Bei Rechnungen die Verjährungspflichten einhalten, sonst verschenken Sie Geld!
Ratgeber

Verjährung offener Rechnungen – Beachtenswertes

Autor:
Redaktion

Offene Forderungen sollten Handwerker beim Kunden rechtzeitig durchsetzen. Ist eine Rechnung einmal verjährt, wird es schwer, das Geld zu bekommen.

Handwerker sollten einmal im Jahr und spätestens zum Jahresende offene Forderungen ihrer Rechnungen prüfen. Es gibt eine Verjährungsfrist, die im Regelfall drei Jahre beträgt. Wie holt man offene Forderungen ein und was tun, wenn die Verjährungsfrist verstrichen ist?

Verjährungsfrist – was bedeutet das genau?

Nach Ablauf einer Verjährungsfrist kann ein bestehender Anspruch nicht mehr durchgesetzt werden. Der Schuldner kann nach Eintritt der Verjährung die Zahlung einer Rechnung verweigern. Um zu erfahren, wann ein Anspruch verjährt ist, gilt es zu wissen, wann welche Verjährungsfrist Anwendung findet.

In der Regel beträgt die Verjährungsfrist drei Jahre. Forderungen aus Werkverträgen, wie sie Handwerker mit ihren Kunden abschließen, verjähren grundsätzlich in dieser Frist. Wesentlich für den Forderungseinzug ist der Verjährungsbeginn, der am Ende eines Kalenderjahres beginnt, also am 31. Dezember um 24 Uhr.

Ausnahme: Mängelansprüche (Gewährleistung) aus Kauf- und Werkverträgen (Paragraf § 641 BGB). In diesem Fall beginnt die Verjährung mit dem Datum der Übergabe der Kaufsache oder der Abnahme der Werkleistung und nicht grundsätzlich mit der Rechnungsstellung, also beispielsweise, wenn ein Haus fertiggestellt ist. Für solche Ansprüche spielt das Jahresende keine Rolle.

Wichtig ist, dass eine Abnahme vom Besteller erfolgt. Der Auftraggeber ist dazu verpflichtet, sofern es keine gravierenden Mängel gibt. Wenn das Werk vertragsgerecht fertiggestellt worden ist, aber der Auftraggeber die Abnahme verweigert, so setzt die Verjährung nach einer angemessenen Fristsetzung (Abnahmefrist) ein.

Hemmung einer Verjährung und Neubeginn der Frist

Die Verjährung einer Forderung tritt nicht ein, wenn sie gehemmt ist oder neu beginnt. Eine Hemmung der Verjährung geschieht durch Rechtsverfolgung, wenn der Gläubiger gegen den Schuldner Klage erhebt und seine Ansprüche geltend macht. Auch ein Mahnverfahren hemmt die Verjährungsfrist (Paragraf § 203 BGB).

Die Verjährung stoppt so lange, bis eine Seite aussteigt und auf die Forderung besteht oder diese ablehnt. Die Verjährung läuft dann weiter und tritt frühestens drei Monate nach dem Ende dieses Stopps ein.

Die Verjährungsfrist beginnt neu zu laufen, wenn der Schuldner dem Gläubiger gegenüber dem Anspruch eine Abschlagszahlung, Zinszahlung oder Sicherheitsleistung anerkennt. Es lohnt sich für den Gläubiger unter diesem verjährungsrechtlichen Aspekt mit dem Schuldner eine Vereinbarung zu treffen, die eine Ratenzahlung oder Abschlagszahlung vorsieht.

Was tun, wenn die Verjährungsfrist verstrichen ist?

Ist die Verjährungsfrist bereits verstrichen, kann es dennoch sinnvoll sein, den Auftraggeber darauf hinzuweisen, dass dieser Leistungen erhalten hat und mit diesen zufrieden war. Oft reicht das, dass er sich nicht auf die Verjährung beruft und die Rechnung bezahlt.

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