Frachtcontainer für die See kann man zu Minihäusern umrüsten
Schritt für Schritt

Umbau eines Seecontainers zur Wohnung - Wissenswertes

Autor:
Redaktion

Ausgefallene Arten zu wohnen, gibt es verschiedene. Der Umbau vom Seecontainer zur Wohnung ermöglicht eine der bekanntesten ungewöhnlichen Wohnarten.

1. Umbaufähigen Seecontainer kaufen - Ausführungen und Preise

Bevor es an den Umbau des Seecontainers gehen kann, muss die wasser- und luftdichte Behausung gekauft werden. Einen neuen Seecontainer auf dem deutschen Markt zu erwerben, ist so gut wie unmöglich. Die Konstruktionen stammen aus Asien.

Auch darauf spezialisierte Fachunternehmen bieten die Frachtcontainer hierzulande meist lediglich als Gebrauchtware an. In Ausnahmefällen verkaufen einige Anbieter im norddeutschen Raum Neumodelle zu Preisen um die 4000 Euro. Bei eBay-Gebrauchtware auf die Produktbeschreibung achten. Unter der Bezeichnung „gebraucht“ laufen häufig Modelle mit starken Beschädigungen. In der Kategorie „wie neu“ haben die Exemplare in der Regel vorwiegend optische Schäden.

Für gebrauchte Seecontainer liegen die Preise abhängig vom Zustand, zwischen circa 1000 und 2000 Euro. Vor dem Kauf muss die Entscheidung für ein Format fallen. Vierzig-Fuß- oder Zwanzig-Fuß-Container? Schon die fast sieben Meter lange und etwa 2,50 Meter hohe Zwanzig-Fuß-Variante eignet sich optimal für den Umbau in eine Kleinwohnung. High-Cube-Container mit einer Höhe von annähernd drei Metern, sind für das Vorhaben in der Regel nicht erforderlich.

Ausnahmen können durch von der Gemeinde vorgeschriebene Wohnraumhöhen entstehen. Alle Formate des Seecontainers werden zu einem Transportaufpreis direkt an ihren Bestimmungsort geliefert. Da schon ein Zwanzig-Fuß-Container aber etwa 1,5 Tonnen wiegt, muss das Standortgrundstück vor der Anlieferung vorbereitet werden. Außerdem sind im Vorfeld Genehmigungen für die Aufstellung einzuholen.

2. Grundstück auswählen - Standortwahl und Baugenehmigung

Jeder Bau bedarf in Deutschland einer Absprache mit dem Bauamt der Gemeinde. Das gilt auch für den Umbau eines Seecontainers zum vorübergehenden oder dauerhaften Mikrohaus. Welche Bauvorhaben wo genehmigt werden, hängt von der Bauordnung des Bundeslandes ab. Außerdem spielt das Bebauungsbild der Standortumgebung eine Rolle.

Auf dem eigenen Grundstück ist die vorübergehende Aufstellung eines kleineren Frachtcontainers, etwa als Übergangsunterkunft während Bauarbeiten, meist genehmigungsfrei. Die dauerhafte Aufstellung bedarf aber so gut wie immer einer Genehmigung. Auf dem eigenen Grundstück ist diese Genehmigung deshalb in Gefahr, weil Wohngebiete meist von einem einheitlicheren Bebauungsbild geprägt sind, als Randgebiete.

Der Kauf eines Randgrundstücks oder das Anmieten eines Dauerstellplatzes erleichtert das Vorhaben Minihaus oft. Auf naturbelassenen Flächen kann auf der anderen Seite die Zustimmung des Bundes für Naturschutz erforderlich sein. Sinnvoll ist daher eine Standortwahl in direkter Rücksprache mit Baubeamten. 

3. Vorbereitungen am Standort - Fundament anlegen

Das Grundstück muss mit einem Betonfundament auf die Ankunft des Containers vorbereitet werden. Damit der lose Untergrund die Tonnenlast tragen kann, kommt ein Punktfundament infrage. Die spätere Containerfläche wird dazu etwa 30 Zentimeter tief ausgestochen.

An allen Ecken der viereckigen Ebene befinden sich bis zu ein Meter tiefe Löcher. Die ausgestochenen Flächen schalt man mit Schalbrettern. Nach Aufschütten einer Kiesschicht, ist eine Verdichtung mittels einer Rüttelplatte erforderlich.

Damit es im späteren Minihaus wohlig warm ist, liegen zwischen Kies und Container eine isolierende PE-Folie und eine Perimeterdämmung. Als Frostschutz befindet sich um die Fläche herum eine geschalte Rinne in der Tiefe der Fundamentlöcher. Bewehrter Beton befüllt dieses neu angelegte Fundament. Nach einer etwa vierzehntägigen Trockenzeit, ist das Grundstück für die Ankunft des Frachtcontainers bereit.

4. Dämmmaßnahmen gemäß Energiesparverordnung

Für den Umbau eines Seecontainers zur Wohnung sind Dämmmaßnahmen erforderlich. Auf Basis der Energiesparverordnung ist die Wohnnutzung eines Containers ohne Isolierung nicht genehmigt. Wegen seiner dünnen Stahlwände, sind von einem Frachtcontainer hohe Energieverluste und fehlende Wärmespeicherkapazitäten zu erwarten.

Dämmplatten mit einer Dämmstärke von mindestens 120 Millimetern lösen das Problem. Eine Dichtung verschließt Undichtigkeiten der Fensterrahmenausschnitte. Der Einbau von mehrfach verglasten Fenstern komplettiert die Dämmmaßnahme. Beheizt wird das Minihaus nach Umbau mithilfe einer unabhängigen Kleinheizung.

Um der Wärmeverordnung gerecht zu werden, handelt es sich dabei um eine schnell aufheizende Warmluftheizung. Den Fußboden des Containers bedecken eine PE-Folie und Fußbodendämmmaterialien. Als Fußbodenbelag kann PVC- oder Teppichrollenware verklebt werden. Da die Frachtcontainer luftdicht sind, entsteht aber leicht Schimmelrisiko. Daher ist das Minihaus zusätzlich auf eine Abluftanlage angewiesen.

5. Umbau zur Wohnung mit autarker Haustechnik

Wie schon die Heizung, ist auch die weitere Haustechnik eines Wohncontainers unabhängig. Die Beleuchtungsplanung beschränkt sich am besten auf LED-Konzepte, da sich diese autark verbauen lassen. Um die Stromversorgung zu gewährleisten, kommt ein Solarsystem mit Speicherbatterie infrage.

Beim Umbau des Containers auf dem eigenen Grundstück ist ebenso eine Vernetzung von Container und Hausstrom möglich. Selbiges gilt für das Wassersystem der zukünftigen Wohnung. Durch Pumpen bezieht der Container das Wasser entweder vom Haupthaus oder wird als selbstständiges System aufgebaut.

Bei einem selbstständiges System empfiehlt sich eine Wasseraufbereitungs- und Wasserspeicheranlage für Regenwasser. Für Warmwasser ist gesorgt, wenn das autarke Heizsystem Warmwasserboiler und -speichersystem umfasst. Die Abwasseranlage orientiert sich an den Systemen des Hausbootbaus und arbeitet mit autarken Tanks, in denen sich das Abwasser sammelt.

Tags: Container
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