Blitzeinschlag in ein Haus – was passiert?

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Ohne inneren und äußeren Blitzschutz drohen bei Gewitter schwere Schäden. Ein Blitzeinschlag im Haus kann zu schweren Zerstörungen führen. Doch was genau geschieht dabei und wie kann man sich vor den Folgen schützen?

Obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass ein Haus von einem Blitz getroffen wird, nur sehr gering ist, sind Schäden durch Blitze häufig. Ein Einschlag im Umkreis von zwei Kilometern genügt, um Schäden an Elektrogeräten zu verursachen. Viele Menschen haben völlig falsche Vorstellungen über Blitze und deren Folgen.

Blitze kennen keine Regeln

Statistisch gesehen schlagen Blitze in den höchsten Punkt eines Geländes ein. Trotzdem kann es passieren, dass ein kleines Haus getroffen wird, das neben einem Hochhaus steht.

Selbst ein Haus mit einem Blitzableiter kann einen Blitzeinschlag neben dem Ableiter erleiden und brennen, wenn dieser nicht fachmännisch angebracht ist. Nur ein Blitzschutz vom Fachmann schützt vor diesen Folgen. Eine Blitzschutzanlage aus dem Baumarkt reicht nicht aus.

Was beim Blitzeinschlag passiert

Die Gefahr, die von einem Blitzschlag ausgeht, beruht auf der unvorstellbar großen Energie. Schlägt ein Blitz ein, fließen in Sekundenbruchteilen tausende Ampere von Strom, die Spannung beträgt mehrere Millionen Volt. Im Blitz herrschen 30.000 Grad Celsius. Nur die Tatsache, dass der Blitzstrom nur für kurze Zeit fließt, bewahrt vor größeren Schäden.

Trifft der Blitz in ein Haus, an dem kein Blitzableiter vorhanden ist, fließt der Strom durch Armierungen, Wasser- und Stromleitungen zur Erde. Die Wände können im Bereich der Leitungen aufplatzen. Menschen, die sich in der Nähe der betroffenen Teile aufhalten, sind in Lebensgefahr. Trotzdem gibt es nur selten Personen, die im Haus von einem Blitz tödlich verletzt werden.

Da die Energie des Blitzes durch das Haus fließt, kommt es häufig zu Bränden. Meist brennt das Holz des Dachstuhls. Hat das Haus einen gut konzipierten Blitzableiter, fließt der Blitzstrom außen ab und das Gebäude nimmt kaum Schaden.

Spannungsschäden verhindert ein innerer Blitzschutz. Dabei handelt es sich um Schutzabschaltungen, die automatisch einsetzen, wenn plötzlich die Spannung steigt. Trotzdem ist das Ziehen von Netz- und Antennensteckern bei Gewitter immer noch der beste Schutz. Dies sollte bereits erfolgen, wenn das Gewitter in drei Kilometer Entfernung tobt.

Tipp: Wenn zwischen dem Blitz und dem Donner weniger als zehn Sekunden liegen, alle Stecker ziehen.

Im Haus geschieht Menschen meist wenig

Ein Blitzeinschlag ins Haus ist für Betroffene eine Katastrophe. Die Schäden durch Überspannung oder durch das vom Blitz aufgebaute Magentfeld, stellen für Versicherungen ein Problem dar. In der großen Menge der Brände, die durch Brandstiftung oder Fahrlässigkeit entstehen, geht die Brandursache Blitzschlag unter.

Todesfälle im Haus durch Blitzschlag beruhen meist auf einer unglücklichen Verkettung. Im Juli 2014 schlug beispielsweise ein Blitz in ein Haus in Bodenkirchen ein. Der Hausherr wurde durch die Druckwelle gegen eine Wand geschleudert und verstarb auf der Stelle. In Schleswig-Holstein verstarb ein Mann an einem Herzschlag, als der Blitz in sein Haus einschlug.

Blitzschutz erhält Werte

Nur eine Blitzschutzanlage vom Fachmann, zusammen mit einer Schutzschaltung im Sicherungskasten, schützt Haus und Inventar vor Schäden.