Optisch soll das Ufer ohne Trennung in den Garten übergehen, technisch ist diese nötig
Ratgeber

Ufergestaltung am Gartenteich mit Bedacht gestalten

Autor:
Redaktion

Die richtige Ufergestaltung ist für die Lebensdauer eines Gartenteichs von größter Bedeutung. Sie dient außerdem dem Schutz von Tieren.

Problematik bei der Ufergestaltung

Die Teichfolie ist nur in den ersten Jahren vor UV-Licht geschützt. Liegt sie über Jahre unbedeckt in der Sonne, wird sie brüchig. Erdreich, Steine oder Pflanzen dienen dem Schutz der Folie vor Sonnenlicht. Das Problem ist, dass diese durch Wellenschlag leicht ins Rutschen kommt und im Teich verschwindet.

Im Winter droht Gefahr durch Eis. Der Teich friert zu und taut vom Ufer her auf. Die Ränder der Eisplatte sind messerscharf. Drückt Wind das Eis auf das Teichufer, schneidet dieses in die Folie.

Eine weitere Problematik im Uferbereich sind Pflanzen oder Materialien, die Wasser aus dem Teich saugen. Wer Böschungsmatten auslegt, die im umliegenden Erdreich enden, darf sich nicht über Wasserverlust im Becken wundern. Die Matten transportieren das Wasser wie ein Docht in den Garten. Ähnliches geschieht, wenn Uferpflanzen ihre Wurzeln in den Teich halten.

Den Gartenteich richtig anlegen

Es gilt also, bei der Ufergestaltung eine klare Trennlinie zwischen Garten und Wasser zu ziehen. Gleichzeitig ist die Folie mit geeignetem Material zu bedecken. Damit ist ein technisches Entkoppeln gemeint. Optisch sollen die Zonen harmonisch ineinander übergehen.

Die Trennung der beiden Bereiche gehört zur Anlage des Teichs, alleine mit dem Gestalten des Ufers lässt sich diese nicht erreichen. Es ist wichtig, das Gelände perfekt zu modellieren. Es muss vom Ufer zur Teichmitte flach abfallen und einen speziell geformten Teichrand aufweisen.

Als Rand ist ein umlaufender Wall geeignet, hinter dem ein kleiner Graben verläuft, der wiederum mit einem weiteren Wall abschließt. Die Teichfolie reicht über beide Wälle hinaus ins Erdreich. In die Vertiefung kommt eine Kiesschüttung oder sie ist mit Platten aus Beton abzudecken. Diese Konstruktion dient als Kapillarsperre. Sie verhindert, dass Teichwasser in den Garten gelangt.

Eine Alternative ist ein senkrechtes Mäuerchen oder ein Bauwerk über senkrecht stehende Platten. Die Folie reicht über diese Begrenzung bis ins dahinterliegende Erdreich. Diese Art, ein Ufer zu gestalten, ist für einen Schwimmteich zu empfehlen. Wegen der starken Kräfte, denen Schwimmteiche ausgesetzt sind, ist es sinnvoll einen Fachmann hinzuzuziehen.

Wer bei der Anlage des Gartenteichs die Ufergestaltung miteinbezieht, hat später weniger Probleme mit Wasserverlusten.

Das Teichufer gestalten

Selbstverständlich verliert jeder Teich im Sommer durch Verdunsten Wasser. Der Wasserstand sinkt und reicht nicht bis zum befestigten Rand. Je flacher das Gelände zur Teichmitte abfällt, umso stärker ist es der Sonne ausgesetzt. Ein steiles Ufer ist durch Wühlmäuse gefährdet und keine Lösung für dieses Problem.

Der Bereich, der regelmäßig austrocknet, muss mit einem geeigneten Material bedeckt sein. Es nützt nichts, Sand oder Kies auszuschütten. Alles, was lose auf der Folie liegt, rutscht nach und nach in den Teich. 

Gut geeignet sind bewachsene Ufermatten und Steinfolie. Letztere ist ab Werk besandet und schützt die Folie vor UV-Licht. Diese speziellen Matten verhindern außerdem, dass Mäuse und andere Kleintiere in den Teich fallen und darin ertrinken. Eine glatte, leicht abschüssig verlegte Teichfolie ist von den meisten Tieren nicht zu überwinden. Sie rutschen immer wieder zurück ins Wasser, bis sie entkräftet sterben.

Wichtig: Das Abdeckmaterial muss am Teichrand enden und darf auf keinen Fall bis ins Gelände reichen. Die Oberkante des ersten Walls oder des Mäuerchens ist eine Grenze, über der nichts im Teich liegen darf. 

Bepflanzen der Flachwasserzone

Idealerweise fällt der Boden des Teichs vom Ufer aus sanft ab, mündet in einer waagerechten Stufe, um dann steiler zu Teichmitte abzufallen. Der Bereich nahe am Rand ist eine Flachwasser- oder Sumpfzone.

Auf der unter Wasser liegenden Stufe stehen Töpfe oder Körbe, um Pflanzen einzusetzen. Es ist ratsam, spezielle Behälter für Gartenteiche zu verwenden. Diese haben weder scharfen Kanten noch geben sie Giftstoffe ins Wasser ab. Bei normalen Blumentöpfen besteht in dieser Hinsicht ein Risiko.

In die Behälter muss eine spezielle Teicherde, die frei von Humus und Dünger ist. Normale Gartenerde bringt zu viele Nährstoffe in den Teich. Um ein Aufschwimmen der Gefäße zu verhindern, eignen sich große sowie runde Steine.

Für das Bepflanzen sind alle Pflanzen ideal, die mit der Vorsilbe "Sumpf-" beginnen, wie Sumpfdotterblumen oder Sumpfvergissmeinnicht. Diese Pflanzen können im Wasser und außerhalb wachsen. Sie sind also perfekt für Zonen, die nicht ständig mit Wasser bedeckt sind.

Schilf und Rohrkolben wachsen in dieser Zone ebenfalls ausgezeichnet. Diese Pflanzen verdecken den Blick auf den Teich. Hohe Pflanzen sind nur an einem kleinen Teil des Ufers reizvoll.

Pflanzen für den Uferbereich

Bei natürlichen Gewässern sind alle Ufer Feuchtgebiete. Aufgrund der Kapillarsperre ist dies bei Gartenteichen nicht der Fall. Der Boden ist neben dem Teich so trocken oder feucht wie im übrigen Garten. 

Damit der Teich natürlich wirkt, sollten am Ufer Pflanzen wachsen, die viel Feuchtigkeit brauchen. Kakteen neben dem Gartenteich wirken als Uferpflanzen deplatziert. Wasserminze, Gaukler-Blume, Mädesüß oder Blutweiderich passen optisch perfekt, da sie Sumpfzonen lieben. Weil sie sich nicht am Wasser des Teichs bedienen können, ist es wichtig die Pflanzen ausreichend zu gießen.

Ein horstiger Bambus darf neben dem Teich stehen. Ausläuferbildende Sorten und Bäume sind problematisch. Die Wurzeln sind stark und in der Lage, Teichfolie zu durchdringen.

Anlage des Ufers im Überblic

Teichzonen

geeignete Maßnahme

ungeeignete Maßnahme

Geländeform

steil abfallender Uferbereich

sanft abfallend zur Teichmitte, in waagerechter Stufe endend

Teichrand

ohne Übergang ins Gelände übergehend

Doppelwall mit Graben, senkrechter Rand mit Steinabdeckung

Belag Uferzone

lose Schüttungen

Ufermatten, Steinfolie

Übergang Uferzone zu Teichrand

Matten, die über den Rand ins Gelände reichen

Matten, die am höchsten Gipfel des Walls enden

Pflanzen Teichufer

hohe Uferpflanzen

niedrige Sumpfpflanzen

Pflanzen neben dem Teich

Bäume, Ausläufer bildender Bambus, Pflanzen für Trockenzonen

horstiger Bambus; Pflanzen, die Feuchtigkeit mögen

Wer sich bei der Ufergestaltung mit der geschilderten Problematik bewusst auseinandersetzt, vermeidet Fehler. Der Teichrand erfüllt eine wichtige Funktion. Es geht um mehr, als ein optisch ansprechendes Ufer. 

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Tags: Gartenteich
Gewerke:Garten- und Landschaftsbauer

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