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Handwerkerleistungen richtig absetzen: So bekommen Sie den Steuerbonus

Berlin, 04. August 2015 – Für viele Haushalte sind die Sommerferien ein beliebter Zeitpunkt, um größere Projekte rund um Haus und Garten umzusetzen. Wer dabei die Hilfe von Handwerkern in Anspruch nimmt, der sollte bereits jetzt an die nächste Steuererklärung denken, damit mögliche Steuervorteile nicht verloren gehen. Auf diesen Sachverhalt macht MyHammer (www.my-hammer.de), Deutschlands führendes Handwerkerportal, aufmerksam.     

Steuerermäßigungen in § 35a des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt

Bereits seit 2006 erhalten Verbraucher – unabhängig davon, ob sie Mieter oder Eigentümer sind – einen attraktiven Steuerbonus auf Handwerkerleistungen und können zahlreiche Arbeiten rund um ihr Zuhause absetzen. Werden handwerkliche Tätigkeiten wie das Streichen von Fenstern, die Modernisierung von Bad und Küche oder die Reparatur der Waschmaschine in Auftrag gegeben, so können die Ausgaben bis zu einem jährlichen Betrag von 6.000 Euro in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Für die Berechnung des tatsächlichen Steuernachlasses legt das Finanzamt 20 Prozent der angefallenen Kosten zu Grunde. Maximal lässt sich das zu versteuernde Einkommen somit um bis zu 1.200 Euro reduzieren. Welche Handwerksleistungen von der Steuer absetzbar sind und worauf Verbraucher konkret achten müssen, um in den Genuss der staatlichen Förderung zu kommen, erläutert MyHammer Rechtsanwalt Matthias Niebuhr.

Auch Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen von der Steuer absetzbar

„Privatpersonen können in der Regel sämtliche Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen von der Steuer absetzen“, macht Niebuhr deutlich. „Dies gilt nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs aus dem Jahr 2011* auch bei Ausgaben für Erweiterungs- und bestimmte Neubaumaßnahmen, zum Beispiel für den Ausbau des Dachgeschosses, das Anlegen einer Terrasse oder den Bau eines Wintergartens. Der bisherigen Praxis der Steuerbehörden, jede Maßnahme als Neubau einzustufen, durch die Wohn- und Nutzfläche neu geschaffen oder erweitert wird, wurde dadurch ein Riegel vorgeschoben“, so Niebuhr.

Das Bundesfinanzministerium hat im vergangenen Jahr festgelegt, dass nur noch solche Tätigkeiten als Neubaumaßnahme zu verstehen sind, die „im Zusammenhang mit der Errichtung eines Haushalts bis zu dessen Fertigstellung“ ** anfallen. In der Praxis bedeutet dies, dass die Kosten für Erweiterungs- und Umbauprojekte bei bereits bewohnten Immobilien abgesetzt werden können. Wer dagegen noch vor dem Einzug steht, der hat schlechte Karten.

„Auch energetische Sanierungsmaßnahmen können angegeben werden“, betont Niebuhr. „Öffentlich geförderte Sanierungen lassen sich allerdings nicht von der Steuer absetzen, um eine Doppelförderung auszuschließen.“    

Zu beachten ist außerdem, dass die Leistung im räumlichen Bereich des Haushalts bzw. auf dem eigenen Grundstück erbracht wird. Wenn zum Beispiel die Wartung eines Haushaltsgeräts in der Werkstatt erfolgt, so fällt dies nicht unter die Vergünstigung.

Materialkosten werden nicht berücksichtigt

Absetzbar ist allerdings nur der Anteil der Arbeits- und Fahrtkosten einschließlich der darauf entfallenden Umsatzsteuer. Die Materialkosten fallen hingegen durch das Raster. „Auftraggeber sollten vor allem darauf achten, dass die Arbeits-, Fahrt- und Materialkosten sowie die Umsatzsteuer getrennt auf den Rechnungen ausgewiesen werden“, rät Niebuhr.    

Keine Barzahlung!

Die Finanzämter berücksichtigen zudem nur Rechnungen, bei denen die Bezahlung auf das Konto des jeweiligen Handwerksbetriebs erfolgt ist, beispielsweise durch Überweisung oder elektronisches Lastschriftverfahren. Bei Barzahlungen gibt es hingegen keinen Steuerabzug. Alle Rechnungen und Überweisungsbelege sind auf Nachfrage des zuständigen Finanzamtes vollständig einzureichen und sollten daher sorgfältig aufbewahrt werden.    

* Siehe BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.07.2011, VI R 61/10.

** Siehe Bundesministerium der Finanzen: Anwendungsschreiben zu § 35a EStG vom 10. Januar 2014 (Tz. 21).

MyHammer ist Deutschlands größtes Handwerkerportal im Internet. Als Marktführer unterstützt MyHammer Handwerksunternehmen bei der Auftragssuche und hilft Verbrauchern, den passenden Betrieb für ihren Auftrag rund um Haus und Garten zu finden. 
 
Über MyHammer können Auftraggeber direkt mit qualifizierten und von Kunden empfohlenen Handwerkern in Kontakt treten. Das Spektrum reicht von kompletten Baumaßnahmen über Reparaturen und Wohnungsrenovierungen bis hin zu Umzügen. MyHammer achtet auf die Einhaltung der Handwerksordnung und prüft die Angaben zur Qualifikation der jeweiligen Betriebe.
 
MyHammer finanziert sich über regelmäßige Beitragszahlungen der registrierten Handwerker. Für Auftraggeber ist die Nutzung des Portals mit keinen Kosten verbunden. Die MyHammer AG betreibt Online-Plattformen in Deutschland, Österreich und Großbritannien. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin beschäftigt derzeit rund 60 Mitarbeiter.

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