Nicht nur in Altbauten fühlen sich Feuchtigkeit und Schimmel wohl. Auch neue Gebäude sind sehr häufig betroffen.
Ratgeber

Vorbeugende Maßnahmen gegen Feuchtigkeit und Schimmel auch in Neubauten unverzichtbar

Autor:
Redaktion

Probleme mit feuchten Wänden und Schimmelbefall gehören nicht nur in vielen Altbauten zum Alltag. Auch in Neubauten fühlen sich Schimmel & Co. oft sichtlich wohl. Zur Vermeidung von (Gesundheits)Schäden sind gerade hier die Bewohner gefordert.

Wie eine Studie der Humboldt-Universität zu Berlin zeigt, hatten bereits 41 Prozent der Bevölkerung mit Wohnraumschimmel zu kämpfen. Schäden durch Feuchtigkeit und Schimmel sind aber nicht nur auf Alt- und Bestandsbauten beschränkt. Im Gegenteil: Gerade in Neubauten können sehr schnell gravierende Probleme auftreten. Schätzungen des Verbandes Privater Bauherren (VPB) zufolge ist sogar jeder zweite Bau von Schimmel & Co. betroffen. Da die frisch bezogenen Gebäude oft noch nicht richtig ausgetrocknet sind, kommt dem regelmäßigen Heizen und Lüften zur Vermeidung von Schimmelbefall eine besondere Bedeutung zu.

Gesundheitsrisiken und Sanierungskosten vermeiden

Schimmelsporen in der Luft sind nicht nur ein Risiko für die Gesundheit. Auch die Instandsetzung befallener Flächen kann sehr kostspielig werden. Zur Feuchtigkeit, die sich zum Beispiel beim Kochen und Duschen bildet, kommt in Neubauten oft die sogenannte Restbaufeuchte hinzu. So benötigen frische Baustoffe teils mehrere Jahre, um vollständig auszutrocknen. Wird die baubedingte Feuchtigkeit in diesem Zeitraum nicht systematisch aus den eigenen vier Wänden geheizt und gelüftet, ist der Schimmelbefall vorprogrammiert.

Hinzu kommt, dass in modernen Häusern, bedingt durch eine verstärkte Wärmedämmung und sorgsame Abdichtung, ein unbeabsichtigter Luftaustausch kaum noch stattfindet. So wie die Außenhaut der Gebäude die Kälte effektiv aussperrt, wird aber andererseits die Feuchtigkeit im Haus gehalten. Immer mehr Neubauten verfügen zwar über eine Lüftungsanlage für den kontinuierlichen Luftaustausch. Gerade am Anfang reicht die mechanische (Zwangs)Belüftung aber oft nicht aus, um überschüssige Feuchtigkeit abzutransportieren, sodass hier zusätzlich die Bewohner gefordert sind.

 Neben dem konsequenten Trockenheizen der Räume kommt es also vor allem auf die regelmäßige Lüftung an, um feuchten Wänden und Schimmel den Nährboden zu entziehen. Von dauerhaftem Kipplüften ist in diesem Zusammenhang allerdings abzuraten. Im Prinzip wird hierbei nur Wärme zum Fenster hinausgeheizt, während der Luftaustausch gen null tendiert. Nicht nur die Feuchtigkeit bleibt so im Bau, auch Böden und Innenwände kühlen stark ab und bilden die Grundlage für Schimmelbefall. Wesentlich sparsamer und effektiver ist dagegen das mehrmalige Stoßlüften in allen Räumen, um einen Austausch zwischen feuchter Innen- und trockener Außenluft vorzunehmen.

Dort wo zusätzliche Feuchtigkeit entsteht, wie zum Beispiel beim Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen, muss sofort gelüftet werden. Tipp: Um einen Abtransport der Feuchtigkeit zu ermöglichen, sollte die Lüftung per Hand nur erfolgen, wenn Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Außenbereich geringer als im Gebäude sind.

Schimmelfalle Ankleidezimmer?

Ein potenzielles Risiko bildet auch der zunehmende Trend zum Ankleidezimmer. Gerade wenn kein eigenes Fenster vorhanden ist und Schränke oder Bekleidung vor Außenwänden platziert werden, können Folgeschäden drohen, da den Wänden die Möglichkeit zum Austrocknen erschwert wird.

Neben dem regelmäßigen Heizen und Lüften kann die Nutzung von Bautrocknern und Luftentfeuchtern das gewünschte Austrocknen des Gebäudes und die Regulierung der Raumfeuchte sinnvoll unterstützen. Experten raten an dieser Stelle allerdings zu einem maßvollen Einsatz der Geräte, um die Raumluft nicht zu stark auszutrocknen. Generell zu empfehlen ist der Einsatz von Hygrometern zur regelmäßigen Messung der Luftfeuchtigkeit. Mit Blick auf den Schutz vor Schimmelbildung und das persönliche Wohlbefinden sollte die relative Luftfeuchtigkeit in einem Bereich von 50 bis 60 Prozent gehalten werden. Da das Risiko von Erkältungs- und Atemwegserkrankungen bei einer zu geringen Luftfeuchtigkeit steigt, gilt es, trockene Raumluft gerade im Winter genauso zu vermeiden wie eine zu hohe Luftfeuchte.

Bei Feuchtigkeits- und Schimmelschäden einen Fachmann rufen 

Sind bereits Feuchtigkeitsschäden festgestellt worden, sollte in jedem Fall ein Fachmann gerufen werden, der das Ausmaß der Schäden prüft und entsprechende Schritte zur Trocknung der betreffenden Stellen einleitet. Bei Schäden durch Schimmel ist ebenfalls die Prüfung und Beseitigung durch einen Experten anzuraten. Zwar gibt es Hausmittel, die bei oberflächlicher Schimmelbildung gute Dienste tun. Bei größerem Befall ist aber eine umfassende, handwerkliche Sanierung der betroffenen Flächen notwendig. Einfach nur weiß überstreichen löst das Problem dagegen nicht!

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Gewerke:BautentrocknungsgewerbeInstallateur und Heizungsbauer

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