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Neue Regeln für haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen helfen beim Steuern sparen

Berlin, 28. April 2016 – Bereits seit 2006 erhalten Verbraucher einen attraktiven Steuerbonus auf Dienstleistungen rund um den Haushalt. Wer einen Handwerker oder Haushaltshilfen beauftragt, der kann in der Einkommenssteuererklärung heute deutlich mehr in Anspruch genommene Leistungen von der Steuer absetzen als noch vor wenigen Jahren. Auf diesen Sachverhalt machen die Experten vom Handwerkerportal MyHammer (www.my-hammer.de) aufmerksam.

„Bei der steuerlichen Anerkennung von haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen sind das Bundesfinanzministerium und der Bundesfinanzhof in der jüngeren Vergangenheit erheblich kulanter geworden“, erklärt MyHammer Rechtsanwalt Matthias Niebuhr. So können Privatpersonen bereits seit 2011 neben Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen auch Ausgaben für Erweiterungs- und eine Reihe von Neubaumaßnahmen geltend machen (Bundesfinanzhof Urteil vom 13.7.2011, VI R 61/10). Galt zudem, dass die Leistung strikt im Bereich des Haushalts bzw. auf dem eigenen Grundstück erbracht werden musste, so hat der Bundesfinanzhof die räumlichen Grenzen in einem weiteren Urteil deutlich aufgeweicht. Die Folge: Seit 2014 sind nun auch viele Arbeiten außerhalb der eigenen Grundstücksgrenze absetzbar (Bundesfinanzhof Urteil vom 20.03.2014, VI R 55/12).

Wie Verbraucher von den aktuellen Zugeständnissen der Finanzbehörden profitieren und welche steuerlichen Möglichkeiten bei haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen genutzt werden können, hat MyHammer im Folgenden exemplarisch zusammengestellt:

  • Die Ausgaben für den Schornsteinfeger lassen sich wieder komplett absetzen. Dazu zählen neben Kehr-, Reparatur- und Wartungsarbeiten auch die Kosten für Messungen und Überprüfungen, die erst vor zwei Jahren vom Bundesfinanzministerium ausgeklammert wurden (BMF-Schreiben vom 10. November 2015).
  • Der Winterdienst ist auch vor dem eigenen Grundstück steuerbegünstigt, wenn eine Pflicht zur Schneeräumung besteht.
  • Die Kosten für den Hausnotruf im Rahmen des „Betreuten Wohnens“ sind seit Herbst 2015 ebenfalls von der Steuer absetzbar (Bundesfinanzhof Urteil vom 3.9.2015, VI R 18/14).
  • Neben der reinen Arbeitsleistung werden auch die in Rechnung gestellten Fahrt- und Maschinenkosten von den Finanzämtern berücksichtigt.
  • Dagegen fallen die Materialkosten durchs Raster. Die Ausnahme sind einfache Verbrauchsmaterialien wie Reinigungsmittel oder Streugut.
  • Neben der reinen Gartengestaltung und –pflege wird auch die Entsorgung der anfallenden Gartenabfälle (Grüngutabfuhr) steuerlich begünstigt.
  • Einen weiteren Steuerbonus gibt es für die Reparatur von Haushaltsgegenständen wie Waschmaschinen, Fernsehern und Geschirrspülern, sofern die Reparaturen im Haushalt erledigt werden.
  • Auch die Beseitigung von Graffiti wird angerechnet. Voraussetzung ist allerdings, dass noch keine Versicherung für den Schaden aufgekommen ist.
  • Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse auf Minijob-Basis werden bis zu einer Höhe von 2.550 Euro zusätzlich berücksichtigt.
  • Privat veranlasste Umzüge gehören ebenfalls zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Ein beruflich bedingter Wohnortwechsel muss dagegen über die Werbungskosten abgerechnet werden.
  • Geltend gemacht werden können auch die Kosten für die Installation, Wartung und Reparatur des Breitbandkabelnetzes, die Dachrinnenreinigung und die Wartung von Feuerlöschern.
  • Ist die absetzbare Höchstsumme bereits überschritten? Gegebenenfalls lässt sich ein Teil der Zahlung ins neue Jahr verschieben oder die Bezahlung auf zwei Jahre verteilen, wenn die Leistung über den Jahreswechsel hinaus erbracht wird.
  • Tipp: Mieter zahlen für diverse haushaltsnahe Dienstleistungen wie Gartenarbeit, Winterdienst, Treppenhaus- und Schornsteinreinigung oder für den Hausmeister-Service über die Nebenkostenabrechnung. Auch diese Kosten sind für den Mieter steuerlich absetzbar. Der Vermieter muss diese Kosten in der Abrechnung gesondert ausweisen

Keine Barzahlung!

„Die Finanzämter berücksichtigen nur Rechnungen, die bargeldlos beglichen wurden, beispielsweise durch Überweisung oder elektronisches Lastschriftverfahren. Bei Barzahlungen gibt es hingegen keinen Steuerabzug“, macht Niebuhr deutlich. „Alle Rechnungen und Überweisungsbelege sind auf Nachfrage des zuständigen Finanzamtes vollständig einzureichen und sollten daher sorgfältig aufbewahrt werden. Da nur der Anteil der Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten einschließlich der darauf entfallenden Umsatzsteuer absetzbar ist, sollten Auftraggeber vor allem darauf achten, dass alle genannten Kostenblöcke getrennt auf den Rechnungen ausgewiesen werden“, rät Niebuhr.      

Hintergrund: Regelung der Steuerermäßigungen in § 35a des Einkommensteuergesetzes (EStG)

Werden handwerkliche Tätigkeiten in Auftrag gegeben oder Hilfen für den Haushalt in Anspruch genommen, können die Ausgaben bis zu einem jährlichen Betrag von 6.000 Euro bei Handwerkerleistungen, 20.000 Euro bei haushaltsnahen Dienstleistungen und 2.550 Euro bei haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen (Minijobs) geltend gemacht werden. Für die Berechnung des tatsächlichen Steuernachlasses legt das Finanzamt 20 Prozent der angefallenen Kosten zu Grunde. Maximal lässt sich das zu versteuernde Einkommen somit um 5.710 Euro reduzieren.

MyHammer ist Deutschlands größtes Handwerkerportal im Internet. Als Marktführer unterstützt MyHammer Handwerksunternehmen bei der Auftragssuche und hilft Verbrauchern, den passenden Betrieb für ihren Auftrag rund um Haus und Garten zu finden. 
 
Über MyHammer können Auftraggeber direkt mit qualifizierten und von Kunden empfohlenen Handwerkern in Kontakt treten. Das Spektrum reicht von kompletten Baumaßnahmen über Reparaturen und Wohnungsrenovierungen bis hin zu Umzügen. MyHammer achtet auf die Einhaltung der Handwerksordnung und prüft die Angaben zur Qualifikation der jeweiligen Betriebe.
 
MyHammer finanziert sich über regelmäßige Beitragszahlungen der registrierten Handwerker. Für Auftraggeber ist die Nutzung des Portals mit keinen Kosten verbunden. Die MyHammer AG betreibt Online-Plattformen in Deutschland, Österreich und Großbritannien. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin beschäftigt derzeit rund 60 Mitarbeiter.

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