Parkett - Edel, haltbar, zeitlos

Für Wohnräume stehen zahlreiche Bodenbeläge zur Auswahl, einer der hochwertigsten ist das Parkett. Viele verschiedene Arten sind erhältlich, worauf ist jedoch bei der Wahl zu achten und was ist so besonders am Fußbodenbelag der Kaiser und Könige?

Parkett ist ein Naturprodukt. Aus diesem Grund optimiert es das Wohnklima und sorgt für ein edles Ambiente und eine individuelle, zeitlose Optik. Bereits im 18. Jahrhundert wurde Parkett verlegt, das erste Patent sicherte sich Emil Berliner im September 1883 in den USA.

In deutschen Schlössern befinden sich Parkettböden, die vor Jahrhunderten verlegt wurden und heute noch attraktiv anzusehen sind - dank liebevoller Renovierungsarbeiten. Die Möglichkeit Parkett abzuschleifen und neu zu lackieren macht diesen zu einem äußerst langlebigen Bodenbelag. Das Verlegen von Parkett erfolgt horizontal, sodass die Holzfaser sichtbar ist. Vertikal verlegtes Holz bezeichnet man als Holzpflaster, die Jahresringe sind bei dieser Variante sichtbar. Parkett ist aus kleinen Holzstücken zusammengesetzt, wobei harmonische Muster entstehen.

Zu unterscheiden ist das Parkett vom Dielenboden, der zwar ebenfalls aus Holz besteht, jedoch aus langen Brettern zusammengesetzt ist.

 

Pro und Contra - Vorteile und Nachteile von Parkettboden

Die Fläche eines Parkettbodens ist geschlossen, frei von Fugen und damit hygienisch. Eine besonders positive Eigenschaft ist die regulierende Wirkung des Raumklimas. Der natürliche Baustoff Holz nimmt die Feuchtigkeit im Raum auf und gibt diese ebenso rasch wieder ab (Hygroskopizität). Damit ist Parkett gegenüber nicht saugfähigen Baustoffen, beispielsweise aus Kunststoff, zu bevorzugen.

Dank der langen Haltbarkeit ist Parkett ein besonders wirtschaftlicher Bodenbelag, wobei die Anschaffung, verglichen mit Alternativen wie beispielsweise Laminat, teurer ist. Die Renovierung durch das Abschleifen und einer neuen Versiegelung ermöglicht die Nutzung über viele Jahrzehnte. Entsprechende Pflege verlängert die Haltbarkeit des Bodenbelags weiter.

 

Parkett ist nicht gleich Parkett

Bei der Wahl der Parkettart lohnt die Beratung vom Fachmann. Die unterschiedlichen Preise, der erwünschte Effekt, die Wirkung und Langlebigkeit sind gegeneinander abzuwägen. Neben der Parkettart ist das Verlegemuster auszuwählen. Hier steht der individuelle Geschmack im Vordergrund.

Für die Herstellung hochwertiger Parkettböden kommen zahlreiche Holzarten infrage. Die Wahl hängt vom individuellen Geschmack und der erwünschten Raumwirkung ab. Birke ist ein sehr helles Holz und lässt den Raum größer wirken. Nussbaum ist dunkler und wirkt gemütlicher. In Europa sind die Holzarten

  • Ahorn
  • Birke
  • Buche
  • Eiche
  • Esche
  • Kirsche
  • Nussbaum und
  • Olive
Parkett Ahorn
Parkett Birke
Parkett Buche
Parkett Eiche
Parkett Esche
Parkett Kirsche
Parkett Nussbaum
Parkett Olive

beliebte und traditionell genutzte Holzarten. Darüber hinaus bieten die Hersteller beispielsweise Eukalyptus oder Kambala an. Bei der Auswahl spielen neben ästhetischen Gesichtspunkten und dem Preis auch ökologische Aspekte eine wichtige Rolle.

Auf die Herkunft kommt es an

Die Herkunft des Holzes ist bei der Auswahl des Parketts zu berücksichtigen, Tropenhölzer sind zu meiden und Hölzer aus nachhaltiger und sozialverträglicher Forstwirtschaft zu bevorzugen. Die Zertifikate FSC und PEFC gewährleisten diese Forstwirtschaft, Betrugsfälle sind jedoch auch hier bereits vorgekommen. Die Bezeichnung FSC-Mix bedeutet, dass solche Produkte bis zu 90 Prozent unzertifiziertes Holz beinhalten können. Insgesamt existieren über 100 Holz- und Waldsiegel , wovon die meisten von der Industrie erfunden sind und der besseren Vermarktung dienen sollen. Der ökologisch motivierte Kunde achtet neben der Herkunft und Holzart zusätzlich auf den Verarbeitungsort. Europäisches Holz, das in Südostasien zu Parkett verarbeitet wird, ist ökologischer Unfug. Die für den Transport verbrauchte fossile Energie zerstört den positiven Effekt, Holz aus der Heimat ausgewählt zu haben.

Wer sein Parkett mit gutem Gewissen auswählen möchte, achtet daher auf die FSC-Zertifizierung mit Angabe der Herkunft und die Information zur Produktionsstätte. Damit das Parkett für viele Jahre und im Idealfall generationsübergreifend erhalten bleibt, sollte das Verlegen dem qualifizierten Fachmann überlassen werden. Im nächsten Teil geht es um die zwei Varianten, die zum Verlegen zur Auswahl stehen; beide haben ihre Vor- und Nachteile.

 

Massivparkett - Ein Rohdiamant der geschliffen wird

Massivparkett verlegt in der Regel der Fachmann und bereitet dieses anschließend in mehreren Schleifgängen auf. Wachs, Fußbodenöl oder Parkettlack dienen der Versiegelung. Erhältlich ist diese Parkettart heute ebenso als Fertigparkett, dabei schleifen und versiegeln die Hersteller das Parkett bereits im Werk. Das Verlegen von Fertigparkett ist für ambitionierte Heimwerker möglich, gründliches Arbeiten ist dabei Pflicht. Massivparkett ist in verschiedenen Parkettarten erhältlich:

  • Stabparkett
  • Mosaikparkett
  • Lamparkett
  • Hochkantlamellenparkett

Stabparkett (auch Nagelparkett oder Parkettriemen genannt) besteht aus schmalen Holzstücken in eben Stäben. Die Herstellung der Verbindung erfolgt über Nut und Feder, wobei Nägel das Stabparkett auf dem hölzernen Untergrund fixieren. Die Standarddicke beträgt 22 Millimeter. Es vergehen Jahrzehnte, bevor solch ein Parkettboden nicht mehr zu renovieren ist.

Mosaikparkett eignet sich aufgrund der geringen Aufbauhöhe gut für die Anbringung über einer Fußbodenheizung und ist aus dünneren Holzlamellen zusammengesetzt. In Deutschland ist das Mosaikparkett, verlegt als Würfelmuster, weit verbreitet.

Lamparkett, auch Dünnparkett genannt, ähnelt dem Stabparkett und integriert die Vorteile des Mosaikparketts. Damit ist Lamparkett ebenfalls über einer Fußbodenheizung verlegbar.

Hochkantlamellenparkett (HKL oder auch Industrieparkett genannt) ist heute aufgrund der Optik wieder beliebt. Es ähnelt dem Mosaikparkett, ist jedoch dicker und dadurch häufiger abschleifbar.

Parkettdielen beziehungsweise Massivdielen sind zwei bis drei Meter lang. Dafür verleimen die Hersteller Parkettstäbe miteinander. Die Verbindung erfolgt über Nut und Feder. Früher meist aus Nadelholz gefertigt, ist heute Laubholz die häufigere Holzart. Vor der Auswahl ist eine detaillierte Beratung sinnvoll, denn die Massivdielen sind in großen Formaten erhältlich, die sich nicht für jeden Wohnbereich eignen. Vorteil ist die höhere Stabilität aufgrund der Größe.

Das Tafelparkett zählt zu den hochwertigsten Varianten unter den Parkettarten. Das Verlegen verschiedenfarbiger Hölzer zu geometrischen Mustern führt zu edlen und komplexen Mustern.

2-Schicht-Parkett besteht aus einer miteinander verleimten Träger- sowie einer Deckschicht. Sperrholz oder eine hochverdichtete Faserplatte dient als Träger, was Ressourcen schont und das Quellen des Elements verringert.

Das 3-Schicht-Parkett verfügt zusätzlich über einen Unterzug, was Quellkräfte optimal egalisiert.

 

Eine Frage des Geschmacks - Verlegemuster von Parketböden

Die Raumgröße, der eigene Geschmack und die erwünschte Raumwirkung beeinflussen die Entscheidung des Verlegemusters. Infrage kommen unter anderem:

  • der Parallelverband
  • der Flecht-Boden
  • der Fischgrat
  • der Leiter-Boden

Der Wilde Verband ist der Klassiker. Das Parkett ist dabei wie die Beplankung auf einem Schiffsdeck verdeckt – parallel und mit versetzten Stößen. Alternativen sind der Englische Verband, der Oxford-Verband oder der Altdeutsche Verband. Flecht-Böden entsprechen zueinander verschobenen Würfeln – eine Flechtoptik entsteht. Für größere Räume eignet sich das Fischgrat-Muster. Weitere Muster sind der Burgunder Verband oder die Kassette, auch die Kombination ist unter Umständen ansehnlich.

 

Wenn es schnell gehen soll - Fertigparkett

Fertigparkett ist ein bereits versiegelter Fußboden, der sich schnell und einfach verlegen lässt. Danach kann er sofort betreten werden. Ihn gibt es aus Massivholz oder als so genanntes Mehrschichtparkett. Ersteres besteht aus einem Vollholzkörper in einer Holzart, letzteres aus zwei oder mehr Schichten. Während die Oberfläche hier qualitativ hochwertig ist, kommt als Trägermaterial darunter meist günstigeres Nadelholz zum Einsatz.

Ebenso aufwändig wie herkömmlicher Holzboden wird auch Fertigparkett behandelt, nur eben vor dem Verlegen. Der Raum kann so um einiges eher wieder genutzt werden. Die langen Wartezeiten, die sonst durch Schleifen, Ölen oder Wachsen anfallen, fallen weg. Auch eine zusätzliche Versiegelung ist nicht notwendig.

Auch das Verlegen ist weniger aufwändig. Wurde einst noch jedes Stäbchen einzeln mit Nut und Feder verklebt, so wenden immer mehr Hersteller das Klick-Verfahren an. Dies ermöglicht eine zügige und effektive Arbeitsweise. Mehrschichtiges Fertigparkett wird nach wie vor verklebt oder vernagelt.

Aufgrund der verwendeten Materialien ist Fertigparkett im Vergleich zu herkömmlichem Parkett deutlich günstiger. Besonders Mehrschichtparkett bringt durch das günstigere Trägermaterial eine immense Kostenersparnis mit sich. Auch fertiges Vollholzparkett überzeugt durch seinen günstigen Preis. Dieser begründet sich in der umfangreichen Vorbehandlung des Parketts, die weitere Bearbeitungskosten einspart.

 

Aus Alt mach neu - Parkett richtig abschleifen

Parkett abschleifen und einfärben schafft die Möglichkeit, auch nach Jahrzehnten über einen edlen und ansehnlichen Fußbodenbelag zu verfügen.

Erst abschleifen, dann versiegeln - Neu verlegen oder renovieren

Der Parkettboden wird erst verlegt, dann abgeschliffen und anschließend versiegelt. Zunächst erfolgt der Grobschliff, um eine ebene Oberfläche zu erhalten. Band- oder Walzenschleifmaschinen sind die geeigneten Geräte. Handelt es sich um einen neuen Parkettboden, ist in der Regel ein Grobschliff und Feinschliff genug. Bei Renovierungsarbeiten ist das Abschleifen von Parkett aufwendiger.

Im Rahmen einer Renovierung des Parkettbodens sind neben dem Grobschliff häufig mehrere Mittelschliffe nötig. Feine Risse und kleine Fugen tauchen häufig erst nach dem ersten Schleifen auf. Das Abschleifen von Parkett ist handwerklich anspruchsvoll. Für das Abschleifen und Lackieren des Parketts ist in der Regel ein Fachbetrieb zu beauftragen. In Baumärkten oder bei Fachhändlern ist das Ausleihen einer professionellen Parkettschleifmaschine möglich. Dreischeiben- oder Tellerschleifmaschinen sind für den Feinschliff geeignet. Tipps für ein ansehnliches Schleifbild:

  • von links nach rechts arbeiten
  • in der lichtabgewandten Ecke des Raums beginnen
  • in Bahnen schleifen, erst in die eine Richtung anschließend auf derselben Bahn zurück
  • dann eine halbe Walzenbreite weitersetzen
  • weder Tempo noch Richtung ändern

Bei Beschädigungen ist die Reparatur zeitnah durchzuführen.

 

Macken und Kratzer im Parket

Die zügige Reparatur von Macken und Kratzern im Parkett ist neben den optischen Gründen besonders für den langfristigen Schutz wichtig. Über eine beschädigte Versiegelung dringt Feuchtigkeit in das Parkett. Das Holz quillt auf und der Schaden wächst. Die Vorgehensweise zur Reparatur kleiner einzelner Macken und Kratzer:

  • Reinigung der betroffenen Stelle
  • Auffüllen der Stelle mit farblich passendem und zuvor erwärmtem Wachs
  • Versiegelung mit Klarlackstift
 

Parkett einfärben

Das Einfärben von Parkett schafft eine neue Raumatmosphäre. Gerade im Rahmen einer Renovierung ist das Einfärben eine interessante Option für die Verschönerung der Räumlichkeiten. Dunklere Farben stehen für mehr Gemütlichkeit, helle Farben erzielen größer wirkende Räume. Auch schlechte Sortierungen lassen sich durch das Einfärben von Parkett kompensieren. Das Einfärben der klassischen Holzarten Eiche, Esche oder Buche ist problemlos möglich. Verschiedene Möglichkeiten dienen dazu, die natürliche Holzfarbe zu verändern:

  • Beizen
  • Kalken
  • Räuchern

Parkett einfärben ist mit den hier vorgestellten Verfahrensweisen grundsätzlich möglich. Welche Variante die richtige Wahl ist, hängt von dem gewünschten Ergebnis und dem vorhandenen Parkett ab. Der Fachmann führt vor Ort eine individuelle Beratung durch und schlägt geeignete Lösungsansätze vor.

Beizen

Möglich ist das Beizen auf Lösemittel- oder Wasserbasis. Auf die Verträglichkeit mit der Lackierung ist zu achten. Parkettbeize in Verbindung mit einer hochwertigen Versiegelung bietet bei professioneller Verarbeitung ein gutes Farbergebnis. Der Fachmann berät individuell zum jeweiligen Parkettboden.

Poren öffnen und kalken

Für Eichenholz ist das Kalken eine altbekannte Methode. Zuerst dient die Bearbeitung mit einer Drahtbürste der Öffnung der Poren, anschließend füllt der Handwerker das Holz mit einer Kalkpaste. Die letzte Schicht bildet bei dieser Variante ein Lacküberzug.

Räuchern

Um das verlegte Parkett in einer Wohnung einzufärben, ist das Räuchern eine weitere Möglichkeit. Das Aufstellen von Behältern mit Salmiakgeist, aus denen Ammoniak entweicht, führt zur Einfärbung des Parkettbodens.

 

Die "Ich-schleif-mein-Parkett-selbst-ab"-Checkliste

Auch bei massivem Parkett gibt es eine dekorative Nutzschicht. Bei jeder Aufbereitung wird etwa 0,5 Millimeter Material abgetragen. Mehrschichtparkett hat eine Schichtdicke von 2,5 bis 6 Millimetern, Massivholzparkett kann bis zu 22 Millimeter dick sein. Da eine Laufschicht von zirka zwei Millimetern verbleiben soll, kann man ein dünnes Mehrschichtparkett höchstens einmal aufbereiten. Daher muss Folgendes geklärt werden.

  1. Welches Parkett wurde verlegt?
  2. Wie oft wurde es schon abgeschliffen?
  3. Ist es möglich, ein Brett zu entnehmen, um den Aufbau zu prüfen?
  4. Kann an einer unauffälligen Stelle eine Schicht von einem halben Millimeter abgetragen werden?

Sobald feststeht, dass der Boden abgeschliffen werden kann, sollte man sich mit System an die Arbeit machen. Die für das Schleifen erforderlichen Maschinen können geliehen werden. Um Gebühren zu sparen, sollte ein Termin für das Ausleihen vereinbart werden und der Boden fristgerecht für das Aufbereiten präpariert werden.

  1. Termin zum Leihen der Parkettschleifmaschine festlegen.
  2. Deltaschleifer für Ecken und Kanten zu diesem Termin besorgen.
  3. Atemschutzmaske der Filterklasse P3 und Schutzbrille kaufen.
  4. Schleifpapiervorrat für beide Geräte mit den Körnungen 24, 36, 60 und 100 anlegen.
  5. Ein Brett, um die Maschine abzustellen, bereitlegen.
  6. Weißleim, Öl oder Lack besorgen.
  7. Am Tag vor dem Termin alle Möbel aus dem Raum räumen.
  8. Sockelleisten entfernen.
  9. Prüfen ob aus dem Boden Nägel oder Schrauben herausstehen.
  10. Gegebenenfalls die Metallteile entfernen, um die Maschinen vor Schäden zu bewahren.

Nun kann das Aufbereiten beginnen. Da trotz Absaugung einiges an Staub entsteht, sollten Haustiere und unbeteiligte Personen sich nicht in dem Raum aufhalten. Der aufgefangene Staub wird unter Umständen benötigt, um Löcher oder Risse im Parkett zu verfüllen. Er darf also nicht sofort entsorgt werden. Wichtig: Das Gerät darf nur wenn die Walzen mit voller Geschwindigkeit rotieren, aufgesetzt werden. Es muss für Arbeitspausen mit angehobenen Walzen zum Brett gefahren werden.

  1. Boden abfegen.
  2. Mit grobem Schleifpapier den Boden abschleifen.
  3. Zwischenschliff mit 36er und 60er Körnung durchführen.
  4. Randbereiche mit Deltaschleifer in dieser Körnung bearbeiten.
  5. Boden gründlich absaugen.
  6. Auf Risse untersuchen.
  7. Mischung aus Leim und Schleifstaub anfertigen, um die Schadstellen zu verfüllen.
  8. Nach dem Aushärten Feinschliff mit 100er Körnung durchführen.
  9. Leihgerät zurückgeben.
  10. Boden gründlich absaugen.
  11. Mit Öl oder Acryllack versiegeln.
  12. 24 Sunden trocknen lassen.
  13. Stoßleisten montieren und Möbel einräumen.
 

Ein Parkett für alle Fälle - mit Fußbodenheizung oder im Bad

Stets warme Füße - Parkett mit Fußbodenheizung

In Verbindung mit einem hochwertigen Parkettboden genießen die Bewohner einen luxuriösen Wohnkomfort. Damit die Kombination harmoniert, sind bei der Bodenbeschaffenheit, der Parkettauswahl und dem Verlegen einige Aspekte zu beachten.

1. Der Untergrund

Ob das Verlegen von Parkett und einer Fußbodenheizung in einem Raum möglich ist, hängt als Erstes vom Untergrund ab: Heizestrich ist der geeignete Fußbodenaufbau. Heizestrich beinhaltet innerhalb oder unterhalb der mineralischen Schicht Heizelemente. Damit erfüllt der Estrich die Funktion eines Heizkörpers und erwärmt den Raum. Als Heizelemente haben sich in Verbindung mit Parkett Kupferrohre bewährt. Sind diese Grundvoraussetzungen erfüllt, stellt sich die Frage nach der richtigen Parkettwahl.

2. Welches Parkett transportiert Wärme optimal?

Damit die Fußbodenheizung ihre Wirkung voll entfalten kann, muss das Parkett die Wärme sehr gut transportieren können. Bei Einsatz einer Fußbodenheizung ändert sich die Temperatur ständig – das Parkett muss diesen Schwankungen standhalten und sich nicht übermäßig ausdehnen oder zusammenziehen.

Der Wärmedurchlasswiderstand definiert hier die Wärmeabgabe des Parkettbodens. Die Holzdichte spielt für die Wärmeleitfähigkeit die entscheidende Rolle. Der Wärmedurchlasswiderstand sollte nicht größer als 0,15 m²/kW sein, andernfalls ist die Energieeffizienz zu gering. Die Leitfähigkeit von Hartholz ist um ein Drittel höher als von Weichholz. Je dichter und dünner das verwendete Material, desto besser ist die Wärmeleitfähigkeit.

Bei fachgerechter Verlegung sind heimische Holzarten wie Nussbaum, Kirsche oder Eiche geeignet, ebenso die meisten Exotenhölzer. Ahorn und Buche hingegen sind ungeeignet, da diese Holzarten stark quellen und schwinden. Helle Hölzer gelten als weniger geeignet, dunkle Hölzer sind zu bevorzugen. Die maximale Bodendicke sollte 22 Millimeter nicht überschreiten. Unabhängig von der gewünschten Parkettart ist die Wahl von Ausführungen mit geringer Breite empfohlen. Mosaikparkett in acht Millimetern ist beispielsweise sehr gut geeignet, ebenso die Hochkantlamelle mit zehn Millimetern.

3. Versiegelung vs. Veredelung

Das Parkett muss atmen können, damit die Kombination von Parkett und Fußbodenheizung gelingt. Die Poren des Holzes sind offenzuhalten, sodass Feuchtigkeit gut aufgenommen und wieder abgegeben werden kann. Versiegeltes Parkett ist daher nicht ideal, stattdessen ist die Veredelung mit aushärtenden Ölen zu bevorzugen. Eher ungeeignet sind Hartwachsöle.

4. Nur vollflächig verlegen

Ob schwimmend verlegter oder vollflächig verklebter Parkettboden – die Kombination von Parkett und Fußbodenheizung lässt für eine ideale Lösung nur eine Variante zu: der vollflächig verklebte Parkettboden. Der Grund: Die Wärme soll weitergeleitet und nicht isoliert werden. Luft ist ein hervorragender Isolator und bei dem schwimmend verlegten Parkettboden ist zwischen Parkett und Untergrund eine Luftschicht, bei Verwendung einer Trittschalldämmung sind es sogar zwei. Zwar bewerben die Hersteller teilweise Ihre schwimmend zu verlegenden Parkettböden als geeignet und die Verwendung ist durchaus möglich – zugleich ist diese Kombination jedoch reine Energieverschwendung. Vollflächig verklebtes Parkett ist mit der Fußbodenheizung am besten kompatibel.

5. Welche Art der Fußbodenheizung wird verwendet?

Die Warmwasser-Fußbodenheizung ist in Verbindung mit Parkett gut geeignet. Dabei ist darauf zu achten, dass die Oberflächentemperatur des Parketts 26 Grad nicht überschreitet. Die Kombination von Parkett und einer Elektro-Fußbodenheizung ist ungeeignet. Mit einer Elektro-Fußbodenheizung ist gemäßigtes Auf- und Abheizen nicht möglich, die Schwankungen der Temperatur sind zu schnell und zu hoch. Irreparable Schäden des Parkettbodens sind die Folge.

Die Möglichkeit, Parkett mehrmals abzuschleifen und neu zu versiegeln macht den Bodenbelag extrem langlebig. Zudem ist durch Einfärben eine optische Anpassung bei Renovierungsarbeiten durchführbar. Der letzte Teil gibt wichtige Informationen zu den beiden Bereichen.

 

Parkett im Badezimmer - Aber sicher!

Ist Parkett für das Badezimmer eine dauerhafte Lösung? Ja! Mit der festen Verlegemethode und der richtigen Holzart, ist das überhaupt kein Problem.

Wer sich für Parkett als Bodenbelag im Badezimmer entscheidet, muss zunächst die richtige Holzart wählen. Für Feuchträume sind tropische Hölzer wie Teak, Merbau, Jatoba und Doussie als Massivdielen, beziehungsweise Parkettdielen geeignet. Diese sind bis zu drei Meter lang und über Nut und Feder zu verbinden. Da diese Elemente schon von Werk aus versiegelt und geölt sind, entfällt die Versiegelung. Als heimische Holzart empfiehlt sich Eiche oder Nussbaum.

Bevor man mit dem Verlegen beginnt, muss sich das Parkett zuerst wenigstens 24 Stunden akklimatisieren. Zu diesem Zweck werden die Holzpakete bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 60 bis 70 Prozent im Bad gelagert. Die Raumtemperatur sollte ungefähr 18 Grad betragen.

Der Fußboden muss gründlich vorbereitet werden

Vor dem Verlegen muss zunächst der Untergrund geprüft werden. Ist er trocken, eben und sauber? Unebenheiten von mehr als drei Millimeter müssen mit Spachtelmasse ausgeglichen werden. Manche Böden, allen voran Estrich, weisen oft Restfeuchtigkeit auf. In diesem Fall muss eine 0,2 Millimeter starke PE-Folie verlegt werden. Wird die Folie verlegt, müssen die Bahnen ungefähr 20 Zentimeter überlappen und an den Nahtstellen mit Klebeband verschlossen werden. Falls der Raum über einen unbeheizten Keller liegt, muss ebenfalls erst eine Folie untergelegt werden. Mit so einer Dampfsperre wird das Parkett vor aufsteigender Feuchtigkeit geschützt. Bei bodenkaltem Untergrund kann zusätzlich eine Trittschalldämmung aus Filz oder Kork verlegt werden.

Erst eine Reihe legen

Die Paneelen werden zum Lichteinfall hin verlegt. Man beginnt in der rechten Ecke des Raumes, wobei die erste Reihe mit der Nut zur Wand gerade ausgerichtet wird. Für den nötigen Wandabstand von zehn Millimeter für die Dehnungsfuge, sorgen Abstandskeile. Auch an der Stirnseite sollten Keile gesetzt werden. Die erste Reihe wird erst probeweise trocken verlegt und die letzte Diele entsprechend nach Maß abgesägt. Mit dem Reststück wird dann die nächste Reihe begonnen. Dabei ist darauf zu achten, dass Endstücke nie kürzer als 40 Zentimeter sind. Sind die Stücke kürzer, ist es besser, ein neues Stück zu schneiden.

Ganzflächig verkleben, anschließend zweimal Ölen oder wachsen

Für Parkett im Badezimmer ist das feste Verkleben immer noch die beste Lösung. Ausgehend von der Mitte wird der Parkettkleber mit einem Zahnspachtel nach links und rechts für die ersten drei Reihen verteilt. Es kann immer nur so viel Klebstoff aufgetragen werden, wie man in 30 Minuten an Holzdielen verlegen kann.

Nun werden die Dielen mithilfe von einem Gummihammer vorsichtig zusammengefügt. Am Ende einer jeden Reihe wird die letzte Diele mit einem Zugeisen mit der vorherigen zusammengefügt. Heraustretender Klebstoff muss sofort mit einem Tuch sorgfältig entfernt werden. Experten raten, die ersten drei Reihen zur Stabilität erst vollständig trocknen zu lassen. So kann beim späteren Anklopfen hinten nichts mehr verrutschen.

Wer nicht warten möchte, kann auch die restliche Materialmenge auf die schon geklebten Holzböden als Beschwerung stellen. So können dann die weiteren Paneelen mit Schwung zu Ende verlegt werden. Nun nur noch die Kanten mit einem elastischen Dichtstoff abdichten und die neue Wellnessoase ist am nächsten Tag voll begehbar.

Obwohl die Massivbretter beim Kauf schon vorbehandelt sind, lohnt es sich, den Boden noch zweimal mit Öl oder Wachs zu behandeln. So ist der Holzboden optimal für das Badezimmer vorbereitet.

 

Industrieparkett – Robust und günstig

Industrieparkett findet man mittlerweile nicht nur in Gewerberäumen mit stark strapazierten Bodenflächen. Die moderne Optik, Langlebigkeit und der günstige Preis überzeugt viele auch in Wohnräumen. Die Auswahl der angebotenen Holzarten ist groß: Ob Eiche, Ahorn, Esche, Nussbaum, Buche, oder Bambus - ihren Wünschen und Vorstellungen sind keine Grenzen gesetzt.

Was ist Industrieparkett?

Industrieparkett, auch bekannt als Breitlamellen- oder Hochkantlamellenparkett, diente ursprünglich der Resteverwertung aus der Herstellung von Mosaikparkett. Da die aussortierten Lamellen nicht fehlerfrei sind und farblich stark variieren können, wirkt Industrieparkett recht massiv – aber mit Charakter. Die Lamellen werden hochkant in Streifen angeordnet und auf einem Kunststoffnetz oder Papierstreifen zu Verlegeeinheiten verklebt. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage wird Industrieparkett heutzutage auch aus eigens angefertigten Vollholzlamellen hergestellt. Mit der 10-25 Millimeter Nutzschicht ist das Hochkantlamellenparkett bedeutend dicker als andere Parkettarten und kann somit öfter geschliffen werden.

Verlegen von Industrieparkett

Wie auch Mosaik- und Stabparkett wird Industrieparkett unbehandelt verarbeitet. Das einfache Muster macht das Verlegen relativ leicht. Hierzu werden die Verlegeeinheiten vollflächig auf dem trockenen, ebenen Untergrund verklebt. Anschließend wird der Boden geschliffen, verfugt und versiegelt. Die Verwendung von Öl oder Wachs hat den Vorteil, dass die Poren offen bleiben und so zu einem guten Raumklima beitragen. Lack hingegen verschließt die Poren, bietet dafür aber bei Feuchtigkeit und einer starken mechanischen Beanspruchung dauerhaften Schutz.

 

Parkett verlegen - DIY oder vom Fachmann

Beim Parkett verlegen bieten sich Bauherren zahlreiche Möglichkeiten. Ebenso zahlreich sind jedoch auch die Schritte und Dinge, die zu beachten sind. Um den Bodenbelag fachgerecht zu verlegen, sind professionelle Vorbereitungen nötig und die vollflächige verklebte Verlegetechnik erfordert ebenfalls besondere Sorgfalt und ein hohes Maß an Sachverstand.

Sich hier auf die Hilfe eines Fachmanns zu verlassen ist im noch so kleinen Zweifelsfall oft die bessere Lösung!

Mithilfe einer Ausschreibung bei MyHammer finden Auftraggeber bequem und zuverlässig einen professionellen Handwerker, der ihnen das Verlegen des Parketts nach ihren Vorstellungen abnimmt. Sie erhalten die Angebote qualifizierter Parkettleger, aus denen sie anhand von Kriterien wie Preis, Leistungen oder der Bewertungen anderer Kunden den am besten geeigneten Dienstleister für ihren Auftrag auswählen.

 

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