Wasserhahn tropft am Hebel – was tun?

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Wenn der Wasserhahn oben am Hebel tropft, gibt es zwar viele Ursachen, aber meist nur eine Art der Reparatur. Ein komplexes Bauteil ist auszutauschen.

Aufbau eines modernen Wasserhahns

Früher war alles besser, denn da konnte man einen Wasserhahn noch reparieren, stöhnen viele Heimwerker. Aber dafür waren die alten Hähne mit den Drehventilen schwierig zu zerlegen und oft musste ebenfalls ein größeres Bauteil getauscht werden.

Moderne Einhebelmischer haben im Inneren einen sogenannte Kartusche. Diese lässt sich nicht zerlegen. Selbst wenn es gelingen sollte, das Teil zu öffnen, lässt sich darin nichts reparieren, denn es gibt keine Ersatzteile. Verschiedene Dichtungen sind in den Armaturen ebenfalls nicht vorhanden.

Das ist kein Grund zu resignieren, denn eine Kartusche ist ein gängiges Ersatzteil und der Austausch ist einfach. Dies wirkt sich auch auf die Handwerkerrechnung aus, falls kein Werkzeug im Haus vorhanden sein sollte und der Austausch daher nicht selbst durchgeführt werden kann.

Ursachen erkennen, wieso der Hahn am Hebel tropft

In der Kartusche sind entweder Dichtungen porös oder sie hat sich durch Kalk zugesetzt. Die genaue Ursache ist unerheblich, da das Teil ohnehin komplett ausgetauscht werden muss. Typisches Anzeichen für einen Defekt des Bauteils ist Wasser, das sich am Fuß des Wasserhahns sammelt. Manchmal spritzt das Wasser auch oben neben dem Hebel in einem feinen Strahl heraus, wenn jemand den Hebel betätigt.

Tropft Wasser aus dem Hahn, weil er sich nicht mehr richtig schließen lässt, dann muss nicht die Kartusche defekt sein. Manchmal ist das Perlatorsieb verkalkt, es bleibt Wasser im Hahn zurück, das langsam heraussickert. Dies ist leicht zu erkennen, denn das Wasser fließt bei geöffnetem Hahn nicht zügig und spritzt nach allen Seiten. Außerdem hört das Tropfen einige Minuten nach dem Schließen des Hahns auf.

In der Regel ist grundsätzlich die Kartusche zu tauschen, wenn der Hahn tropft, egal ob das Wasser oben am Hebel austritt oder vorne am Perlator.

Reparatur des Systems

Die modernen Einhebelmischer haben keinen einheitlichen Aufbau. Einige Markenhersteller geben genaue Anleitungen, wie der Hahn zu zerlegen ist. Meist sind Heimwerker aber auf ihr technisches Gespür angewiesen.

Das Wichtigste ist, das Wasser für die Zapfstelle abzustellen, denn die Hähne lassen sich nur öffnen, wenn der Hebel in der obersten Position steht. Er ist in der Regel mit einer kleinen Schraube gesichert. Sobald diese gelöst ist, lässt sich der Hebel nach oben abziehen. Das Schräubchen ist manchmal unter Abdeckungen versteckt, die sich mit einem Flachschraubendreher abheben lassen.

Nun ist die Kartusche schon sichtbar, meist ist noch ein Teil im oberen Bereich des Hahns abzuschrauben. Das geht ohne Werkzeug. Die Kartusche, besser gesagt deren Halter, lässt sich mit einer Wasserrohrzange oder einem Zangenschlüssel abschrauben. Das Werkzeug muss Kunststoffbacken haben, da sonst die Armatur verkratzt.

Manchmal genügt es, das Bauteil in Essigwasser zu legen, um den Kalk zu lösen. Da sich dabei auch Fett löst, besteht die Gefahr, dass der Hahn dabei noch undichter wird. Öffnen und von innen abdichten ist nicht möglich.

Die Kartuschen sind nicht genormt. Sie unterscheiden sich in der Größe, den Anschlüssen und den Haltestiften an der Unterseite. Bei Markenarmaturen ist es sinnvoll, sich vor dem Zerlegen vom Hersteller einen passenden Ersatz zu besorgen. Bei unbekannten Modellen kann der Fachhandel helfen. Es ist natürlich notwendig, das ausgebaute Teil zum Einkauf mitzunehmen.

Der Zusammenbau ist einfach. Die neue Kartusche ist einzusetzen und wie zuvor die alte zu verschrauben.

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