Grillen ist eine Sommeraktivität die meist in angemessenem Maße auf dem Balkon stattfinden darf
Ratgeber

Urlaub auf Balkonien: Was darf man und was nicht?

Autor:
Redaktion

Sommer, Sonne und Balkon – wer ihn ordnungsgemäß nutzt und auch die Mitmieter des Hauses berücksichtigt, kann die Sommerabende im Freien genießen.

Bei schönem Wetter den Feierabend auf dem Balkon genießen, wer wünscht sich das nicht? Ob mit Freunden, alleine oder dem Grillen mit der Familie, der Mieter darf seinen Balkon grundsätzlich nach seinen Wünschen nutzen, dabei sind jedoch die Rechte der Mitmieter und des Vermieters zu beachten.

Der Balkon ist Teil der Mietsache

Grundsätzlich gilt der Balkon als Teil des Mietobjektes oder der Eigentumswohnung. Da es sich aber auch um einen offenen Raum handelt, ist er auch ein Teil des gemeinschaftlichen und öffentlichen Raumes. Deshalb haben Nachbarn und Vermieter bei der Gestaltung des Balkons ein gewisses Mitspracherecht.

Es gilt die Faustregel, dass der Balkon so dekoriert und genutzt werden darf, dass er das Erscheinungsbild des Hauses nicht erheblich beeinträchtigt. Wer große Fahnen aufhängen möchte, muss darauf achten, dass diese nicht die Sicht der darunterliegenden Wohnung verdecken. Es erklärt sich außerdem von selbst, dass Windspiele und andere Dinge, die Geräusche machen und damit die Nachbarn stören, nicht gerne gesehen werden.

Ebenfalls ist das komplette Verhüllen des Balkons nicht erlaubt, ein Sichtschutz darf nur bis zu Geländerhöhe angebracht sein. Wenn das Erscheinungsbild des Hauses einheitlich ist, darf der Vermieter die Farbe und den Stil des Sichtschutzes bestimmen.

Auch eine Markise ist nicht grundsätzlich erlaubt. Der Vermieter muss um Erlaubnis gefragt werden, wenn eine Verschraubung notwendig ist. Dennoch darf eine Markise nicht willkürlich untersagt werden (AG München, Urteil v. 07.06.2014, Az.: 411 C 4836/13).

Wie darf der Balkon bepflanzt werden?

Auch für das Bepflanzen des Balkons gibt es eine klare Regelung. Die Blumenwahl ist natürlich grundsätzlich frei. Blumentöpfe und Kästen müssen aber sicher angebracht sein und einem Wind standhalten können. Pflanzen, die über den Balkon hinausragen, sind nicht erlaubt, ebenso wie rankender Efeu an der Fassade ohne Absprache. Der Vermieter darf abmahnen, wenn diese Voraussetzungen nicht eingehalten werden.

Die Außenseite des Balkons gehört zur Außenfassade und ist daher kein Teil der Mietsache. Ob aber Blumenkästen nun außen oder innen angebracht werden dürfen, ist nicht klar geregelt. Eine Absprache mit dem Vermieter ist hier notwendig.

Es ist außerdem darauf zu achten, dass kein Gießwasser auf den darunterliegenden Balkon tropft. Das Landgericht München hat in einem Fall entschieden, dass Nachbarn es nicht hinnehmen müssen, wenn Gießwasser vom oberen Balkon auf die Kaffeetafel tropft.

Rauchen und Grillen auf dem Balkon erlaubt oder nicht?

Auch das Rauchen auf dem Balkon ist nicht immer erlaubt. Wenn andere Mieter nachweisen, dass ihre Gesundheit dadurch beeinträchtigt wird, ist es nach Entscheidung des BGH verboten oder nur eingeschränkt erlaubt.

Auch ob man auf dem Balkon grillen darf und wann oder nicht, ist nicht eindeutig geregelt. Hierfür gibt es keine allgemeingültige Regelung, es kommt immer auf den Einzelfall an. Grundsätzlich ist das Grillen auf dem Balkon erlaubt, wenn nichts anderes im Mietvertrag steht. Grillen ist eine übliche Sommeraktivität und darf deshalb in angemessenem Maße auf dem Balkon stattfinden.

Bei einem Haus mit mehreren Bewohnern empfiehlt sich ein Elektrogrill, um Ärger mit anderen Bewohnern aus dem Weg zu gehen.

Der Balkon als Trocknungsort für Wäsche

Mieter dürfen ihre Wäsche auf dem Balkon trocknen, Voraussetzung ist, dass der Wäscheständer nicht über die Brüstung des Balkons hinausragt. Lediglich das Trocknen großer Wäschestücke darf verboten werden. Das gelegentliche Auslüften von Sportkleidung und Trocknen von Kinderwäsche kann nicht verboten werden.

Satellitenschüssel, Lichterketten und Katzennetze auf dem Balkon

Eine Satellitenschüssel auf dem Balkon darf nicht grundsätzlich verboten werden. Gerichte entscheiden sehr häufig im Sinne des Mieters und vor allem wenn kein anderer Platz für die Schüssel vorhanden ist.

Lichterketten sind grundsätzlich erlaubt. In der Weihnachtszeit sogar dann, wenn es laut Mietvertrag verboten ist. Nur die bauliche Substanz darf nicht beeinträchtigt werden.

Katzennetze sind nicht grundsätzlich erlaubt. Wenn Netze keine baulichen Veränderungen erfordern, dann besteht ein Anspruch auf Zustimmung des Vermieters. Wenn es die Fassade des Hauses nicht verändert oder die Balkonseite zum Hinterhof liegt (Entscheidung Amtsgericht Schorndorf 2011).

Wer auf dem Balkon feiern möchte darf das bis 22 Uhr tun. Dem Sommer auf dem Balkon steht also nichts mehr im Weg, wenn man einige Dinge berücksichtigt.

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