Baum fällen: Alle Kosten & Vorschriften für Baumfällarbeiten auf einen Blick

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Bei kranken, beschädigten, zu großen oder störenden Bäumen entscheidet sich der Grundstückseigentümer für eine Fällung. Dabei ist die Beauftragung eines Fachmanns unumgänglich, denn das Fällen eines Baums ohne professionelle Kenntnisse und Ausrüstung ist lebensgefährlich. Die Kosten für das Baumfällen hängen von dem jeweiligen Baum ab und betragen zwischen 800 und 1.800 Euro.

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Baum fällen: Kosten im Überblick

Die Kosten für eine Baumfällung setzen sich aus verschiedenen Einzelposten zusammen. Je nach Baumgröße, Aufwand und weiteren Arbeiten wie eine anschließende Entsorgung sind unterschiedlich hohe Preise einzukalkulieren. Um als Eigentümer den Überblick zu behalten, haben wir eine Übersicht der durchschnittlichen Kosten erstellt. Kostenfallen bei der Baumfällung lassen sich so gezielt vermeiden.

PostenKosten
Fällgenehmigung25 - 100 €
Baumfällung ohne Wurzelentfernung und Astentsorgung400 - 800 €
Entfernen der Baumwurzel200 - 400 €
Aufbereitung größerer Holzstücke zu Kaminholz50 - 100 €
Stubben entfernen und entsorgen60 - 150 €
Entsorgung der Grünabfälle100 - 170 €
Gesamtkostenca. 835 - 1.720 €

Die in der Tabelle angegebenen Kosten sind Richtwerte für einen durchschnittlichen Baum, wie zum Beispiel eine Tanne mit einer Höhe von 20 Metern. Der Fachmann bestimmt bei einer generell kostenfreien Besichtigung vor Ort, welchen Aufwand die Arbeiten verursachen und legt daran den Preis fest.

Was beeinflusst die Baumfäller-Kosten?

Im Rahmen der sogenannten Baumansprache begutachten Fachleute den Baum auf dem Grundstück durch eine Ortsbegehung. Dabei bewerten sie, welche Werkzeuge benötigt werden, schätzen die Dauer und Schwierigkeit der Arbeit ab und planen die Entsorgung.

Je höher und stärker ein Baum ist, desto mehr Aufwand ist eine Fällung. Dies schlägt sich in den Kosten nieder. Ebenso wirkt sich die Belastung auf den Preis aus: Ist der Baum voll belastet oder nur zur Hälfte? Sind die Zweige lang, dick, dünn oder kurz? Befinden sich Teile des Baums im Nachbargrundstück oder über dem eigenen Haus, wird es ebenfalls teurer. Auch die Höhe des Baums bestimmt über den Preis: Je höher, desto mehr kostet es.

Des Weiteren entscheidet die Umgebung über die Kosten: Gefahrenquellen wie Strom- und Telefonleitungen, Pools oder schützenswerte Stellen im Garten erschweren das Fällen und sorgen für mehr Aufwand. Halteverbote oder Straßensperren, die für die Baumfällung nötig sind, schlagen ebenfalls mit höheren Kosten zu Buche. Ist kein geeigneter Zufahrtsweg für den Abtransport vorhanden, muss der Baum in Teilen abtragen oder gar zum Transportfahrzeug getragen werden, steigen die Kosten.

Arbeitskosten – was kostet das Baumfällen im Detail?

Eine pauschale Aussage zu den Kosten einer Baumfällung lässt sich nicht treffen, da viele Faktoren eine Rolle spielen. Der Gartenbauer legt die genauen Kosten bei einer Ortsbegehung fest.

Als Richtwert gelten bei einem durchschnittlichen, 20 Meter hohen Baum folgende Preise: Das reine Fällen schlägt mit 400 bis 800 Euro zu Buche. Dabei fällt und zerlegt der Fachmann den Baum von oben; zusätzlich entsorgt er Kleinholz. Das Wurzelwerk verbleibt im Boden, große Holzstücke bleiben beim Auftraggeber.

Zusätzliche Kosten beim Baumfällen: Ein umfassender Ratgeber für Eigentümer

WBeim Fällen eines Baumes können neben den Grundkosten für die Baumfällung selbst verschiedene zusätzliche Dienstleistungen und Kosten anfallen. Eine Übersicht der wichtigsten zusätzlichen Kosten:

  • Hebebühnen: Die Miete einer Hebebühne kann notwendig sein, um sicher an höhere Bereiche des Baumes zu gelangen. Kosten hierfür beginnen bei ca. 115 EUR.
  • Genehmigungen: Eine Fällgenehmigung ist oftmals erforderlich und kostet etwa 25 bis 100 EUR. Sollte eine Baumfällung außerhalb der erlaubten Zeiten nötig sein, kann eine Ausnahmegenehmigung weitere 80 bis 120 EUR kosten.
  • Entsorgung von Grünschnitt: Die Entsorgung von Grünschnitt kann zusätzlich etwa 100 bis 150 EUR betragen.
  • Wurzelentfernung: Die Entfernung der Baumwurzel kann zusätzliche Kosten von ca. 70 bis 150 EUR verursachen.
  • Kaminholzaufbereitung: Das Aufbereiten von Holzstücken zu Kaminholz kann zusätzliche 50 bis 110 EUR kosten.
  • Ersatzpflanzungen und Anwuchspflege: Manchmal ist nach der Fällung eine Ersatzpflanzung erforderlich, was Kosten von 85 bis 120 EUR nach sich ziehen kann, zzgl. 120 EUR für die Anwuchspflege.
  • Maschinen und Geräte: Die Nutzung spezifischer Maschinen und Geräte wie Motorsägen, Holzspalter oder Steigeausrüstung kann zusätzliche Kosten verursachen, abhängig vom Gerät und der Nutzungsdauer.
  • Fahrzeuge für die Abfuhr: Für die An- und Abfahrt von Grünschnitt können Kosten für Spezialfahrzeuge anfallen, z.B. für PKW-Anhänger oder LKW.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Kosten variieren können, abhängig von der Baumgröße, dem Standort, den lokalen Vorschriften und dem Umfang der zusätzlich erforderlichen Arbeiten. Eine sorgfältige Planung und das Einholen mehrerer Angebote können helfen, die Gesamtkosten zu optimieren.

Baum sicher fällen lassen: Sicherheitsanweisungen für Grundstückseigentümer

Beim Fällen eines Baumes sind Sicherheitshinweise und Vorsichtsmaßnahmen von größter Wichtigkeit, um Unfälle und Schäden zu vermeiden. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

  • Professionelle Beurteilung: Vor der Fällung sollte ein Fachmann den Baum untersuchen, um festzustellen, ob und wie dieser sicher gefällt werden kann.
  • Sicherheitsausrüstung: Sowohl der Fachmann als auch alle Personen in der Nähe sollten angemessene Schutzausrüstung tragen, darunter Helm, Sicherheitsschuhe, Gehörschutz und Augenschutz.
  • Absperrung des Bereichs: Der Bereich um den zu fällenden Baum sollte weiträumig abgesperrt werden, um Passanten und Eigentum zu schützen.
  • Richtige Werkzeuge: Die Verwendung der richtigen Werkzeuge und Maschinen ist entscheidend. Diese müssen in gutem Zustand sein und von Personen bedient werden, die mit ihrer Handhabung vertraut sind.
  • Notfallplan: Es sollte ein Notfallplan vorhanden sein, der Maßnahmen für den Fall eines Unfalls oder unvorhergesehenen Ereignisses festlegt.
  • Kenntnis der Fälltechnik: Die Person, die den Baum fällt, muss mit der richtigen Fälltechnik vertraut sein, um sicherzustellen, dass der Baum in die geplante Richtung fällt.
  • Berücksichtigung der Wetterbedingungen: Schlechtes Wetter kann das Fällen eines Baumes gefährlicher machen. Wind, Regen oder Schnee können die Richtung des Fallens beeinflussen und sollten daher vermieden werden.

Diese Maßnahmen tragen dazu bei, das Risiko von Verletzungen und Schäden zu minimieren und sicherzustellen, dass die Baumfällung so sicher wie möglich durchgeführt wird.

Achtung! Berücksichtigen Sie Baumfällzeiten

Grundstücks- und Baumeigentümer sind gesetzlich verpflichtet die bestehenden Gesetze und Verordnungen zu Baum- und Naturschutz einzuhalten. Entsprechende Vorgaben finden sich im Fall der Baumfällung im Naturschutzgesetz, der Baumschutzverordnung und im Landesstraßengesetz. So sind zwischen dem 1. März und dem 30. September Baumfällarbeiten außerhalb des Walds gesetzlich verboten. Dies gewährleistet den Schutz einheimischer Vögel und ihrer Nistplätze. Eine Ausnahmegenehmigung, etwa bei Sturmschäden oder stark erkrankten Bäumen, ermöglicht das Fällen innerhalb der Sperrzeit.

Baumfällgenehmigung: Wann sie benötigt wird und wie man sie beantragt

In Deutschland wird die Entscheidungsgewalt des Grundstücksbesitzers zur Baumfällung durch gesetzliche Bestimmungen eingeschränkt. Für die Fällung eines Baumes ist in der Regel eine Baumfällgenehmigung erforderlich, die bei der zuständigen Umwelt- und Naturschutzbehörde oder beim Ordnungsamt beantragt werden muss.

Generell ist diese bei Bäumen nötig, deren Stammumfang über 80 Zentimeter (25,5 Zentimeter im Durchmesser) liegt – gemessen auf einer Höhe von 1,00 bis 1,30 Meter. Achtung: Diese Angaben unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde. Vor dem Fällen am besten Erkundigungen bei der verantwortlichen Stelle einholen.

Die Kosten für diese Genehmigung belaufen sich je nach Gemeinde auf 25 bis 100 Euro.

Die Notwendigkeit einer Genehmigung basiert auf verschiedenen Kriterien, wie dem Gesundheitszustand des Baumes und seinem Einfluss auf die Umgebung. Das Fällen eines Baumes ohne die erforderliche Genehmigung kann zu hohen Strafen führen, die bis zu 50.000 EUR betragen können.

Nach der Baumfällung: Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für gefälltes Holz

Nach der Baumfällung stehen verschiedene Optionen für die Verwendung des gefällten Holzes zur Verfügung. Eine der häufigsten Verwendungen ist die Nutzung als Brennholz. Insbesondere eignet sich das Holz von Laubbäumen hervorragend zum Heizen. Bei Nadelholz sollte jedoch der hohe Harzanteil bedacht werden, der für offene Kamine weniger geeignet ist und zur Bildung von Schlacke im Ofen führen kann. Die Entscheidung, ob das Brennholz behalten oder an die Fachfirma übergeben wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Zugänglichkeit des Fällorts und dem Aufwand für das Sägen und Aufschichten des Holzes.

Nachhaltige Praktiken bei der Baumfällung: Vom Erhalt bis zur Holzverwertung

Die Baumfällung kann signifikante Umweltauswirkungen haben, insbesondere wenn sie nicht verantwortungsvoll durchgeführt wird. Um diese Auswirkungen zu minimieren, ist es wichtig, eine Baumfällung nur als letzten Ausweg zu betrachten und, wenn möglich, den Baum durch fachgerechten Schnitt und Pflege zu erhalten. Darüber hinaus ist die Verwendung des gefällten Holzes als Brennholz oder in anderen nachhaltigen Formen eine Möglichkeit, den ökologischen Fußabdruck der Baumfällung zu reduzieren. Die Vermeidung unnötiger Fällungen und die Berücksichtigung alternativer Methoden zur Problemlösung sind ebenfalls wichtige Aspekte der Nachhaltigkeit in diesem Bereich.

Achtung Preisschwankungen – am besten mehrere Angebote von Baumfällern einholen

Die Preise, um einen Baum zu fällen, variieren von Anbieter zu Anbieter. Schwankungen von mehreren Hundert Euro sind möglich. Es lohnt sich daher für den Auftraggeber, mehrere Angebote von verschiedenen (Garten- und Landschaftsbauern](https://www.my-hammer.de/garten-aussenbereich/garten-landschaftsbauer-berufe) einzuholen und sich für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu entscheiden.

Tipp: Sollen mehrere Bäume zur selben Zeit gefällt werden, gewähren einige Anbieter einen Mengenrabatt.

Checkliste Baumfällung

  • Baumfällzeiten beachten: Baumfällung nur von 1. Oktober bis Ende Februar durchführbar.
  • Genehmigung vom Ordnungsamt einholen.
  • Gewünschte Maßnahmen festlegen.
  • Mehrere Angebote einholen.
  • Angebot mit bestem Preis-Leistungs-Verhältnis wählen.

Wichtig: Die Genehmigung rechtzeitig einholen. Die Bearbeitung des Antrags kann bis zu 8 Wochen in Anspruch nehmen.