Wer selbst Innenwände mauern möchte, muss einen Grundriss lesen können
Schritt für Schritt

Innenausbau selbst gemacht - Tipps und Beachtenswertes

Autor:
Redaktion

Selbst gemacht spart Geld - viele Arbeiten beim Innenausbau kann der Bauherr selber ausführen. Bei einigen Arbeiten benötigt er einen Fachmann.

Selbst gemacht heißt sparen

Oft haben sich Bauherren vor Beginn der Bauphase schon entschieden, ob sie ein Fertighaus oder Ausbauhaus haben möchten. Bei Letzterem ist die Eigenleistung mit einkalkuliert. Diese heißt scherzhaft "Muskelhypothek", weil sie rechnerisch den Eigenkapitalanteil beim Baukredit erhöht. Dies muss der Kreditnehmer seiner Bank plausibel nachweisen.

Gegen die "Muskelhypothek" spricht, dass eine längere Bauzeit einzuplanen ist. In dieser Zeit fallen beispielsweise Kosten für die längere Nutzung der bisherigen Wohnung an. Es besteht die Gefahr, dass der Bauherr später Baumängel schwerer geltend machen kann.

Die Materialkosten sind gleich. Bauherren bekommen im Baufachhandel ebenso günstige Konditionen wie Handwerker.

Wer alle Arbeiten selbst ausführt, kann bis zu zehn Prozent der Baukosten sparen und muss dafür bei einem Reihenhaus mit 140 Quadratmetern etwa 850 Stunden selbst mitarbeiten. Wo ein Handwerker einen Stundenlohn von 45 Euro ansetzt, steht für Bauherren bei der Eigenleistung eine Null - vorausgesetzt er hat die Zeit. 850 Stunden sind mehr Zeit als drei Jahresurlaube.

Die eigenen Grenzen beim Innenausbau erkennen

Wer den Innenausbau seines Hauses selbst vornehmen möchte, sollte vorab sein handwerkliches Können prüfen. Tapezieren, streichen, Laminat oder Teppichboden verlegen sind klassische Heimwerkerarbeiten. Andere Arbeiten beim Innenausbau sind anspruchsvoller und überfordern den durchschnittlichen Heimwerker oft.

Wände, die nicht zum Rohbau gehören und keine statische Funktion haben, darf der geschickte Hausherr eigenständig mauern. Das Gleiche gilt für Rigipswände auf Ständerwerk. Für Bauherren, die hier selbst Hand anlegen, ist der Grundriss verbindlich.

Der Einbau von Türen und Fenstern ist eine anspruchsvolle Aufgabe für Heimwerker trotz Fertigelementen. Dachfenster erfordern eine Abnahme durch den Dachdecker. Dinge, wie eine fehlende Hohlkehle an einer Verkleidung, sind schnell übersehen und fallen dem Laien erst auf, wenn Wasser eindringt.

Wenn die Auswahl der Bauteile durch einen erfahrenen Verkäufer im Sanitärfachhandel erfolgt, ist die Vorwandinstallation der Sanitärelemente eine mögliche Arbeit für den Bauherrn. Sie ähnelt dem Aufbau einer Rigipswand auf Ständerwerk.

Kachelarbeiten sind nicht sicherheitsrelevant. Trotzdem: Wer nicht einen Teilbereich kacheln will, sondern ein komplettes Bad, beauftragt besser den Fachmann.

Alle Arbeiten und Änderungen am Rohbau sind für Heimwerker tabu, weil sie die Statik beeinträchtigen können. Das Gleiche gilt für sicherheitsrelevante Installationen wie Gas, Elektrik und Kamine. Hier ist es allenfalls möglich, dem Handwerker nach Absprache zuzuarbeiten. Er ist es, der die Einbauten abnimmt und verantwortet.

Kosteneinsparungen im Überblick

190 Stunden Malern und Tapezieren sparen nach einer Umfrage des Bauherren-Schutzbundes, vom April 2012, 7.800 Euro ein.

90 Stunden Fußböden verlegen bringen 3.900 Euro Ersparnis. 100 Stunden Fliesen verlegen zahlen sich mit 4.200 Euro aus und 130 Stunden Dachausbau mit 5.300 Euro. Weiteres Einsparpotenzial liegt im Garten mit 2.200 Euro für 45 Stunden.

Es gibt beim Innenausbau, genug Arbeiten, die der Heimwerker risikolos übernehmen kann. Selbst gemacht ist aber nur preiswerter, wenn die eigenen Fähigkeiten ausreichen.

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