Beton- oder Naturpflaster? - Vor- und Nachteile im Überblick

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Wer den Weg vor dem Carport oder der Garage pflastern möchte, steht vor der Wahl, Naturpflaster oder eines aus Beton zu nehmen.

Ansprüche an das Pflaster

Bei der Entscheidung, Beton- oder Naturpflaster zu verwenden, spielt sicher das Geld eine Rolle. Aber es gibt noch einiges mehr zu beachten. Schließlich soll das Pflaster gut aussehen und lange halten.

Idealweise ist der Bodenbelag griffig. Es ist ungünstig, wenn Nässe oder Frost die Zufahrt zum Abstellplatz des Autos in eine Rutschbahn verwandelt.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Haltbarkeit. Unter Umständen ist ein preisgünstiger Belag langfristig teurer, weil bereits nach wenigen Jahren ein neues Pflaster nötig wird.

Neben der Haltbarkeit der Steine ist die Belastbarkeit des Systems wichtig. Pflastersteine können verrutschen. Es nutzt wenig, wenn die Steine unbeschädigt bleiben, aber neben der Einfahrt liegen. Je nach Beschaffenheit der Pflastersteine drücken die Reifen eines Autos diese zur Seite.

Bei der Entscheidung, welche Art von Pflaster die beste ist, sind auch rechtliche Vorgaben zu bedenken. Das Versiegeln der Fläche mit Steinen ist ungünstig. In vielen Gemeinden existieren diesbezüglich Vorschriften. Regenwasser, das nicht versickert, belastet den Kanal. Die Wahl der Steine zum Pflastern kann Auswirkungen auf die Höhe der Abwassergebühren haben.

Um das beste Pflastermaterial zu finden, bietet es sich an, die Eigenschaften von Beton- und Naturpflaster genauer zu betrachten. Die Vor- und Nachteile der Materialien zu kennen, erleichtert die Entscheidung.

Vorteile und Nachteile von Beton

Betonpflastersteine entstehen industriell. Die Hersteller färben die flüssige Betonmasse ein und gießen diese in Gussformen. Beton ist günstig und die Herstellung großer Mengen ist in kurzer Zeit möglich. Aus diesem Grund sind die Steine preisgünstig.

Diese Methode führt zu einer großen Zahl exakt gleicher Steine, die maßgenau sind. Durch diese Eigenschaft sind sie für Laien problemlos zu verlegen.

Da Beton aus einer Mischung gegossen wird, sind viele Farben und Formen möglich. Es gibt kaum ein anderes Material, das so vielseitig ist. Im Hinblick auf das Versiegeln von Flächen sind Betonsteine eine gute Alternative. Die Industrie bietet Steine an, die das Regenwasser durchlassen, sogar Rasen ist in der Einfahrt mit diesen Steinen möglich.

Beton hat eine leicht poröse Oberfläche. Die Steine sind auch bei gefrierender Nässe rutschfest. Erst bei einer dicken Eisschicht wird es kritisch. Daher eignen sie sich ausgezeichnet, um Einfahrten zu pflastern. Sie sind auch bei Feuchtigkeit weniger rutschig als Granitpflaster und viele andere Natursteine.

Das Material ist aber erst seit 50 Jahren auf dem Markt, daher gibt es keine Langzeiterfahrungen über die Haltbarkeit. Die bisherigen Erkenntnisse deuten auf eine lange Lebensdauer hin. Wer sich allerdings für Steine mit Durchbrüchen entscheidet, muss damit rechnen, dass diese nicht so lange halten wie herkömmliche Pflastersteine.

Die Maßgenauigkeit der Betonsteine hat einen Nachteil. Die Unterseite ist glatt, sie verrutschen bei starken Belastungen. In Einfahrten wandern die Steine zur Seite. Dies lässt sich durch spezielle Randsteine oder eine Kombination mit Natursteinen im Randbereich verhindern. Betonsteine sind für Einfahrten nicht geeignet, wenn es keine Randbefestigung gibt.

Klinkerpflaster entsteht ebenfalls in Gussformen. Klinker neigen daher genauso zum Verrutschen und benötigen eine Randbefestigung. Dieses Material ist aber seit Jahrhunderten im Einsatz und für seine Beständigkeit bekannt.

Naturpflaster im Detail betrachtet

Naturpflaster aus Granit, Porphyr, Sandstein oder anderem Material sind keine Gusssteine. Maschinen schlagen die Steine aus Felsen heraus und bringen sie in die richtige Form. Auch bei sehr sorgfältiger Arbeit ist nie ein Stein wie der andere.

Das Material ist hochwertig und haltbar. Wer seine Einfahrt damit pflastert, braucht sich keine Gedanken darüber zu machen, dass die Steine verrutschen könnten. Sie verzahnen sich mit dem Untergrund und liegen sicher.

Nachteilig ist der hohe Preis von Natursteinen. Außerdem gibt es Pflastersteine aus Naturstein nicht in allen Formen und Größen. Ein Pflastern mit diesem Material muss geübt sein und versiegelt die Flächen immer. Hier gilt es, langfristig an die Kanalgebühren zu denken.

An schattigen Stellen neigen einige Steinarten wie Sandstein zum Vermoosen, sie werden rutschig. Außerdem ist das Pflaster bei überfrierender Nässe glatt. Da die Fugen als natürliche Rutschbremse wirken, ist es sinnvoll möglichst kleine Steine zu wählen. Ein Mosaikpflaster bietet auch im Winter einen sicheren Halt.

Die Materialien im Vergleich

Beton- oder Naturpflaster hat sowohl Vor- als auch Nachteile. In der Tabelle sind diese übersichtlich zusammengestellt.

Beton und Naturstein im Vergleich | Aspekt | Beton | Naturstein | |---|---|---| | Preis | preisgünstig | teuer | | Vielfalt an Formen | viele Formen möglich | wenige verschiedene Formen | | Vielfalt an Farben | sehr viele Farben, auch bunte Steine | einige verschiedene natürliche Farben | | Maßgenauigkeit | sehr maßgenau | geringe Maßabweichungen sind normal | | Versiegelung von Flächen | kann vermieden werden | Flächen werden versiegelt | | Verlegbarkeit | durch Laien möglich | Erfahrung ist erforderlich | | Haltbarkeit | vermutlich gut, Langzeiterfahrungen fehlen durchbrochene Steine sind weniger haltbar | sehr gut | | Stabilität | neigen zum Verrutschen zusätzliche Randbefestigung ist nötig | liegen sicher | | Rutschfestigkeit | Oberfläche bleibt bei gefrierender Nässe rutschfest | werden schnell rutschig Sandsteine vermoosen im Schatten und werden rutschig kleine Steine ist rutschfester als große |

Bei der Wahl des Pflasters ist natürlich der finanzielle Aspekt zu beachten. Betonsteine sind günstig und ein Handwerker für das Verlegen ist nicht nötig. Außerdem lässt sich das Versiegeln von Flächen vermeiden, was durchaus Kanalgebühren sparen kann.

Für Natursteinpflaster spricht, dass es über Jahrzehnte halten wird. Außerdem wirkt das Material sehr edel. Dafür müssen Hausbesitzer aber höhere Kosten in Kauf nehmen und sollten das Verlegen einem Fachmann überlassen.

Kontaktieren Sie Handwerker, um einen genauen Kostenvoranschlag für Ihren Auftrag zu erhalten.