Nicht immer läuft beim Umzug alles glatt. Freunde haften nicht, wenn sie aus Gefälligkeit helfen
Ratgeber

Umzugspannen: Wer haftet, wenn etwas schief geht?

Autor:
Redaktion

Oft helfen Freunde und Verwandte beim Umzug in ein neues Zuhause. Gehen dabei Dinge zu Bruch, ist ein Streit nicht selten vorprogrammiert.

Freundschaftsdienste sind üblich und auch bei einem Umzug packen meist Freunde und Familie mit an. So lassen sich Kosten für das Umzugsunternehmen sparen. Aber was ist, wenn dabei Dinge zu Bruch gehen?

Ungelernten Kräften passiert öfter mal ein Missgeschick

Gerade wenn man sich beim Umzug auf private Hilfe verlässt, passiert schnell mal ein Missgeschick und das teure Geschirr liegt auf dem Boden, zersprungen in tausend Stücke. Grundsätzlich haftet der Verursacher für den Schaden am Eigentum Fremder und zwar unabhängig davon, ob er mit ihm befreundet ist oder nicht.

Aber es gibt Ausnahmen: Wenn Freunde und Familie beim Umzug mit anpacken, ist die Haftung eingeschränkt, weil es sich um eine Hilfe aus reiner Gefälligkeit handelt In der Regel gehen die Gerichte daher davon aus, dass beide Parteien stillschweigend einen Haftungsausschluss vereinbart haben. Dies gilt zumindest für Schäden die aus leichter Fahrlässigkeit passiert sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte dies schriftlich vereinbaren.

Vor der Umzugshilfe Haftpflichtversicherung prüfen

Generell ist für die Helfer eines Umzugs eine private Haftpflichtversicherung sinnvoll. Ein Blick in den Vertrag lohnt, um zu prüfen ob die Versicherung für verursachte Schäden bei einem Umzug aufkommt, denn bei Gefälligkeitshandlungen ist dies nicht zwangsläufig der Fall.

Es gibt es einige Versicherer, die Schäden bei Gefälligkeitshandlungen mit einschließen – im Ernstfall kann das Freundschaften retten. Es ist aber zu beachten, dass es in einigen Fällen eine Schadendeckelung geben kann.

Hat der Helfer keine Haftpflichtversicherung haftet er nach der Rechtsprechung des BGH aus dem Jahre 2016 (Az.: VI ZR 467/15) nur für grob fahrlässige und vorsätzlich herbeigeführte Gefälligkeitsschäden.

Transportversicherung sichert Ladung ab

Wer sich bei seinem privaten Umzug einen Transporter mietet, für den kann das Abschließen einer Transportversicherung sinnvoll sein. Mit dieser ist das Hab und Gut während des Transportes abgesichert, denn auf dem Weg vom alten ins neue Zuhause, greift die Privathaftpflichtversicherung nicht.

Ein Umzugsunternehmen haftet in bestimmtem Umfang für alle entstandenen Schäden

Übernimmt ein Umzugsunternehmen den kompletten Umzug, sieht es anders aus mit der Schadensübernahme anders aus: Das Unternehmen haftet auch bei leichter Fahrlässigkeit, aber nur, wenn die Mitarbeiter den Schaden verschuldet haben. Dies gitl auch während des Transports.

Achtung: Wer selbst die Dinge in die Umzugskartons packt, kann keinen Schadensersatz verlangen, wenn beim Transport etwas zu Bruch geht. Die Schadensübernahme ist außerdem nach Paragraf § 451e des Handelsgesetzbuches bis maximal 620 Euro pro Kubikmeter genutztem Laderaum begrenzt.

Ausgeschlossen von der Haftung sind Pflanzen, Tiere sowie Funktionsstörungen an technischen Geräten. Für Schäden im Treppenhaus oder Kratzer im Fußboden kommt in der Regel die Betriebshaftpflichtversicherung des Unternehmens auf.

Unabwendbare Ereignisse befreien von der Haftung

Tritt ein sogenanntes unabwendbares Ereignis auf, wie beispielsweise Blitzeis, gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Umzugsunternehmens, das meistens einen Haftungsausschluss in solchen Fällen beinhaltet. Auch bei einer Beschädigung von besonderen Wertsachen wie Schmuck oder Antiquitäten kann vertraglich eine Haftung ausgeschlossen sein. Dann gibt es keinen finanziellen Ausgleich für den Kunden, wenn etwas kaputt geht.

Schäden müssen sofort gemeldet werden

Außerdem ist es wichtig, äußerlich erkennbare Schäden am Umzugsgut spätestens am nächsten Tag zu melden. Ist der Schaden nicht äußerlich erkennbar, bestehen 14 Tage Zeit, dies anzuzeigen. Sonst gibt es keinen Anspruch auf Schadensersatz. Das gilt allerdings nur, wenn das Unternehmen den Kunden im Vorhinein auf diese Fristen hingewiesen hat, heißt, diese Fristen müssen im Umzugsvertrag stehen.

Wer bei seinem Umzug maximal abgesichert sein möchte, wendet sich am besten an ein kompetentes Umzugsunternehmen. Der sorgsame Umgang mit Hab und Gut ist garantiert und falls etwas zu Bruch gehen sollte, ist dies abgesichert.

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