Baumschnitt
Was kostet es?*
MIN
DURCHSCHNITT Ø
MAX
102 €*
637 €
2700 €*

* Datenbasis: Über MyHammer vermittelte Aufträge.

Was kostet Baumschnitt?

Bäume bedürfen regelmäßiger Kontrolle und Pflege – manchmal ist ein radikaler Baumschnitt unumgänglich. Die Kosten für diese Maßnahmen hängen jedoch vom Einzelfall ab.

Welche Kosten genau auf Baumbesitzer zukommen, lässt sich anhand der Maße des Baumes sowie dessen Standort bestimmen. Viele Betriebe bieten eine Beratung vor Ort an, die zwischen 40 und 60 Euro kostet. Dieser Betrag wird üblicherweise bei einem Auftrag verrechnet.

Kosten für einen Baumschnitt

PostenKosten pro MeterHöheGesamtkosten
Baum 1ca. 90 – 100 €ca. 18 mca. 1.620 – 1.800 €
Baum 2ca. 50 - 60 €ca. 15 mca. 750 - 900 €
Gesamtkosten  ca. 2.370 - 2.700 €

Service Beispiel

Radikaler Rückschnitt von zwei breiten Platanen: Baum 1 hat eine Höhe von 18 Metern und ragt über eine Garage und einen Balkon. Baum 2 steht frei und hat eine Höhe von 15 Metern.

Übliche Preise für Baumschnittarbeiten

Erziehungsschnitte junger Bäume führen Baumschulen oder Fachbetriebe für Garten- und Landschaftsbau durch. Diese rechnen in der Regel pro Stunde ab. Um einen Obstbaum von drei Metern Höhe fachgerecht zu schneiden, ist mit ein bis zwei Stunden Arbeitszeit zu rechnen. Der Stundensatz liegt bei den Firmen zwischen 35 und 45 Euro.

Den Schnitt von höheren Bäumen führen spezielle Baumpfleger durch, die in der Seilklettertechnik geschult sind. Wenn der Schnitt mittels Handsäge erfolgen kann, kostet dies zwischen 40 und 55 Euro pro Stunde. Falls eine Motorsäge nötig ist, fallen zwischen 75 und 90 Euro pro Stunde an. Ein Team mit zwei Fachkräften hat im Schnitt einen Stundensatz von 140 bis 180 Euro.

Seilklettertechnik professioneller Baumpfleger
Mit einer speziellen Seilklettertechnik klettern professionelle Baumpfleger bis in die Kronen der Bäume.
Quelle © pixabay.com

Mit diesen Kosten ist für den Baumschnitt zu rechnen

Das Schneiden eines einfachen Baumes von bis zu 20 Metern Höhe kostet 35 bis 40 Euro pro Meter. Ein Beispiel hierfür ist ein gerade gewachsener Nadelbaum.

Bei breiten Bäumen, wie zum Beispiel einem ausladend gewachsenen Kirschbaum, ist hingegen mit 50 bis 60 Euro pro Meter zu rechnen.

Handelt es sich um einen besonders großen Baum oder anspruchsvolle Schnittbedingungen, bewegen sich die Kosten bei 90 bis 100 Euro pro Meter. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn beim Baumschnitt das Risiko besteht, dass herabfallende Äste ein Gebäude beschädigen.

In den genannten Preisen ist zwar die Anfahrt enthalten, jedoch nicht die Kosten für eine eventuelle Entsorgung. Je nach Holzart fallen hierfür zusätzliche Kosten an. Alternativ kann das Holz unter Umständen auch für den Eigenbedarf verwendet oder verkauft werden.

Wer darf Bäume schneiden

Das Schneiden großer Bäume erfordert viel Erfahrung. Daher sollte der Betrieb, der die Arbeiten ausführt, über entsprechende Qualifikationen verfügen.

Für große Bäume, die unter dem Schutz des Gesetzes stehen, ist in der Regel ein geprüfter Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung (GFB) notwendig. Dieser hat einen Nachweis als „European Tree Worker“ (ETW) oder „European Tree Technician (ETT)“ und kennt sich in den Belangen des Natur-, Umwelt- und Unfallschutzes aus. Demgemäß kann er Baumschäden diagnostizieren, bewerten und beheben.

Bei hohen Bäumen muss der Baumpfleger gegebenenfalls hineinklettern. Dies ist ihm nur erlaubt, wenn er mindestens einen Seilklettertechnikkurs Stufe A (SKT/A) absolviert hat. Mit dieser Qualifikation darf er mit einer Handsäge den Baumschnitt durchführen.

Um mit einer Motorsäge zu arbeiten, braucht der Baumpfleger den SKT/B-Nachweis. Dadurch ist er qualifiziert, große Äste und Teile des Stammes sicher abzuseilen.

Hinweis

Nicht ausreichend qualifizierte Betriebe haben oft keine ausreichende Haftpflichtversicherung. Der Eigentümer des Baumes muss in diesem Fall für Schäden aufkommen, die bei unsachgemäßer Pflege entstehen. Achten Sie daher unbedingt auf die Auswahl eines passenden Dienstleisters.

Relevante Angaben & Schnittarten

Um ein Angebot zu erstellen, muss der Betrieb diverse Informationen berücksichtigen. Er benötigt beispielsweise Angaben über die Art und die Höhe des Baumes, um sich ein Bild vom Wuchs des Baumes zu machen.

Außerdem ist die Angabe des Stammumfangs relevant. Anhand dieser Angabe kann der Experte den Umfang der Arbeiten abschätzen. Dieser Wert ist auch wichtig, wenn es darum geht, zu prüfen, ob der Baum dem Schutz des Gesetzes unterliegt.

Natürlich muss der Auftraggeber die Art des Baumschnitts festlegen: darunter fällt beispielsweise das Entfernen von Totholz, die Kronenpflege und die Kürzung der Kronenteile. Das Entfernen des toten Holzes bedeutet, dass der Baumpfleger nur trockene Äste entfernt, damit der Baum sich besser entfalten kann.

Die Kronenpflege beinhaltet außerdem das Auslichten der Krone, bei dem der Betrieb zwischen fünf und zehn Prozent überflüssiger Äste entfernt. Bei der Kürzung der Kronenteile gestaltet der Fachmann zusätzlich die Krone schlanker. Er kürzt die Äste dabei um bis zu 20 Prozent.

Ausdünnen der Baumkrone
Durch das Ausdünnen zirkuliert die Luft im Innern der Baumkrone besser, was das Risiko von Krankheiten wie Pilzbefall minimiert.
Quelle © pixabay.com

Auch die Umgebung des Baumes ist für die Preisfindung wichtig. In welcher Entfernung befinden sich Pflanzen, Sträucher, Gebäude, Zäune, Mauern und Straßen oder Wege. Weiterhin ist wichtig zu prüfen, ob der Baum in der Nähe von Stromleitung oder Gleisen steht.

Umlage der Kosten eines Baumschnitts auf die Mieter

Vermieter dürfen vertraglich vereinbaren, die Pflege der Grünanlagen auf die Mieter umzulegen. Dabei ist eine Neuanlage oder Instandsetzung nicht umlagefähig. Ob die Kosten für einen Baumschnitt von Mietern zu übernehmen sind, hängt davon ab, ob es sich um regelmäßig anfallende Leistungen handelt.

Einen regelmäßigen Schnitt in einem festen Turnus von wenigen Jahren dürfen Vermieter an die Mieter weitergeben. Ein einzelner tendenziell kostspieliger radikaler Baumschnitt nach über zehn Jahren ist dagegen eine Instandsetzung und nicht umlagefähig.

Checkliste Baumschnitt

Den Baumschnitt planen:
  • Prüfen, welche Vorschriften zu beachten sind.
  • Art des Baumes bestimmen und Höhe schätzen.
  • Stammumfang ausmessen.
  • Art des Baumschnitts festlegen.
  • Besonderheiten in der Umgebung erfassen (Gebäude, Wege, Leitungen).
  • Mehrere Fotos anfertigen.
Fachbetrieb für die Baumpflege suchen:
  • Arbeiten mit den ermittelten Daten ausschreiben und auf nötige Qualifikationen hinweisen.
  • Angebote vergleichen und auch Nachweise der Qualifikation achten.
  • Eventuell Besichtigungstermin vereinbaren.
  • Termin absprechen.
  • Wenn notwendig, Weg sperren lassen und Anwohner informieren.
Nach dem Baumschnitt:
  • Entscheiden, was mit den Holz passiert (Entsorgung durch Dienstleister, Eigenbedarf, Verkauf)
  • Prüfen, ob Schäden entstanden sind. Diese beheben lassen.
  • Rechnung kontrollieren.
  • Baum nach Anweisung pflegen.

FAQ - Häufige Fragen zum Thema Baumschnitt

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Baumschnitt?

Da jeder Schnitt eine Verletzung des Baumes darstellt, eignet sich dafür am besten die kalte Jahreszeit zwischen Oktober und März. Zu dieser Zeit haben sich die Säfte aus dem Baum zurückgezogen und die Gefahr, dass der Baum an der Schnittstelle ausblutet oder sich mit Krankheitserregern infiziert, ist deutlich geringer als in der warmen Jahreszeit. Wichtig ist, dass keine Frostgefahr besteht, da dies zusätzliche Schäden hinterlassen kann.

Was ist der Unterschied zwischen einem Erziehungs- und Erhaltungsschnitt?

Der Erziehungsschnitt erfolgt in der Regel im zweiten Pflanzjahr und sorgt für das typische Aussehen des Baumes: dadurch wird der Baum ausreichend durchlüftet und die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlingsbefall wird minimiert. Ein Erhaltungsschnitt wird alle zwei bis drei Jahr beim ausgewachsenen Baum mit gut ausgebildeter Krone durchgeführt. Dabei lichtet der Fachmann Äste aus, die zu dicht stehen oder andere Äste und Zweige im Wachstum behindern. Auch werden dabei abgestorbene Baumteile und Wassertriebe entfernt.

Wie viel Platz wird für den Baumschnitt benötigt?

Dabei kommt es ganz auf die Größe und den Standort des Baumes an. Da für größere Bäume unter Umständen eine Hebebühne zum Einsatz kommt, wird mehr Platz benötigt. Viele Betriebe bieten deshalb eine Beratung vor Ort, um individuelle Gegebenheiten im Vorfeld abzuklären.

Warum sollte die Baumkrone zurückgeschnitten werden?

Präventiv ausgeführte Rückschnitte, zum Beispiel als Kronenschnitt, tragen dazu bei, dass ein Baum lange erhalten bleibt. Durch das Ausdünnen zirkuliert die Luft im Innern der Baumkrone besser, was das Risiko von Krankheiten wie Pilzbefall minimiert. Zusätzlich zum Baumschnitt können Maßnahmen zur Kronensicherung wie Fixierungen ergriffen werden, um den Baumbestand zu schützen.

Was passiert mit den Schnittresten?

Die Kosten für eine eventuelle Entsorgung sind nicht pauschal in den Arbeitskosten enthalten. Je nach Holzart fallen hierfür zusätzliche Kosten an. Alternativ kann das Holz unter Umständen auch für den Eigenbedarf verwendet oder verkauft werden.

Muss ich für den Baumschnitt Gesetze beachten oder eine Genehmigung einholen?

Das Bundesnaturschutzgesetz sieht ein Schnittverbot vom 01. März bis zum 30. September vor. Ausgenommen sind davon Form- und Pflegeschnitte, sofern diese schonend ausgeführt werden. Daher ist es wichtig, diese Arbeiten einem Fachmann zu überlassen, der Schnittmaßnahmen im Einklang mit der Natur und den gesetzlichen Vorschriften durchführt. Zusätzlich gibt es zum Teil regionale Verordnungen, die unbedingt zu beachten sind. Als Mieter eines Grundstücks sollte zudem vorab die Genehmigung des Vermieters eingeholt werden.

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