Zäune und Mauern auf dem Grundstück unterliegen in der Regel klaren Vorgaben und Richtlinien.
Ratgeber

Wenn Streit vom Zaun bricht

Autor:
Redaktion

Wer ein Grundstück oder einen Garten besitzt, möchte dieses Eigentum abgrenzen. Doch was verlangen Gesetze und Behörden? Und wo haben die lieben Nachbarn mitzureden?

Im Bürgerlichen Gesetzbuch steht, dass der Eigentümer einer Sache nach Belieben damit verfahren kann, sofern keine Gesetze oder Rechte Dritter berührt werden. Schön, wenn es auch beim Grundstück mit Mauern und Zäunen so einfach wäre. Manch einer hat seine teure Begrenzung wieder einreißen dürfen! Was ist zu beachten?

Zunächst mal ist Zaun ist nicht gleich Zaun und Mauer nicht gleich Mauer. Die deutsche Rechtsprechung unterscheidet mehrere Bauarten. Zum Beispiel die Einfriedung: Sie verhindert das Betreten durch Menschen und Tiere und kann vor Lärm, Wind, Sonne oder Blicken schützen.

Bei Mauern und Zäunen spricht der Gesetzgeber von toten Einfriedungen. Sie sind oft an baurechtliche Auflagen der Bundesländer oder Gemeinden, aber auch an nachbarrechtliche Bestimmungen gebunden. Lebende Einfriedungen sind vornehmlich Hecken. Bei ihnen sind Grenzabstände zu beachten: Nur falls der Nachbar es genehmigt, ist eine Anlage direkt auf der Grundstücksgrenze möglich.

An vielen Gartenzäunen scheiden sich die Geister

In fast allen Bundesländern existieren Nachbarrechtsgesetze zur Einfriedung, nicht jedoch in Bayern, Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Doch überall hat das Bau-, Straßenund Wegerecht sowie das Naturschutzrecht Vorrang vor dem Nachbarschaftsrecht. Übrigens, in den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen besteht sogar eine Einfriedungspflicht zum Schutz des Nachbarn. Und verlangt der Nachbar eine Einfriedung, entsteht überall eine generelle Pflicht. Häufig gilt auch die sogenannte Ortsüblichkeit. Haben zum Beispiel alle Nachbarn rund einen Meter hohe Hecken, so stört eine 1,80 hohe Mauer das Straßenensemble. Hier können Nachbarn und Behörden einen nachträglichen Abriss verlangen.

Unfrieden ums Einfrieden vermeiden

Eine andere Art der Begrenzung sind Sichtschutzzäune aus Holz, Stein oder auch Rattan. In Baumärkten sind sie in 1,70 Meter bis 1,90 Meter erhältlich, oft sogar mit bis zu 2,10 Metern Höhe. In vielen Gegenden sind sie baugenehmigungspflichtig. Andere Vorschriften gelten für Stützmauern, die aufgeschüttete Hanggrundstücke sichern. Ihre Bauart regeln die jeweiligen Bauordnungen der Bundesländer.

Wer sich absichern will, sollte einen Blick in die Landesgesetze werfen oder sich einfach in der Baubehörde der Stadt erkundigen. Zu empfehlen sind auch Einigungen unter Nachbarn. Dafür lassen sich Vertragswerke aufsetzen, in dem es zum Beispiel heißt: „Eigentümer und Nachbar stimmen überein, dass die gemeinsame Grundstücksgrenze wie folgt eingefriedet wird…“. Es folgt eine detaillierte Beschreibung der Art, Höhe und Lage des Bauwerks. Inklusive Kostenregelung. Damit sind zumindest Streitigkeiten unter Nachbarn einzugrenzen.

Tags:
Gewerke:Garten- und Landschaftsbauer

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