel Licht in die Dachwohnung und sorgt für mehr Wohnfläche. Die Maßnahme erhöht den Wert des Hauses beträchtlich.

Tags:
Gewerke:DachdeckerZimmerer

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