Ratgeber

Was ändert sich 2022 für Mieter und Hausbesitzer?

Autor:
Redaktion

Hier die bereits gefassten Beschlüsse der alten Regierung, dort der Koalitions-Vertrag der Ampel: Auf Mieter, Vermieter und Hausverwaltungen kommt im neuen Jahr Einiges an Änderungen zu.

Heizkostennovelle mit Monatsabrechnung

2022 tritt eine neue Heizkostenverordnung in Kraft. Bis Ende 2026 müssen alle Vermieter fernablesbare Messgeräte installiert haben. Ausnahmen gelten nur in Einzelfällen und müssen begründet werden, zum Beispiel bei unangemessen hohem Installationsaufwand. Bleibt das Umrüsten aus, kann der Mieter den Kostenanteil, der auf ihn entfällt, um drei Prozent kürzen. Die gleichen dreiprozentigen Kürzungen kann er vornehmen, wenn der Vermieter seinen neuen Informationspflichten nicht nachkommt: Ab Anfang 2022 müssen Mietern monatliche Verbrauchs- und Abrechnungs-Informationen über ihren Eigenverbrauch an Heizung und Warmwasser ausgestellt werden. Diese können die Vermieter per Post, App oder E-Mail übermitteln.

Mietspiegel-Pflicht

In allen Städten mit über 50.000 Einwohnern wird ein Mietspiegel zur Pflicht. Die Städte können wählen, ob sie einen einfachen oder qualifizierten Mietspiegel erstellen. Ein qualifizierter Mietspiegel muss bis Anfang 2024 erstmals veröffentlicht und alle zwei Jahre überarbeitet werden, zum Beispiel auf Basis repräsentativer Stichproben. Wählt die Stadt einen einfachen Mietspiegel, muss sie ihn bis Anfang 2023 erstmals veröffentlichen. Für die Erstellung des einfachen Mietspiegels ist kein Verfahren vorgeschrieben, sie muss aber nachvollziehbar sein und dokumentiert werden.

Schornsteine

Werden neue Schornsteine gebaut, muss ihre Öffnung am Dachfirst als höchster Punkt des Hauses angebracht werden und diesen um mindestens 40 Zentimeter überragen. Dies gilt nicht für bestehende Anlagen.

Solarpflicht

Bundesweit einheitliche Regelungen gibt es nicht, aber einige Länder ändern ihre Vorschriften. So sind in Baden-Württemberg ab Mai 2022 alle neu gebauten Wohnhäuser mit einer Solaranlage auszustatten. Nordrhein-Westfalen schreibt ab Anfang 2022 vor, dass alle neuen gewerblichen Parkflächen mit mehr als 35 Stellplätzen eine Solaranlage erhalten. Im Koalitionsvertrag der neuen Regierung steht zudem, dass eine Photovoltaik-Pflicht für alle gewerblichen Neubauten eingeführt werden soll. Für Privathäuser-Neubauten wird dies als Regel geplant.

Zensus

Am 15. Mai 2022 findet eine Volkszählung (Zensus) statt, in deren Rahmen auch eine Gebäude- und Wohnungszählung durchgeführt wird. Die Statistischen Bundes- und Landesämter wollen wissen, wie viele Menschen in Deutschland leben und wo sie wohnen und arbeiten. Daher sollen die Wohnverhältnisse erfasst werden – unter anderem anhand von Angaben wie Wohnfläche oder Zahl der Räume.
Das heißt: Vermieter oder Hausverwaltungen müssen bestimmte Daten ihrer Mieter weitergeben. Dazu zählen die Zahl der Bewohner der Wohnungen sowie die Vor- und Nachnamen von jeweils bis zu zwei Personen. Über die Weitergabe ihrer Daten müssen die Mieter vorab informiert werden, sofern dies nicht schon geschehen ist. Die Information kann beispielsweise mit der nächsten Nebenkostenabrechnung erfolgen.
Achtung: Mieter haben unter bestimmten Voraussetzungen ein Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Verarbeitung sowie Widerspruch gegen die Verarbeitung ihrer Daten. Für die Ämter gilt: Sie müssen die Löschungs-Fristen einhalten.

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