Bremsflüssigkeit austauschen
Was kostet es?*
MIN
DURCHSCHNITT Ø
MAX
35 €*
50 €
60 €*

* Datenbasis: Über MyHammer vermittelte Aufträge.

Was kostet das Wechseln der Bremsflüssigkeit?

In Fahrzeugen mit hydraulischen Bremsanlagen sorgt Bremsflüssigkeit für die Übertragung der Kraft. Durch den Tritt auf das Bremspedal baut der Fahrer Druck im System auf, der sich gleichmäßig und unverzüglich ausbreitet.

Bremsflüssigkeit wechseln: Kosten im Überblick

PostenDurchschnittliche Kosten
Zwei Liter Bremsflüssigkeit16 bis 20 €
Entsorgung5 bis 10 €
Austausch mit Entlüften und Test40 bis 50 €
Gesamtkosten106 - 133 €

In Fahrzeugen mit hydraulischen Bremsanlagen sorgt Bremsflüssigkeit für die Übertragung der Kraft. Durch den Tritt auf das Bremspedal baut der Fahrer Druck im System auf, der sich gleichmäßig und unverzüglich ausbreitet. Diese Kraft presst die Bremsbacken an die Bremsscheibe oder die Bremstrommel.

Wenn sich im Bremssystem Gase befinden, verringert sich der Druck, denn Gas zieht sich bei unter Druck zusammen. Aus diesem Grund gibt es in Fahrzeugen mit Hydraulikbremsen Ausgleichsbehälter, die dafür sorgen, dass sich immer genug Bremsflüssigkeit in den Leitungen befindet.

Die Flüssigkeit besteht in der Regel aus verschiedenen Polyglykolverbindungen. Diese haben die Eigenschaft, Wasser anzuziehen. Sie sind hygroskopisch. Das Wasser verändert die Eigenschaften der Bremsflüssigkeit. Sie kann die Leitungen nicht mehr vor Korrosion schützen und der Siedepunkt verlagert sich nach unten. Frische Bremsflüssigkeit siedet je nach Spezifikation zwischen 205 und 260 Grad Celsius.

Durch die Wasseraufnahme beginnt die Flüssigkeit, bereits bei 140 bis 180 Grad zu sieden. Zum Teil treten Wassertröpfchen aus, die schon bei 100 Grad eine Dampfblase bilden. Solche Blasen haben eine verheerende Wirkung beim Bremsen. Durch die Reibung der Bremsklötze an Scheibe oder Trommel entsteht Wärme, die Bremsflüssigkeit siedet und es entsteht Dampf. Die Bremskraft lässt schlagartig nach. Nur durch rasches Pumpen mit dem Bremspedal lässt sich wieder Druck aufbauen.

Damit dies nicht geschieht, ist es wichtig, den Siedepunkt der Bremsflüssigkeit regelmäßig zu bestimmen. Auf der sicheren Seite ist, wer die Hydraulikflüssigkeit alle zwei Jahre austauscht. Die Kosten sind gering und der Gewinn an Sicherheit groß.

Materialkosten - das kostet die Flüssigkeit

Für die meisten Autos genügt eine Menge von ein bis zwei Litern, um die Bremsflüssigkeit komplett auszutauschen. Ein Spülen der Leitungen ist sinnvoll, um Reste der alten Flüssigkeit zu entfernen. Drei Liter reichen auf jeden Fall für jedes Auto. Meist genügen 1,5 Liter.

Ein Liter Bremsflüssigkeit kostet in Baumärkten etwa acht bis zehn Euro. Die reinen Materialkosten betragen also im Schnitt circa 15 bis 20 Euro.

Bremsflüssigkeit wechseln
Für die meisten Autos genügt eine Menge von ein bis zwei Litern, um die Bremsflüssigkeit komplett auszutauschen.
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Arbeitskosten für den Wechsel der Bremsflüssigkeit

In Werkstätten ist der Austausch schnell erledigt. Ein Kfz-Mechaniker saugt die Leitungen leer, spült sie einmal durch und füllt sie in einem Arbeitsgang auf. Das Entlüften der Bremsanlage schließt die Arbeit ab. Eine kurze Probefahrt oder ein Test auf einem Bremsenprüfstand ist ideal.

Die Arbeit dauert weniger als eine Stunde. Es ist mit 40 bis 50 Euro an Arbeitsaufwand zu rechnen. Da Bremsflüssigkeit giftig ist, fallen in der Regel zusätzliche Kosten in Höhe von fünf bis zehn Euro für das Entsorgen an.

Beachtenswertes beim Wechsel der Bremsflüssigkeit

In der Werkstatt auf einer Hebebühne ist die Arbeit leicht. Eine Pumpe drückt die neue Flüssigkeit in den Ausgleichsbehälter, an den Entlüftungsventilen wird die alte Substanz aufgefangen. Ohne Pumpe und ohne Hebebühne gestaltet sich der Vorgang langwierig und schwierig.

Kleine Fehler haben fatale Folgen. Austretende Bremsflüssigkeit kann die Bremsbeläge und die Bremskolben beschädigen. Wenn etwas schief geht, steht eine größere und teure Reparatur an.

Außerdem ist die Substanz gesundheitsschädlich. Sie reizt Haut und Augen, Handschuhe und Augenschutz ist erforderlich. Ferner löst sie Lacke, Kunststoffe und Gummi an. Sollte etwas auf die Reifen gelangen. müssen diese sofort mit viel Wasser abgespült werden.

Entsorgen der Bremsflüssigkeit

Die entnommene Flüssigkeit und der Behälter der neuen Bremsflüssigkeit sowie die Kleidung oder Lappen, die mit der Substanz in Berührung kamen, sind fachgerecht zu entsorgen. Als Aufbewahrung eignen sich Kunststoffbehälter, welche für Bremsflüssigkeit geeignet sind. Alles andere lässt sich in Tüten verpacken.

Kleinanlieferer können die giftigen Stoffe bei einer Schadstoffsammelstelle meist kostenlos abgeben. In einigen Gemeinden nimmt ein mobiler Dienst solche Abfälle mit. Werkstätten, die den Austausch vornehmen, sind grundsätzlich für das Entsorgen zuständig.

Rechtliches zu Arbeiten an den Bremsen

Ein Gesetz, welches verbietet, am eigenen Auto an den Bremsen zu arbeiten, gibt es nicht. Je nach dem kann es aber zu einer Ordnungswidrigkeit, wegen nicht sachgemäßem Umgang mit gefährlichen Substanzen kommen, wenn man selbst Hand anlegt.

Wenn durch eine unsachgemäße Arbeit ein Unfall geschieht, kann es noch schlimmer kommen. Anklagen wegen Verkehrsgefährdung, fahrlässiger Körperverletzung oder Tötung sind möglich. Schon alleine deshalb sollte den Austausch der Bremsflüssigkeit immer eine Fachwerkstatt übernehmen.

Checkliste zum Erneuern der Bremsflüssigkeit

Der Bremsanlage Aufmerksamkeit schenken:
  • Einmal im Jahr den Siedepunkt der Bremsflüssigkeit messen lassen.
  • Darauf achten, ob das Bremspedal sich beim Bremsen plötzlich „weicher“ anfühlt.
  • Nach zwei Jahren grundsätzlich die Bremsflüssigkeit tauschen lassen.
Möglichkeiten, die Bremsflüssigkeit günstig auszutauschen:
  • Im Rahmen der Inspektion tauschen lassen.
  • Einen Betrieb suchen, der einen günstigen Pauschalpreis bietet.
Nach dem Tausch der Bremsflüssigkeit:
  • Eine ruhige Straße suchen.
  • Darauf achten, dass kein Fahrzeug in der Nähe ist.
  • Vollbremsung ausführen, um sicherzugehen, dass beim Tausch kein Fehler unterlaufen ist.
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