Mit Kohle oder Holz heizen? - Entscheidungshilfe
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Ob Kohle oder Holz zum Heizen besser geeignet ist, fragen sich viele Ofenbesitzer. Es gilt verschiedene Aspekte zu beachten.
Ansprüche an Brennstoffe
Eine wesentliche Rolle spielen der Komfort, der Preis und der Umweltschutz. Außerdem kommt es auf die Lagerkapazität an, die zur Verfügung steht, um das Heizmaterial zu bevorraten.
Ein Raummeter Holz hat einen Brennwert zwischen 1.500 und 2.200 Kilowattstunden. Die gleiche Menge Braunkohlbriketts liefert fast 3.000 Kilowattstunden und Steinkohle sogar über 4.000 Kilowattstunden. Im Hinblick auf den benötigten Lagerplatz spricht alles für Kohle.
Doch wie sieht es mit den anderen Aspekten aus? Was verstehen die meisten Menschen unter Komfort beim Heizen?
Ein Brennstoff ist komfortabel, wenn er sich leicht entzünden lässt, schnell den Raum erwärmt und diesen lange warmhält. Letzteres ist wichtig, damit nicht ständig neues Brennmaterial nachgelegt werden muss. Zudem sollte der Brennstoff wenig Asche hinterlassen, damit das Reinigen des Ofens wenig Aufwand verursacht.
Der Aspekt des Umweltschutzes ist vielen Menschen wichtig. Ob das Material rückstandslos verbrennt und keine Gifte freisetzt, hängt nicht nur vom Brennstoff ab. Es kommt auch auf den Ofen an, in dem es verbrennt. Des Weiteren ist wichtig, womit der Kaminofenbesitzer das Brennmaterial entzündet.
Der Preisvergleich gestaltet sich schwierig. Der Handel bietet Holz nach Volumen, Kohle nach Gewicht an. Hinzukommt, dass die Materialien unterschiedliche Heizwerte haben.
Am sinnvollsten ist, die Vor- und Nachteile der Materialien getrennt zu betrachten. Bei der anschließenden Gegenüberstellung ist erkennbar, ob Holz oder Kohle das bessere Heizmaterial ist. Vielleicht ist eine Kombination aus beidem die sinnvollste Lösung.
Vor- und Nachteile von Holz
Wie bereits erwähnt ist für Holz eine große Lagerkapazität erforderlich. Ein weiterer Nachteil des Materials ist, dass es wenig Glut bildet. Öfen kühlen rasch aus, es sei denn man legt ständig nach. Allerdings gibt es Holzarten (Hartholz), bei denen dieser Nachteil kaum ins Gewicht fällt.
Obwohl Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, sollte niemand von einer unbegrenzten Verfügbarkeit ausgehen. Die Anbauflächen für Holz sind begrenzt und Bäume wachsen langsam.
Die Kosten von Holz bezogen auf den Heizwert ist kompliziert zu ermitteln, da der Handel Brennholz nach Volumen anbietet. Im Schnitt wiegt ein Schüttraummeter Buchenholz 380 Kilogramm. Wenn der Preis für einen Schüttraummeter des Holzes 82 Euro beträgt, kostet ein Kilogramm 0,22 Euro. Ein Kilogramm liefert zirka vier Kilowattstunden, demnach kostet Holz je Kilowattstunde 0,05 Euro.
Heizen mit Holz hat den Vorteil, dass der Ofen schnell Wärme produziert. Wer in einem ausgekühlten Raum ein Holzfeuer im Kamin entfacht, hat es in kurzer Zeit warm. Aus diesem Grund schätzen viele Menschen das Heizen mit Holz in der Übergangszeit. Wenn es abends zu kühl wird, sorgt Brennholz rasch für eine behagliche Atmosphäre.
Trockenes Holz verbrennt in einem guten Ofen in der Regel nahezu vollständig und sauber. Sofern unbehandeltes Holz verbrannt wird, enthalten die Abgase nur Kohlendioxid und Wasser. Die zurückbleibende Asche ist frei von Schwefel und kann in geringen Mengen auf den Kompost.
Unter dem Aspekt des Umweltschutzes ist Holz unschlagbar. Die CO2-Bilanz ergibt null. Beim Verbrennen entsteht lediglich die Menge Kohlendioxid, die der Baum zuvor in Sauerstoff umgewandelt hat. Stickstoff- und Schwefelverbindungen können beim Abbrand von sauberem Holz nicht entstehen.
Wichtig: Holz setzt beim Verbrennen, besonders wenn es nicht optimal verbrannt wird, Feinstaub frei. Trotz der im Vergleich zu Kohle positiven CO2-Bilanz ist ein bewusster Umgang mit dem Brennstoff wichtig. Unnötiges Heizen belastet den Geldbeutel und die Umwelt.
Heizen mit Kohle
Braunkohle, vor allem die Briketts benötigen wenig Platz im Lager, was eindeutig ein Vorteil von Kohle ist.
25 Kilogramm Braunkohlebriketts kosten im Schnitt sechs Euro. Ein Kilogramm der Briketts liegt bei 0,24 Euro und hat einen Brennwert von 5,6 Kilowattstunden. Der Preis für eine Kilowattstunde beträgt dementsprechend 0,04 Euro. Kohle ist bezogen auf den Brennwert günstiger.
Ein Kohlenfeuer bildet viel Glut und wärmt lange. Dafür dauert es einige Zeit, bis Kohle wärmt. Wer schnell behagliche Wärme wünscht, ist mit Kohle schlecht bedient.
Aus Sicht des Umweltschutzes hat Kohle viele Nachteile. Die Asche gehört in den Restmüll, da große Mengen Schwefel enthalten sind. Der hohe Anteil an diesem Element ist dafür verantwortlich, dass beim Verbrennen von Kohle Schwefelverbindungen in die Luft gelangen.
Kohle für den Ofen ist, anders als Holzkohle für den Grill, ein fossiler Rohstoff. Sie wächst nicht nach und der Abbrand verschiebt die CO2-Bilanz ins Negative. Zwar stammt auch Kohle von Bäumen, diese wuchsen aber vor Millionen von Jahren und haben damals der Atmosphäre Kohlendioxid entzogen.
Ein Kohlenfeuer setzt übrigens mehr Feinstaub frei als ein Holzfeuer. Kohle ist aus Sicht des Umweltschutzes ein deutlich schlechterer Brennstoff als Holz.
Die Brennstoffe im direkten Vergleich
In der Tabelle sind die wichtigsten Eigenschaften der Materialien übersichtlich gegenübergestellt. Sie erleichtert die Entscheidung: Kohle oder Holz?
Kohle und Holz im Vergleich
Eigenschaft
Kohle
Holz
Raumbedarf
hoch
niedrig
Ansprüche an Lagerung
luftiger trockener Platz
geschlossener Raum
Preis in Euro je kWh
0,04
0,05
Erwärmung
Raum wird langsam warm
viel Glut
Nachlegen ist selten nötig
erwärmt den Raum schnell
weniger Glut als bei Kohle
häufiges Nachlegen nötig
Asche
mit Schadstoffen stark belastet
gehört komplett in den Restmüll
wenig mit Schadstoffen belastet
in geringe Mengen als Dünger einsetzbar
Schadstoffe
in den Abgasen sind Schwefel- und Stickstoffverbindungen enthalten
hoher Feinstaubanteil
Abgase bestehen aus CO2 und Wasser
geringer Feinstaubanteil
CO2-Bilanz
negativ
neutral
Nachhaltigkeit
fossiler Rohstoff, lässt sich nicht ersetzen
Holz aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft ist nachhaltig
So gelingt das ideale Feuer
Das Heizgerät - der Kamin oder der Ofen - ist keine Müllverbrennungsanlage. Es gehören weder Papier noch Kunststoff hinein. Zum Heizen ist nur trockenes umgeschichtetes Holz ohne Leim geeignet.
Wichtig: Druckerschwärze und Bindemittel im Papier sind der Grund, wieso beim Verbrennen gefährliche Schadstoffe, wie beispielsweise krebserregende Dioxine entstehen. Papier ist zum Anzünden ungeeignet.
Das Anzünden gelingt am besten, wenn man zwei Scheite Holz quer in den Ofen legt. Darauf kommen ein Kaminanzünder sowie einige Späne Holz, die wie ein Kegel angeordnet werden.
Die kleinen Späne verbrennen schnell und entzünden die großen Holzscheite. Diese brennen langsam und gleichmäßig von oben nach unten ab. Die entstehende Glut ist die Basis für das weitere Feuer.
Ohne ausreichende Luftzufuhr ist kein sauberes Verbrennen möglich. Das Holz soll ohne Rauch brennen. Die Gebrauchsanweisung des Ofens gibt wichtige Hinweise, wie über Klappen die zugeführte Luftmenge zu regeln ist.
Tipp: Auf die Scheibe des Ofens achten. Diese bleibt fast sauber, wenn der Ofen richtig brennt.
Soll das Feuer über Stunden glimmen, ohne zu verlöschen, kommen Braunkohle- oder Hartholzbriketts in den Ofen. Wer umweltbewusst heizen möchte, sollte so wenig wie möglich oder besser noch auf Kohle verzichten.
Wenn es um den Erhalt der Umwelt geht, gibt es die Frage Kohle oder Holz nicht. Holz ist dem anderen Brennmaterial eindeutig vorzuziehen. Kohle ist im Hinblick auf den Komfort etwas besser, da sie länger glüht.
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