Ratgeber

Vorstellungsgespräch: Vorbereiten auf den Bewerber

Autor:
Beate Borst

Die Bewerbungsphase für Ausbildungsplätze ist in vollem Gange. Wie man sich gut auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet, um den richtigen Bewerber zu finden erklärt MyHammer Head of HR Beate Borst.

 

Nicht nur die Bewerber sollten sich gründlich auf ihr Vorstellungsgespräch vorbereiten, wenn sie einen Ausbildungsplatz bekommen möchten, der ihnen zusagt. Auch der Meisterbetrieb sollte nicht unvorbereitet in ein Bewerbungsgespräch gehen, wenn er einen Azubi finden möchten, der gut zum Betrieb und zu den Mitarbeitern passt.

Beide Seiten tragen die Verantwortung für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch, der Azubi wählt den passenden Betrieb, der Betrieb den passenden Azubi.

Ein positiver Eindruck vom Betrieb ist wichtig

Auch der Meister kann sich nicht entspannt zurücklehnen und darauf hoffen, dass sich der beste Bewerber von sich aus meldet. Denn Azubis haben dank des Fachkräftemangels aktuell eine große Auswahl, wenn es um eine Ausbildungsstelle geht.

Der Meister sollte sich beim Vorstellungsgespräch also nicht wie ein echter Gutsherr benehmen, denn unter Umständen vergrault er sich mit diesem Gehabe ein echtes Talent. Im schlimmsten Fall dokumentiert dieser Bewerber das Verhalten hinterher auf Social Media, das ist für das Image des Betriebs nicht gerade vorteilhaft.

Wie präsentiert man seinen Betrieb sympathisch und ansprechend, sodass sich gute Bewerber melden und wie schafft man es den Bewerber zu halten, ohne dass er mitten in der Lehre abbricht?

Auswahl gewissenhaft treffen, um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden

Immer mehr Azubis brechen ihre Ausbildung ab. Der Berufsbildungsbericht von 2018 zeigt, dass mehr als jeder vierte Auszubildende seine Lehre vorzeitig abbricht. Wird ein Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst, bedeutet das für den Betrieb immer einen Verlust von Ressourcen, sowohl personell als auch finanziell.

Oft bemerkt der Auszubildende erst während der Ausbildung, dass sie nicht das richtige für ihn ist oder er ist mit dem Ausbildungsinhalt überfordert. Am häufigsten sind jedoch betriebliche Gründe wie Probleme in der Kommunikation (fehlende Rückmeldung, mangelnde Wertschätzung, Über- oder Unterforderung oder eine schlechte Integration ins Team).

Um einen Abbruch zu vermeiden sollte der Betrieb wissen, worauf beim Bewerbungsgespräch zu achten ist, um einen motivierten Bewerber zu finden, der ins Team passt. Die Wertschätzung des Azubis ist wichtig für dessen Motivation, die schon beim Vorstellungsgespräch beginnt. Auch ein positives Feedback ist nie fehl am Platz.

Ein kleiner Leitfaden kann helfen, sich als Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch richtig zu verhalten.

Wie bereite ich mich am besten auf das Bewerbungsgespräch vor

Eine gute Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch ist sowohl für den Meister als auch für den Bewerber wichtig. Wer keine Routine darin hat, ein Vorstellungsgespräch zu führen, wird sicherlich nervös sein, wenn der erste Bewerber kommt. Eine angenehme Atmosphäre hilft beiden Seiten, lockerer zu sein.

Der Raum, in dem das Vorstellungsgespräch stattfindet, sollte frisch gelüftet und das Telefon auf lautlos gestellt sein. Auch Getränke sollten bereitstehen. Die Sitzordnung muss klar geregelt sein, wenn es mehrere Entscheider gibt, die am Vorstellungsgespräch teilnehmen. Wer ist der Gesprächsführer? Unstimmigkeiten innerhalb des Betriebes machen keinen guten Eindruck auf den Bewerber.

Grundsätzlich sind vor dem Gespräch die Bewerbungsunterlagen noch einmal aufmerksam durchzugehen und der Lebenslauf gründlich zu analysieren. Oft lassen sich die wichtigsten Fragen daraus ableiten. Das ist wichtig, denn es macht keinen guten Eindruck auf den Bewerber, wenn der Arbeitgeber unvorbereitet wirkt. Wahre Talente, die wissen, dass sie gut sind und mehrere Zusagen bekommen, könnten sich aus diesen Gründen gegen den Betrieb entscheiden.

Wichtige Überlegungen zur Durchführung des Bewerbungsgespräches

Wie treffe ich die richtige Auswahl der Kandidaten? Der Azubi sollte sowohl die fachlichen Anforderungen erfüllen als auch mit seiner Persönlichkeit zum Betrieb passen. Vielleicht gibt es ja ein aussagekräftiges Praktikumszeugnis?

Im Vorhinein sollte außerdem klar sein, wer alles beim Vorstellungsgespräch dabei sein wird. Das ist nicht nur aus fachlicher Sicht relevant, denn die Auswahl der teilnehmenden Mitarbeiter kann Bewerbern signalisieren wie wichtig die ausgeschriebene Position ist. Qualifizierte Mitarbeiter geben ein gutes Bild über das Unternehmen beim Bewerber ab. Fragen zur fachlichen Qualifikation sollten ebenso vorbereitet sein, wie die Fragen zur Persönlichkeit.

 

Sind alle Vorbereitungen getroffen, kann das Gespräch stattfinden. Wie dieses erfolgreich geführt wird erklärt Beate Borst in Teil 2 unserer Reihe.

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