Sitzmöbel polstern
Was kostet es?*
MIN
DURCHSCHNITT Ø
MAX
180 €*
737 €
1.990 €*

* Datenbasis: Über MyHammer vermittelte Aufträge.

Was kostet Sitzmöbel polstern?

Der Lieblingssessel muss nicht auf den Müll, nur weil das Polster durchgesessen oder der Bezugsstoff brüchig ist. Er lässt sich neu polstern. Dies lohnt wegen der Kosten nur bei hochwertigem Mobiliar oder eben, wenn das Herz sehr an dem Möbelstück hängt.

Sitzmöbel polstern: Kosten im Überblick

PostenKosten
Polsterstoff 2 – 3 m²30 – 75 €
Polstermaterial30 – 50 €
Kleinteile10 – 20 €
Polstern des Sessels / Arbeitszeit 10 Std.500 – 700 €
Transportkosten100 – 150 €
Gesamtkosten670 - 995 €

Beispielt: Ein Fernsehsessel hat noch eine ausgezeichnete Mechanik, aber die Polster sind durchgesessen. Außerdem ist ein modernes Design gewünscht.

Die Kosten einer Sitzmöbelpolsterung im Detail

Die Materialkosten betragen in der Regel nur einen Bruchteil der Gesamtkosten. Dafür arbeitet der Fachmann das Sitzmöbel komplett auf.

Mit diesen Kosten ist für Polsterstoff und Schaumstoff zu rechnen

Polsterstoffe kosten zwischen 10 und 100 Euro pro Quadratmeter. Für einen strapazierfähigen Stoff liegen die Preise zwischen 15 und 25 Euro. Günstigere Stoffe sind wenig stabil. Preise von über 25 Euro erklären sich durch das Design. Um einen Sessel mit hoher Lehne zu beziehen, sind etwa zwei bis vier Quadratmeter Stoff notwendig, je nach Modell.

Außerdem benötigt der Polsterer für den Unterbau Watte beziehungsweise Schaumstoff. Bei manchen Sesseln sind auch neue Sprungfedern erforderlich. Für diesen Posten ist mit 30 bis 50 Euro zu rechnen.

Zusätzlich sind oft Kleinteile wie Knöpfe und Polsternägel nötig. Diese schlagen mit 10 bis 20 Euro zu Buche.

Diese Handwerkerpreise sind für das Polstern üblich

Polsterer bekommen zwischen 50 und 70 Euro pro Stunde. Der Arbeitsaufwand, um einen Sessel zu polstern, liegt zwischen acht und zehn Stunden. Zusätzlich fallen Kosten für den Ab- und Antransport des Möbels an.

Beachtenswertes beim Polstern von Sofa und co.

Da die Kosten recht hoch sind, sollte sich der Aufwand lohnen. Dies setzt voraus, dass die Substanz des Möbels noch ausreichend in Ordnung ist und bei der Auswahl des Materials auf Qualität geachtet wird.

Das Möbelstück beurteilen

Der Polsterer restauriert Möbel nicht, das heißt er ändert nichts an der Grundkonstruktion. Diese muss ausreichend stabil sein. Eine eventuell vorhandene Mechanik darf keine Fehler aufweisen. Es lohnt sich nicht, einen wackeligen Sessel zu polstern, es sei denn ein Schreiner verbessert zusätzlich die Konstruktion.

Meist ist es kein Problem, neue Möbel zu den Preisen zu bekommen, die ein fachgerechtes Aufpolstern verursacht. Daher ist es wichtig, dass die Grundsubstanz des Mobiliars sehr hochwertig ist und deutlich über der Qualität von günstigen Möbeln aus dem Kaufhaus liegt.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Wer einen Sessel aus emotionalen Gründen behalten will, sollte ihn polstern lassen. Dies gilt auch dann, wenn es sich wirtschaftlich nicht lohnt.

Sitzmöbel polstern
Sitzmöbel polstern: Polsterer bekommen zwischen 50 und 70 Euro pro Stunde.
Quelle © Karrie Zhu auf Pixabay

Nicht am Material sparen

Bei den Stoffen ist Strapazierfähigkeit von Bedeutung. Es geht um die Scheuerbeständigkeit (Festigkeit des Stoffs), die Pillbildung (Knötchenbildung), die Lichtechtheit (Farbveränderungen durch Licht) und die Reibechtheit (Farbveränderung durch Abnutzung).

Scheuerbeständigkeit testen die Hersteller im Martindale-Scheuergerät. Die Anzahl der Touren, die notwednig sind, um drei Fasern zu zerstören, sind das Maß. Wenn dies bereits nach 6.000 bis 10.000 Umdrehungen geschieht, ist der Stoff nur für leichten Gebrauch geeignet. Für den täglichen Gebrauch sollte er zwischen 10.000 und 20.000 Touren verkraften.

Pillbildung heißt, es entstehen durch Abrieb kleine Knötchen. Der Pilling-Wert soll zwischen drei und vier liegen. Die Lichtechtheit wird mit einer Echtheitszahl von eins bis acht angegeben, wobei acht für "keine Verfärbung" steht. Die Lichtechtheit sollte zwischen drei und vier liegen. Bei der Reibechtheit gibt es eine Echtheitszahl zwischen eins und fünf. Je höher die Zahl, umso weniger färbt der Stoff ab.

Polsterstoffe werden meist in die Klassen G, N und S eingeteilt. Stoffe der Klasse G sind nur für geringe Beanspruchung geeignet, beispielsweise für wenig genutzte Sessel. Wer das Sitzmöbel ständig nutzt, sollte die Klasse N wählen. Die Klasse S ist notwendig, wenn es um eine starke Nutzung geht, beispielsweise bei einem Bürostuhl.

Hier gibt es Möglichkeiten zu sparen

Wer nicht viel Geld ausgeben möchte, kann bewusst nach einem robustem aber günstigen Stoff Ausschau halten. Restposten aus älteren Kollektionen sind zum Teil sehr preiswert zu bekommen.

Es lohnt auch, das Möbelstück selbst zum Betrieb zu bringen und abzuholen. Wenig ratsam ist, die alte Polsterung selber zu entfernen oder nur einen neuen Stoff aufziehen zu lassen und den alten Unterbau zu belassen.

Checkliste für das Aufpolstern von Sitzmöbeln

Polstern oder nicht?
  • Den Preis für ein neues, vergleichbares Möbelstück ermitteln.
  • Prüfen, ob das Sitzmöbel ausreichend stabil ist und alle Funktionen erfüllt.
  • Den individuellen und emotionalen Wert berücksichtigen.
Entscheidungen, die zu treffen sind:
  • Polsterstoff auswählen (zumindest das Design).
  • Arbeiten mit Bild des Möbels und Designwünschen ausschreiben.
  • Betrieb auswählen.
  • Möbel von einem Polsterer beurteilen lassen.
  • Mit diesem zusammen das genaue Vorgehen festlegen.
  • Auftrag erteilen.
Nach dem Polstern des Sitzmöbels:
  • Optische Kontrolle (Faltenfreier Stoff, Nähte).
  • Bequemlichkeit prüfen (ist das Polster gleichmäßig weich).
  • Funktionen, falls vorhanden, testen.
Bildnachweis © Michael Gaida auf Pixabay

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