Beim Bau eines Insektenhotels kann man viel falsch machen.
Ratgeber

Insektenhotel: 10 Todsünden beim Bau

Autor:
Redaktion

Das Bienensterben nimmt aufgrund von Umweltgiften ständig zu. Ein Bienenhotel kann die Natur unterstützen, aber nur wenn es richtig gebaut wurde.

Die natürliche Landschaft wird durch uns Menschen mehr und mehr zerstört. Einen nicht unerheblichen Teil trägt der Pestizideinsatz im Acker- und Gartenbau dazu bei. Aber auch immer mehr Privatgärtner greifen gerne mal zu schädlichen Stoffen, um einen unkrautfreien Garten zu bekommen. Der Lebensraum für Insekten schwindet dadurch auf eine bedrohliche Art und Weise. Auch weil die, für die kleinen Krabbler so wichtigen, Lehmtrockengänge und Tothölzer immer weniger in der natürlichen Umgebung vorhanden sind.

Insekten helfen, das Gleichgewicht der Natur zu wahren

Hummeln, Wildbienen & Co sind nützliche Helfer im Garten, da sie den Gärtner dabei unterstützen das ökologische Gleichgewicht zu bewahren. Um dem Artensterben entgegenzuwirken bietet sich der Bau von Insektenhotels an, in denen die Tierchen nisten und sich so fortpflanzen können.

Die Nisthilfen werden gerne von Kulturfolgerbienen genutzt, die häufig bei uns vorkommen, dabei handelt es sich vor allem um nicht staatenbildende Wildbienen. Auch Wespen nutzen Hohlräume in Holz, Stängeln oder Steinen, um darin ihre Brutkammern anlegen zu können.

Daher gilt: Wer ein Insektenquartier in seinem Garten hat, tut der Natur etwas Gutes.

Die häufigsten Bewohner eines Insektenhotels

Hauptsächlich wohnen in einem Insektenhotel Rote Mauerbienen, Wildbienen, Seidenbienen, Maskenbienen oder Pelzbienen. Sowie Erdwespen, Goldwespen, Schlupfwespen, Faltenwespen und Wegwespen. Aber auch Hummeln, Schmetterlinge, Florfliegen, Marienkäfer, Weichkäfer, Holzkäfer, Laufkäfer oder Ohrwürmer.

Alle diese Insektenarten sind wertvolle Helfer der Natur, die es zu schützen gilt.

Falsche Bauweise von Insektenhotels führt zu Problemen

Nur wenn die Nisthilfen richtig gebaut wurden, sind sie auch geeignet für den Einzug von Wildbiene & Co. Oft sieht man ungeeignete Materialien und Bauweisen, die den Tierchen eher schaden als helfen.

Folgende Dinge sind daher beim Bau eines Insektenhotels unbedingt zu vermeiden:

1. Glasröhrchen als Nisthilfen verwenden

Gerne werden beim Bau eines Insektenasyls (Acryl-)Glasröhrchen als Nisthilfe installiert, um die Insekten besser bei ihren Nistaktivitäten beobachten zu können. Das Material ist leider wasserdampfundurchlässig, was dazu führen kann, dass die Brut der Wildbiene verpilzt und verendet. Eine tödliche Gefahr, denn solche Nisthilfen werden von den Insekten oftmals bereitwillig bezogen.

2. Frisches Holz für das Insektenhotel verwenden

Oft wird für den Bau frisches Holz verwendet, das nicht abgelagert wurde. Wenn in diesem Holz die Bohrungen zu dicht gesetzt werden, entstehen Risse, was die verschlossenen Brutkammern öffnet und so die Brut zerstört.

Bohrungen ins Längsholz verhindern oder vermindern zumindest die Rissbildungen. Je größer der Bohrdurchmesser ist, desto größer muss der Abstand zwischen den Bohrlöchern sein (etwa ein bis zwei Zentimeter). Aus diesem Grund sollte auch auf das Bohren in Hirnholz verzichtet werden.

3. Unsaubere Löcher bohren

Dass die Löcher des Bienenhotels glatt gebohrt werden ist extrem wichtig, denn querstehende Holzfasern sind für die empfindlichen Flügel der Insekten äußerst gefährlich. Reißt sich das Fluginsekt einen Flügel ein, bedeutet das für sie den sicheren Tod.

Insektenhotel Don’t’s

  • Nistplätze aus (Acryl-)glas
  • Verwendung von Lochziegel und Gasbetonsteine
  • Verwendung von zu hartem Lehm oder Ton
  • Stroh oder Heu als Füllmaterial
  • Tannenzapfen als Nistplatz
  • Verwendung von Nadelholz
  • Bohrlöcher ins Hirnholz
  • Kein Schutz vor Fressfeinden
  • Kein Platz für Boden- oder Mauerbrüter
  • Verwendung von Pestizidbelastenden Materialien

4. Steilwände aus hartem Lehm oder Ton

Ein Insektenhotel muss nicht zwangsläufig rein aus Holz sein. Auch Lehm oder Ton sind für Wildbienen willkommene Materialien. Das liegt daran, dass sie, wenn sie in natürlichen Steilwänden leben, ihr Nest oft selbst graben. Daher sollte darauf geachtet werden, dass der Lehm des Hotels aus Sand und Löß auf der einen Seite weich genug ist, damit die Bienenweibchen ihre Hohlräume graben können, aber auch fest genug, damit die Hohlwand nicht zusammenfällt.

Oft wird der Fehler gemacht, dass zu fetter Lehm oder Ton genommen wird, der nach dem Trocknen viel zu hart ist und deshalb für die grabenden Wildbienen nutzlos ist. Ein höherer Sandanteil ist ebenso von Vorteil. Nach dem Durchtrocknen sollte der Lehm mit dem Fingernagel noch bearbeitbar sein, und zwar ohne, dass das Material zerbröselt.

5. Loch- und Hohlziegel für den Bau verwenden

Loch- und Hohlziegel sind oft ein Bestandteil von Fertig-Bienenhotels. Was auf den ersten Blick sinnvoll aussieht führt letztendlich nicht zum Ziel.  Durch die viel zu großen Öffnungen werden die Ziegel ungern besiedelt. Möchte man dennoch auf Ziegel nicht verzichten, sollte man darauf achten, dass die Lochränder glatt abgeschliffen sind und die Löcher mit Lehm oder Ton verkleinert wurden.

6. Kein Schutz vor Fressfeinden

Sorgt man beim Bau des Insektenquartiers nicht für ausreichend Höhe, bietet man Hunden, Katzen und Co. einen leichten Zugang zum Insektennachwuchs, sodass dieser gefressen oder zerstört wird.

Natürlicherweise hält ein hoch gebautes Häuschen Vögel nicht davon ab, in den Nistplätzen herum zu picken. Um die Hotelgäste vor dem Drangsalieren der Piepmätze zu schützen, empfiehlt es sich Vogelschutznetze oder Drahtgeflechte vor den Fächern zu montieren. Diese sollten grobmaschig genug sein, dass die Insekten hindurchkommen, gleichzeitig aber so platziert sein, dass Vögeln keinerlei Möglichkeit gegeben wird, mit dem Schnabel Insekten herauszuziehen.

Insektenhotel Do's

  • Verwendung von abgelagertem Hartholz
  • Anbringen eines Vogelschutzes
  • Verwenden von hohlen Schilfhalmen und Bambusröhrchen
  • Wettergeschützter Standort
  • Ausreichend Futterpflanzen in der Nähe
  • Bohren sauberer Löcher
  • Über den Winter draußen lassen

7. Das falsche Holz verwenden

Besonders wenn es um Nisthilfen für Wildbienen geht, ist es wichtig, kein Weichholz, z. B. von Nadelbäumen, zu verwenden. Durch das weiche Holz lassen sich keine sauberen Löcher bohren. Das wiederum führt dazu, dass die Insekten beim reinkrabbeln mit ihren zarten Flügeln hängen bleiben und sich folglich verletzen. Dazu kommt, dass das Holz, wenn es nass wird, die Feuchtigkeit bis ins Innere durchlässt, sodass das Holz aufquillt und den Nachwuchs verfaulen lässt.

Stattdessen sollte stets abgelagertes Hartholz verwendet werden, wie z.B. Holunder, Esche, Buche oder Birke.

8. Die falsche Befüllung verwenden

Oft wird das Insektenhotel mit Stroh befüllt, um Ohrenkneifer anzulocken. Da Ohrenkneifer auch zu den Nutzinsekten zählen, ist das zunächst nicht falsch. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass das Strohnest so weit wie möglich von den Nistplätzen der Bienen entfernt ist, denn Ohrenkneifer sind Pollendiebe. Sie klauen die gesammelten Pollen der Wildbienen, was natürlich alles andere als konstruktiv ist.

Aber auch Zapfen haben in einem Deluxe-Hotel für Insekten nichts zu suchen. Dabei ist es egal, ob es sich um Tannenzapfen, Kiefernzapfen, Fichtenzapfen oder sonstiges Nadelbaumsamenverteilungsmittel handelt. Zapfen sehen zwar hübsch aus und sind auch billig, entsprechen aber nicht dem Geschmack der Krabbler und werden daher auch nicht genutzt.

9. Der falsche Standort

Damit sich die Insekten besonders wohl fühlen, sollte das Haus an einem sonnigen, regen- und windgeschützten Ort aufgestellt und fest angebracht sein. Da ansonsten die Gefahr besteht, dass das Insektenasyl bei stärkerem Wind schwankt.

Zudem sollte es auf keinen Fall bodennah gebaut werden, da sonst Pflanzen in die Flugbahn hineinwachsen könnten und die Bienen beim Anflug in ihr Heim stören. Die optimale Einflugöffnung sollte südwärts ausgerichtet sein.

Einmal aufgestellt, sollte das Hotel an diesem Standort verbleiben, da (jahreszeitbedingte) Standortwechsel die Tierchen verwirren. Und auch einige Insekten im Winter ein Hotelbett benötigen.

Keine Angst vor Stichen!

Wer Insekten hilft, muss übrigens keine Stechattacken befürchten, die Tiere sind harmlos und friedlich und was gibt es Schöneres, als die Bienen bei ihrer Arbeit zu beobachten, während man auf der Terrasse entspannt!

10. Keine einheimischen Blumen und Sträucher in der Nähe

Wer ein Insektenhotel aufstellt, sollte daran denken, dass die Insekten auch Nahrung brauchen. Im Falle der Wildbienen sind das einheimische Blumen und Sträucher, die den Insekten ein gutes Nahrungsangebot garantieren. Denn wenn es kein Essen gibt, wo man wohnt, macht es keinen Spaß und das Hotel bleibt verwaist.

Idealerweise sollte zwischen der Nisthilfe und den Nahrungspflanzen der Abstand nicht mehr als 200 bis 300 Meter betragen. Auch Lehm, Wasser und Sand in der Nähe des Hotels sind von Vorteil. Je abwechslungsreicher die Umgebung ist, desto schneller findet die Nisthilfe ihre Bewohner.

Um Fehler zu vermeiden, sollte am besten ein Fachmann wie ein Schreiner gerufen werden, der Erfahrung beim Bau von Insektenhotels aus Holz hat. Er kann ausführlich beraten und einen schönen Nistkasten zum Aufhängen in Terrassennähe bauen, an dem sowohl die Insekten als auch der Gärtner lange Freude haben wird.

Ihren Fachmann für Insektenhotels finden Sie hier: Fachmann für Insektenhotels

Die 10 Todsünden beim Bau einen Insektenhotels als PDF

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