Adressverzeichnisschwindler sind ein großes Ärgernis. Hat die Falle zugeschnappt, ist schnelles Handeln geboten.
Ratgeber

Vorsicht vor Adressbuchfallen

Autor:
Matthias Niebuhr

Viele Unternehmen – ob groß oder klein – fallen leider auf sie herein: Die Adressverzeichnisschwindler.

 

 

Die Registermasche  

Ihre Schreiben sehen offiziell aus und tragen amtlich klingende Absender wie etwa „Deutsches Gewerbeverzeichnis“ oder „Deutsche Gewerbe Register“. Sie werden darin gebeten, ihre Unternehmensangaben „für die Eintragung“ zu prüfen und durch Ihre Unterschrift freizugeben oder „die Eintragungsgebühren zu bezahlen“. Dieser Aufforderung kommen leider viele Unternehmer nach, ohne sich das vermeintliche Schreiben des staatlichen Handelsregisters oder des Gewerbeamts durchzulesen. Denn im Kleingedruckten steht, dass Sie einen Vertrag mit einem Adressverzeichnisanbieter für viele hundert Euro abschließen.

Besonders hinterhältig ist dabei, dass diese Betrüger bewusst Ihre Anmeldungen in öffentlichen Registern (Handelsregister, Markenregister) ausnutzen, bei denen Sie ja mit solchen amtlichen Schreiben und Gebührenbescheiden rechnen. Häufig sind die Schreiben auch täuschend ähnlich wie Gebührenbescheide gestaltet, so dass Sie beim unaufmerksamen Lesen gar nicht merken, dass es sich um eine Falle handelt.

Der aufgeschwatzte Eintrag

Eine weitere unseriöse Geschäftspraktik ist es, Sie als Unternehmer unaufgefordert anzurufen. Ihr Anrufer tut dabei so, als wäre er von einem renommierten Unternehmen oder behauptet, dass Sie bestimmte gesetzliche Pflichtangaben bestätigen müssten. Durch geschickte Gesprächs- und Verkaufstechnik bearbeitet Sie der Anrufer so lange bis sie einer Tonaufnahmen zustimmen, bei der sie nur noch „ja“ sagen sollen. Wenige Tage später erreicht Sie dann eine Rechnung über einen drei- oder vierstelligen Eurobetrag mit der Behauptung, sie hätten einen mehrjährigen Eintrag in einem Verzeichnisdienst gebucht. Die Tonbandaufnahme wird Ihnen dabei als Nachweis des Vertragsschlusses vorgelegt.

Was tun, wenn die Adressverzeichnisfalle zugeschlagen hat?

Das Allerwichtigste ist es, sofort zu reagieren, wenn Sie die Rechnung eines solchen Anbieters erhalten. Schreiben Sie dem Anbieter und fechten Sie den Vertragsschluss wegen arglistiger Täuschung und Irrtums an. Wichtig ist dabei die Wortwahl, denn Ihnen steht ja als Unternehmer kein Widerrufsrecht zu, wie es jeder Verbraucher bei telefonisch oder postalisch geschlossenen Verträgen hat. Stellen Sie sich darauf ein, dass der Anbieter seinen vermeintlichen Anspruch vehement verfolgen wird, etwa durch Inkassobüros und Anwälte. Suchen Sie dann ggf. anwaltliche Hilfe oder sprechen Sie mit Ihrer zuständigen Kammer, denn diese Geschäftspraktiken sind dort bekannt. Die Handwerks- & Industrie- und Handelskammern geben derartige Fälle auch an den Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e.V. (DSW) weiter, dessen Aufgabe als Verband es ist, solche missbräuchlichen Geschäftspraktiken zu unterbinden.

Tags:
Gewerke:

 

Ratgeber Rechtstipps

Für Handwerker: Praktische Rechtstipps per E-Mail erhalten!

Anmelden & kostenlosen Ratgeber vom MyHammer Rechtsexperten sichern. *

* Alle personenbezogenen Daten werden vertraulich behandelt. Abmeldung jederzeit möglich.


Handwerker aufgepasst!
  1. Einfach online anmelden
  2. Angebote abgeben
  3. Wunschaufträge sichern
Jetzt lukrative Aufträge suchen:

Haben Sie Fragen?

(030) 555 732 030

Mo.–Fr. 8–19 Uhr
anfrage@myhammer.de

Wir verwenden Cookies, um unsere MyHammer Dienste anzubieten, zu schützen und zu verbessern. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit unseren Cookie-Richtlinien einverstanden. Weitere Informationen

Ok