Ratgeber

Vor Auftragsausführung: Werkvertrag legt Preise fest

Autor:
Redaktion

Werkverträge legen Umfang und Preis eines Auftrags fest. Handwerker sollten sich mit dem Auftraggeber über Leistungsumfang und Preismodell absprechen.

Ein Werkvertrag mit dem Auftraggeber vermeidet unnötigen Aufwand und mögliche Streitigkeiten. Bei Vertragsabschluss wird gleich ein Preismodell vereinbart, dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Jede Variante hat rechtliche Besonderheiten, die es zu beachten gilt.

Handwerker und Auftraggeber müssen sich über Umfang der Leistungen einig sein

Bei einem Werkvertrag ist die Absprache und vertragliche Festlegung einzelner Leistungsdetails nicht erforderlich, aber der Leistungsgegenstand sollte genau definiert sein und zwar von der Lieferung bis zu den einzelnen Schritten der Montage.

Eine Vereinbarung über die Vergütung ist für den Abschluss eines Werkvertrags grundsätzlich nicht notwendig. Wenn nichts vereinbart wurde, regelt der Paragraf §632 Abs. 1 und Abs. 2 BGB die stillschweigende Vereinbarung. Dennoch lohnt es sich, die Preise und Preismodelle mit dem Auftraggeber zu besprechen und sich auf eine Variante der Abrechnung zu einigen.

Verschiedene Preismodelle regeln die Vergütung

Um Streit zu vermeiden, sollten Handwerker darauf achten eine klare und eindeutige Vergütungsregelung zu treffen. Folgende Grundmodelle sind geläufig, müssen aber dennoch konkret vereinbart werden:

Einheitspreisvertrag: Auflistung aller Positionen, die zur Vertragsdurchführung notwendig sind. Jede Position hat einen festgelegten Preis der nach Maß, Zahl oder Stück als Einheit definiert ist. Eine Angabe über die Menge der Einheiten der jeweiligen Positionen ist notwendig. Jeder Einheitspreis wird mit der Anzahl der Einheiten multipliziert und als Gesamtpreis für die jeweilige Position addiert. Nach Durchführung der Leistung ist ein Aufmaß vorzunehmen. Auf Basis der erbrachten Mengen bestimmt sich dann die endgültige Vergütung.

Achtung: Oft kommt es zu Streit über das Aufmaß, weshalb die Parteien das Aufmaß am besten gemeinschaftlich vornehmen.

Pauschalpreisvertrag: Bei dieser Vertragsart wird ein Festpreis für die vereinbarte Leistung festgelegt. Das Risiko, dass mehr Zeit oder Material für die Leistungserbringung notwendig ist als vereinbart wurde, trägt dabei grundsätzlich der Handwerker.

Stundenlohnvertrag: Diese Variante birgt das geringste wirtschaftliche Risiko für den Handwerker. Es wird ein Stundensatz sowie die Preise des zu liefernden Materials festgelegt. Ein Stundenzettel mit genauem Zeitraum der einzelnen Arbeitsschritte und Arbeiten muss vorhanden sein, der am besten täglich vom Auftraggeber abgezeichnet wird. So entsteht später kein Streit über die Abrechnung.

Eine klare Vereinbarung zwischen Handwerker und Auftraggeber ist wichtig

Auch Mischformen und Kombinationen der Verträge sind möglich. Wichtig ist, dass immer eine klare Vereinbarung zwischen den Parteien getroffen wird.

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