Dank Begleitheizband fließt das Wasser draußen auch bei Schnee
Ratgeber

Wasserrohre frostfrei durch den Winter bringen

Autor:
Redaktion

Volumenkompensator, Dämmung und Co. helfen Leitungen und Armaturen Eiseskälte unbeschadet zu überstehen.

Mit dem ersten Frost verhält es sich ein bisschen wie mit Weihnachten. Plötzlich steht der Kälteeinbruch vor der Tür und obwohl es jedes Jahr aufs Neue mindestens einmal klirrend kalt wird, kommt der Temperatursturz doch für viele unerwartet. Beruhigt zurücklehnen kann sich, wer rechtzeitig den Hahn abdreht, Rohre isoliert oder sie gleich frostsicher verlegt.

Versicherungen zeigen die rote Karte

Frieren Leitungen und Wasserhähne, platzen Metall und Kunststoff, entstehen undichte Stellen. Und im schlimmsten Fall dringt danach Feuchtigkeit ins Mauerwerk. Mit Glück ersetzt die Hausratversicherung den Schaden. Wird aber keine dauerhafte Abhilfe geschaffen, platzen Rohre und Armaturen erneut, steht die Kündigung der Police ins Haus. Und ein neuer Versicherer fordert erfahrungsgemäß eine höhere Prämie. Um das zu vermeiden, gibt es diverse Möglichkeiten. Die einfachste und günstigste ist, das Wasser abzustellen.

Heißt es auch im Winter Wasser marsch?

Zunächst gilt es die Frage zu beantworten, ob Leitungen in kalten Monaten Wasser führen müssen oder auch das Stilllegen in Betracht kommt. Besteht keine Notwendigkeit, zwischen November und April zu gießen, tränken oder putzen, kann das Sperrventil innen geschlossen, dadurch der Zufluss gestoppt und anschließend der Außenwasserhahn geöffnet werden. Nach dem Entleeren sollte das Ventil geöffnet bleiben, damit sich eventuelle Reste bei Frost noch ausbreiten können ohne die Armatur zu sprengen. Wer auf Nummer sicher gehen will, bläst alle Systemteile mit Druckluft durch. So kann in Griffen, Hebeln und Ventilen nichts mehr einfrieren. Wird aber Wasser benötigt, ist häufiges Ab- und Anstellen keine Option. Simple und günstige Hilfe bietet eine Isolierung.

Bodenständige Hilfe für den Zähler

Für Außenleitungen hält der Handel verschiedene Dämmmaterialien bereit. Die einfachste Form besteht aus Polyethylen und Neoprenschaumstoff. Die geformte Hülle ist in unterschiedlichen Größen erhältlich und einfach aufzusetzen, weil sie längs geschlitzt ist. Zwischenräume, durch die Rohre in Wände führen, schließt Silikonkitt oder Polyurethanschaum. In die Öffnung gesprüht, breitet sich der Schaum aus und versiegelt alle Lücken luftdicht. Für Zähler, die in einem Kasten aus Betonplatten im Erdboden angebracht sind, gibt es Schutz aus Schaumstoff. Dieser isoliert gut, besser als beispielsweise Glasfaser oder -wolle. Ein weiterer Vorteil: Er lässt sich leicht zuschneiden und so passgenau einsetzen. Neopren- oder Acrylklebeband schließen kleinere Löcher.

Frostwächter bieten keine Garantie

In der Gartenlaube steht eine eingeschaltete Heizung und die Wände sind nass? Manch einer hat sich schon gewundert, wieso trotz warmem Heizkörper Rohre geplatzt sind. Möglicherweise liegt das an der Beschreibung der Wärmequelle als Frostwächter. Ist dort das Thermostat auf das Symbol Eiskristall eingestellt, heißt es genau genommen nur, dass der Heizkörper nicht einfriert. Damit Wasserhahn und Co. im nächsten Sommer sicher noch funktionieren, bedarf es anderer Maßnahmen. Eine einfache Lösung für freistehende Leitungen oder gut zu erreichende Rohre bieten sogenannte Begleitheizbänder.

Manche Leitungen brauchen einfach Wärme

Frostschutzheizkabel sind elektrische Bänder, die mit Klebeband oder Schelle direkt am wasserführenden System angebracht werden. Durch die enge Verbindung garantieren sie, dass das Wasser den Gefrierpunkt nicht erreicht oder gar unterschreitet. In Regionen mit regelmäßig hartem Winter können Heizkabel die Gefahr beseitigen, dass sich an Regenrinnen oder Dachüberständen riesige Eiszapfen bilden. Um darunter laufende Fußgänger und parkende Autos zu schützen, werden die Heizbegleiter einfach in den Rinnen befestigt. Für Tiertränken bietet sich das System ebenfalls an.

230 Volt betreiben die Kabelheizung ohne Trafo. Ein eingebautes Thermostat schaltet den Strom bei Temperaturen unter null Grad Celsius ein. Nach dem Aufheizen des Kabels, das nur wenige Minuten dauert, schaltet es sich automatisch ab. Der Stromverbrauch steigt je nach Kabellänge: Zwei Meter verbrauchen 32 Watt, vier Meter 64. Schutz bieten die Bänder bei bis zu minus 45 Grad Celsius und Rohrstärken bis 74 Millimetern.

Dauerhaft flüssig dank Volumenkompensator

Ist nur der Wasserhahn frostgefährdet, gibt es auch für ihn eine praktische Lösung – Außenarmaturen mit Inhaltsausgleich. Sie funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Wird das Wasser bereits im frostfreien Innenraum gestoppt, kann außen nichts mehr gefrieren. Ein Absperrventil, durch eine lange Welle mit dem Wasserhahn verbunden, hält es zurück. Automatische Belüftungstechnik sorgt außerdem für eine komplette Entleerung. Bei Qualitätsprodukten bestehen die Teile aus korrosionsfreiem Rotguss, Spezialkunststoff oder Messing.

Bei Neubauten sollte der Einbau frostsicherer Armaturen selbstverständlich sein. Die möglichen Mehrkosten stehen in keinem Verhältnis zum möglichen Sanierungsaufwand bei Leitungsschäden. Auch bei vielen Altbauten lohnt sich häufig die nachträgliche Installation: Die meisten Systeme lassen sich individuell an verschiedene Mauer- und Wandstärken anpassen.

Erste Hilfe für zugefrorene Leitungen

Ist das Kind aber schon in den Brunnen gefallen, sprich das Wasser in der Leitung gefroren, gibt es geeignete Erste-Hilfe. Zunächst heißt es: Ruhe bewahren. Solange die Temperaturen noch unter dem Gefrierpunkt liegen, kann kein weiterer Schaden entstehen. Erst wenn das Quecksilber des Thermometers die Null-Grad-Celsius-Markierung überschreitet, wird es kritisch. Denn nur fließendes Wasser kann Überschwemmungen auslösen, die später Wände, Böden und Möbel durchfeuchten. Auf keinen Fall aber darf die eingefrorene Leitung aus Verzweiflung mit Bunsenbrenner, Lötkolben oder anderem offenen Feuer aufgetaut werden. Durch den plötzlichen Temperaturunterschied am Leitungsmaterial können undichte Stellen entstehen.

Im Zweifel kommt der Sanitärfachmann

Mit Geduld tauen Rohre und Armaturen mit heißem Wasser oder Lappen, Fön oder Heizkissen auf. Während des langsamen Erwärmens raten Experten, gut zu lüften, damit die im Raum entstehende Feuchtigkeit abziehen kann. Sanitärfachleute nutzen einen sogenannten Auftautrafo und erhitzen die betroffenen Stellen mit Strom. Anschließend ist langsam das Sperrventil zu öffnen. Gleichzeitig gilt es, die Wasseruhr im Auge zu behalten: Läuft der Zähler, ohne dass die entsprechende Menge aus dem Hahn fließt, sollten Hauseigentümer oder Mieter das Wasser schnellstmöglich wieder abstellen und einen Klempner rufen.

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Gewerke:Klempner

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